Fliegen mit Hund

Schon vor den Ferien stand für Familie K. aus München fest: Ihre Jack-Russell-Terrier-Hündin „Emma“ kommt mit nach Mallorca. Denn Hunde dürfen doch in den Flieger, oder?

Bei den allermeisten Fluggesellschaften: Ja. Kleine Hunde bis zu einer gewissen Gewichtsgrenze dürfen in die Passagierkabine mitgenommen werden, größere Hunde fliegen im Frachtraum mit (ausgenommen Begleithunde für Fluggäste mit Behinderung – diese Hunde dürfen, egal wie groß sie sind, kostenlos in der Kabine mitfliegen). Es liegt auf der Hand, dass man vor der Reise natürlich die Einreisebestimmungen des Zielorts klären muss.

Viele Fluggäste, die Airport-Hotels und alternative und günstigere Parkplätze nutzen, lassen ihren Hund jedoch noch oft zuhause, wenn sie in die Ferien fliegen. Gründe sind zum Beispiel Sorgen um die Gesundheit des Tieres während des Fluges oder die Kosten für das Zusatz-Ticket bzw. die Anschaffung einer genormten Transportbox.

Parken am Flughafen, Parkplatz buchen

Um diese Unsicherheit zu nehmen und darüber hinaus ganz grundlegende Informationen zur Verfügung zu stellen, haben wir die beiden größten deutschen Fluggesellschaften (Lufthansa und Air Berlin) und ihre Bestimmungen/Preise zur Hundebeförderung miteinander verglichen sowie mit Condor auch eine typische „Urlaubs“-Airline miteinbezogen, deren Ziele sich hauptsächlich im Mittelmeerraum, in Nordafrika, Mittelamerika und in der Karibik befinden. Eine Liste mit weiteren beliebten Airlines sowie solchen mit strikteren/teils abweichenden Bestimmungen findet sich zusätzlich am Ende dieses Artikels.

Des Weiteren erklären wir in unserem Flugreisemagazin u.a., welche Vorkehrungen für den Flug mit Hund zu treffen sind, wie Hunde den Flug erleben und worauf bei einer Transporttasche oder -box zu achten ist.

Unter welchen Voraussetzungen darf mein Hund fliegen?

Als Jack-Russell-Terrier ist „Emma“ fein raus, was das Mitreisen im Flugzeug angeht. Sie wird den Flug vermutlich ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen hinter sich bringen – anders als beispielswiese Mops, Bulldogge, Boxer, Pekinese & Co., also Hunde mit kurzen Köpfen und stumpfen Nasen. Durch die erschwerte Atmung haben diese Rassen ein höheres Risiko, bei Stress oder hohen Temperaturen Kreislaufprobleme oder sogar einen Herzinfarkt zu bekommen.

Für den Hund heißt es zuhause erstmal: Ab auf die Waage. Denn vom Gesamtgewicht des Tieres plus seiner Transporttasche machen Airlines die Beförderung in der Passagierkabine abhängig. „Emma“ hat Glück – mit ihren 4,9 kg plus 1 kg Taschengewicht liegt sie bei Condor gerade noch in der Norm.
Merke: Entscheidend sind also immer Rasse und Gewicht.

Bestimmungen zur Hundebeförderung:

Condor:
Gewichtsgrenze für Beförderung in der Kabine: 6 kg inkl. Box
Hund darf nur mit einer Begleitperson fliegen
Nicht befördert werden sogenannte Listenhunde („Kampfhunde“)

Lufthansa:
Gewichtsgrenze für Beförderung in der Kabine: 8 kg inkl. Box
Tiere können unbegleitet fliegen (mit Lufthansa Cargo)
Für die Mitnahme von Listenhunden gelten gesonderte Bedingungen, z. B. spezieller Käfig (Infos im Lufthansa Reservierungsbüro)

Air Berlin:
Gewichtsgrenze für Beförderung in der Kabine: 10 kg inkl. Box
Hund darf nur mit einer Begleitperson fliegen
Nicht befördert werden sogenannte Listenhunde („Kampfhunde“)

Wie organisiere ich die Flugreise für meinen Hund?

Wie der Mensch braucht der Hund für den Flug gültige Reisedokumente, seit 2004 benötigen reisende Haustiere außerdem einen Mikrochip. Beim Tierarzt lässt man den Hund chippen und erwirbt den in den Ländern der Europäischen Union vorgeschriebenen Heimtierausweis. Dieser „Tierpass“ bestätigt, dass der Hund gegen Tollwut geimpft ist – diese Impfung muss also ebenfalls rechtzeitig vor Reiseantritt erfolgen. Der Ausweis ist zwar auch für Reisen außerhalb der EU nützlich, jedoch gibt es hier von Land zu Land ganz unterschiedliche Bestimmungen, die vor Reiseantritt geklärt werden sollten. Manche Airlines wie Condor koppeln die Hundebeförderung daran, dass das Tier nur mitnehmen darf, wer im Heimtierausweis als Besitzer eingetragen ist.

Der Hund sollte bei der Buchung des Fluges frühzeitig angemeldet werden, da es normalerweise pro Flug nur eine begrenzte Anzahl an Tieren in der Passagierkabine geben darf. Seine Beförderung wird als Zusatzleistung verbucht oder als eigenes Ticket. Auch am Tag des Abflugs sollten Fluggäste mit Hund etwas früher am Check-in sein – bei Air Berlin z. B. spätestens 60 Minuten vor Abflug bei Kurz- und Mittelstreckenflügen sowie 90 Minuten bei Langstreckenflügen.

Welche Kosten verursacht das Fliegen mit Hund?

Das Hunde-Flugticket bzw. die Zusatzleistung der Hundebeförderung kann von 35 bis 300 Euro kosten. Das hängt nicht nur von der Airline ab, sondern auch davon, ob es sich z. B. um eine Kurz- oder eine Langstrecke handelt, auf die man seinen Vierbeiner mitnimmt.
Familie K. hat bei Condor noch ein Hunde-Ticket mit Frühbucherrabatt ergattern können. Da ihr Flug sich innerhalb Zone 1 bewegt (bei dieser Airline: Balearen, spanisches/portugiesisches Festland, Kroatien, Bulgarien), kostet „Emmas“ Transport nur 49,99 Euro.

Überblick über die Normalpreise für Hunde-Tickets:

Condor: 49,99 (kleiner Hund, Kabine, Kurzstrecke) – 94,99 Euro (großer Hund, Frachtraum, Langstrecke)
Lufthansa: 35 (kleiner Hund, Kabine, Kurzstrecke) – 300 Euro (großer Hund, Frachtraum, Langstrecke)
Air Berlin: 40 (kleiner Hund, Kabine, Kurzstrecke) – 250 Euro (großer Hund, Frachtraum, Langstrecke)

Mitreisen des Hundes in der Kabine

Fliegen mit Hund, Transporttasche Haustier

Hund darf in der Transporttasche mitfliegen © Monika-Wisniewska / Fotolia.com

Ein Transportbehältnis ist Pflicht, wenn man mit seinem Hund fliegt. Dieses muss den Bestimmungen der Airline entsprechen.

Erlaubte Maße:
Condor: max. 55 x 40 x 20 cm
Lufthansa: max. 55 x 40 x 23 cm
Air Berlin: max. 55 x 40 x 23 cm

Außerdem gilt:

  • Behältnis muss luftdurchlässig, ausbruchsicher, bissfest und wasserdicht sein
  • Tier muss darin in natürlicher Haltung aufrecht stehen und sich umdrehen können
  • Behältnis muss bei Start/Landung, manchmal auch über die ganze Flugdauer, unter dem Sitz verstaut werden und darf nicht geöffnet werden

Transporttaschen oder -boxen für kleine Hunde bekommt man im Tierfachgeschäft. Beim Kauf das Eigengewicht des Behältnisses berücksichtigen – man will schließlich am Check-in, wenn Tasche/Box inklusive Hund gewogen werden, keine unangenehme Überraschung erleben, die dazu führen kann, dass das Tier doch im Frachtraum mitfliegen muss.

Es ist sinnvoll, dem Hund für die Dauer des Fluges zur Beruhigung eine Schmusedecke oder sein Lieblingsspielzeug mit hineinzugeben. Zusätzlich ein kleines Notfallset dabeizuhaben (Papiertaschentücher, Leckerlis) schadet nicht.

Mitreisen des Hundes im Frachtraum (Transportbox)

Die Box oder den Käfig für den Transport im Frachtraum des Flugzeugs können Hundebesitzer von einigen Fluglinien leihen. Es wird jedoch empfohlen, das Behältnis für den Transport selbst zu stellen, da die eigene Box den vertrauten Geruch von Zuhause trägt und der Hund dadurch weniger verunsichert ist. Sinnvoll ist es, das Behältnis mit dem Ankunftsflughafen, der Privatadresse sowie mit dem Namen des Tieres zu beschriften. Letzteres, da die Mitarbeiter der Fluggesellschaft dadurch den Hund direkt ansprechen und beruhigend auf ihn einwirken können.

Lufthansa macht, im Gegensatz zu den meisten anderen Fluggesellschaften, genaue Angaben zu den Maßen dieser Frachtraumbehältnisse und lässt vier Größen zu:

  • Größe 1: 60 x 45 x 40 cm
  • Größe 2: 80 x 55 x 55 cm
  • Größe 3: 100 x 65 x 70 cm
  • Größe 4: 125 x 75 x 85 cm

Generell ist Folgendes zu beachten:

  • auch im Transportbehälter für den Frachtraum muss der Hund aufrecht stehen/sich umdrehen können
  • Boden der Box muss mit saugfähiger Unterlage auslaufsicher ausgelegt werden (Zeitungen, Pappe)
  • Innenraum darf keine spitzen Kanten, Nägel etc. aufweisen
  • Leine und Geschirr nicht hineinlegen – Strangulationsgefahr für den Hund!

Futter- und Wasserschalen nicht befüllen, da der Inhalt verschüttet werden kann oder der Hund zur ungünstigen Zeit „muss“. Besser: Am Check-in klären, ob und wann der Hund, insbesondere bei Anschlussflügen/Umstiegen, zwischendurch von Mitarbeitern der Airline versorgt werden kann.

Hund im Flugzeug, Hund im Frachtraum

Dem Hund soll es gut gehen: Flugreise im Frachtraum © barnesphoto / Fotolia.com

Einige Airlines erlauben, beim Verladen des Tieres in den Bauch des Flugzeuges zuzusehen, andere nicht; normalerweise wird jedoch spätestens vor dem Start ein Flugbegleiter Bescheid geben, dass der Hund sicher an Bord genommen wurde. Entgegen der Befürchtung vieler Hundebesitzer ist es im Frachtraum von Flugzeugen übrigens nicht lebensbedrohlich kalt; die Durchschnittstemperatur beträgt dort 8 C°, was für Hunde aufgrund ihres Fells gut verträglich ist. Nach der Landung sieht man sein Tier normalerweise auch schnell wieder. Der Transportbehälter wird nicht wie ein Koffer mit dem Band befördert, sondern von Flughafenmitarbeitern direkt in den Gepäckbereich geschoben.

Wie Tiere im Flugzeug mitfliegen, zeigt dieses Video von „Wissen macht Ah“

Wie bereitet man den Hund auf den Flug vor?

Während manche Hunde nur mit Leckerlis und unter gutem Zureden in ihre Box befördert werden können, steigt „Emma“ freiwillig und ganz ohne Probleme hinein. Kein Wunder, denn die Transportbox für die Passagierkabine ist gleichzeitig zuhause ihr Rückzugsort, Familie K. hat die Hündin von klein auf an die Box gewöhnt.
Doch was, wenn man den Transportbehälter erst vor kurzem gekauft hat? Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Mit dem Hund üben

Den Behälter zuhause aufstellen und das Tier in die Box steigen lassen. Die Tür schließen und den Hund anschließend für das ruhige Verbleiben belohnen. Allmählich die Tür für einen immer längeren Zeitraum geschlossen halten (bis zu einer halben Stunde).

  • Medikation

Bestimmte Medikamente, vor Flugbeginn z. B. in einem Stückchen Leberwurst verabreicht, werden den Hund die Reise verschlafen oder zumindest in einem Dämmerzustand erleben lassen. Jedoch: Beruhigungsmittel belasten immer den Kreislauf und können auch zu unvorhergesehenen Komplikationen führen. Immer vorher den Tierarzt konsultieren, niemals „auf gut Glück“ eine Beruhigungstablette verabreichen!

Etwa fünf Stunden vor Abflug sollte das Tier nichts mehr zu fressen bekommen. Ein letztes Gassigehen auf dem Flughafengelände sollte aber vor Abflug nicht vergessen werden!

Entspannt den Urlaub mit Hund beginnen

Wir empfehlen, am Vorabend des Fluges mit dem Tier im Airport Hotel einzuchecken (in den allermeisten sind Haustiere erlaubt) und dort zu übernachten. Eine Nacht in Flughafennähe ist einfach die beste Möglichkeit, um den Stress für den Hund, aber auch für sich selbst, so gering wie möglich zu halten. Sollte es wider Erwarten bei Anfahrt und Parkplatzsuche hektisch zugehen, haben Sie und Ihr Hund auf diese Art noch genug Zeit, um wieder „runterzukommen“. Der intensive Kontakt zu „seinem“ Menschen kann den Hund im besten Fall so entspannen, dass am nächsten Tag vielleicht gar keine beruhigenden Medikamente zum Einsatz kommen müssen. Vor dem Flug lassen Sie sich und den Hund dann einfach rechtzeitig mit dem Shuttle zum Terminal bringen.

Flughafenhotel, Parken und Fliegen

Familie K. ist beim Start der Maschine jedenfalls froh, dass „Emma“ relaxt in ihrer Box liegt und döst. Nach Ankunft auf Mallorca gut zwei Stunden später darf sie sogar als eine der ersten mit ihren Besitzern das Flugzeug verlassen und eine ausgiebige Gassirunde gehen. Alles ist ohne Malheur überstanden – der Urlaub kann beginnen.

Weitere Informationen:

Porträt von Lufthansa über die „Animal Lounge“ am Frankfurter Flughafen: https://www.lufthansagroup.com/themen/animal-lounge.html
GEO/Reisewissen zum Thema Fliegen mit Hund
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