Ein Jahr Honeymoon: 12 Hochzeitsreisetipps für jeden Monat

Flitterwochen

Honeymoon-Reiseziele © pixabay.com/pexels.com

Der Hochzeitstag gilt üblicherweise als „der schönste Tag im Leben“ – dabei ist das glatt gelogen, denn hinterher folgen ja noch die Flitterwochen. Und in dieser Zeit sind vor allem Romantik und Zweisamkeit pur gefragt. Bei der Auswahl des Reiseziels werden oftmals Hawaii, Bali oder die Malediven in die engere Auswahl genommen. Allerdings, und das ist die gute Nachricht für alle, nach weniger typischen Zielen suchen, gibt es viele weitere Orte, die mehr zu bieten haben als die große Entspannung an Pool und Strand: Wir haben gleich 12 Reisetipps zusammengetragen, die jeden Tag des Honeymoon mit unvergleichlichen Highlights zum „schönsten Tag“ machen – und zwar zu jeder Jahreszeit. Wir haben für Sie außergewöhnliche Reisen zusammengestellt, die sich an den Kalendermonaten orientieren. Sie werden sehen: Hochzeitsreisen sind nicht nur schön, wenn sie im Sommer in den Indischen Ozean oder den Pazifik führen.

Unsere 12 Honeymoon-Reiseziele sind:

    • Kanton Wallis, Schweiz
    • Levi, Lappland
    • Elsass, Frankreich
    • Provinz Limón, Costa Rica
    • Mailand, Italien
    • Öland, Schweden
    • Pemba, Tansania
    • Laugavegur, Island
    • Kopenhagen, Dänemark
    • Ontario, Kanada
    • Phetchaburi, Thailand
    • Juist, Deutschland

Januar: Kanton Wallis, Schweiz

Schneeschuhwanderung

Schnee-Spaß im Schweizer Kanton Wallis © Alexander Rochau/Fotolia

Romantik in den Flitterwochen ist ein Muss – und wenn tagsüber Action und Erlebnis dazukommen, werden die Momente der Zweisamkeit umso kostbarer. In den „Pod“ genannten Luxus-Unterkünften eines Eco-Hotels mit nachhaltigem Konzept können Hochzeitsreisende beides genießen: Gewohnt wird in 40 Quadratmeter großen Igluhütten mit Kingsize-Bed und eigenem Kaminofen – und zwar auf einem Berghang auf 1 700 Metern Höhe. Und tagsüber geht es natürlich auf die Piste!

Ein besonderes Highlight dabei für alle vom Skifahren begeisterten Paare: Die hauseigenen Strecken (rote und blaue Schwierigkeitsgrade) werden nur für die Gäste der Iglus geöffnet.

Februar: Levi, Lappland

Glass Igloos

Glasiglus © Beelix/Fotolia

Außer Schnee nichts zu sehen? Von wegen! Gerade zur eiskalten Jahreszeit entfaltet Lappland seine ganze Faszination: Neben den luxuriösen Designhotels im Skiort Levi entstehen am Flussufer der Ounajoki alljährlich zauberhafte Eishotels. Außerdem können Flitterwöchner mit einem Huskyschlitten rasante Fahrten durch verschneite Wälder unternehmen. Ein weiterer Höhepunkt ist die Übernachtung im Glasiglu, denn hier wartet ein Doppelbett unter den Sternen: Das bewegliche Bett lässt sich ganz nach Wunsch ausrichten und die gläserne Kuppel des Iglus bietet einen atemberaubenden Ausblick auf die umliegende Bergtundra – und mit etwas Glück auch auf das grünlich-wabernde Nordlicht.

März: Elsass, Frankreich

Paris gilt als die „Stadt der Liebe“. Doch wer seine Hochzeitsreise ins Elsass unternimmt, weiß einen anderen Ausspruch zu bestätigen. Nämlich „Liebe geht durch den Magen“: Auf frischvermählte Gourmets sind hier neben Klassikern wie den berühmten Flammkuchen noch Delikatessen der landestypischen Küche zu verköstigen. Außerdem öffnen berühmte Winzer und kleine Weingute ihre Tore genauso wie feine Destillerien. Als Appetitanreger können außerdem gemütliche Wanderungen durch die Altstädte von Strasbourg oder Colmar sowie zum berühmten Wallfahrtsort Odilienberg unternommen werden. Die Übernachtungen in luxuriösen Sternehotels oder lauschigen Landgasthöfen sorgen außerdem dafür, dass auf der Hochzeitsreise auch „l’amour“ nicht zu kurz kommt.

April: Provinz Limón, Costa Rica

Manuel Antonio, Costa Rica - beautiful tropical beach

Strand in Costa Rica © Simon Dannhauer/Fotolia

Während der Hochzeitsreise ist alles erlaubt, was Freude macht – also auch ein klassischer Strandurlaub. Allerdings garantiert diese Unterkunft, dass dieser Honeymoon alles wird – nur nicht durchschnittlich: Die Tree House Lodge besteht aus vier Baumhäusern auf Stelzen und liegt direkt an der Küste im Gandoca-Manzanillo Wildlife Refuge. Außerdem sorgen Dschungeltouren, Surfmöglichkeiten, White Water Rafting und Klettertouren dafür, dass viele gemeinsam erlebte Abenteuer in Erinnerung bleiben.

Die Trockenzeit von Dezember bis April ist für Reisetermine übrigens sehr geeignet: Insekten mögen diese Zeit nicht und deshalb müssen Sie das Quartier nicht mit geflügelten Quälgeistern teilen. Dieser Zeitraum ist auch für Tauchgänge ideal – und alles zusammen macht unvergessliche Strand-Flitterwochen aus!

Mai: Mailand, Italien

Romantic couple enjoying the sunset watching the monuments in the city center

Pärchen im Mailänder Stadtzentrum © oneinchpunch/Fotolia

Der Wonnemonat Mai ist nicht nur beliebt für Hochzeiten, sondern dank milder Temperaturen auch optimal für mediterrane Städtereisen. Venedig ist hier ein klassisches Ziel, doch Mailand hat mindestens ebenso viel Kultur und dolce vita zu bieten – und das ohne so überfüllt zu sein wie die Lagunenstadt. Außerdem bieten sich Kurztrips in die Umgebung an: Kunstfreunde begeistert der Bischofssitz Crema mit einem mittelalterlichen Stadtkern und gotischen Kirchenbauten. In Mantua, dem aus „Romeo und Julia“ und der Oper „Rigoletto“ bekannten Städtchen, ist neben pittoresken Piazzi außerdem die größte Schlossanlage Italiens zu bewundern. Ebenfalls zu empfehlen ist ein Ausflug ins nur 50 Kilometer entfernte Bergamo am Fuße der Alpen: Neben der Aussicht sollte man hier vor allem das originale Stracciatella-Eis in der Gelateria Marianna genießen.

Juni: Öland, Schweden

Wooden cabin on rocky shore of Stockholm archipelago, Sweden

Ferienhaus auf Öland © Igor Yu. Groshev, SPb, Russia/Fotolia

Jetzt herrschen angenehme Badetemperaturen – und außerdem wird Ende Juli Midsommar gefeiert – das traditionelle Mittsommerfest. Auf der Sonneninsel Öland lassen sich dafür urige Ferienhäuser im landestypischen Baustil mieten: Ob Sie das Badevergnügen an den feinen Sandstränden suchen oder Lagerfeuer mit selbstgefangenem Fisch veranstalten: Öland bietet ein einzigartiges Naturerlebnis. Die Ausstattung der typisch schwedischen Wochenendhäuser reicht dabei von komfortabel (mit allen technischen Extras) bis rustikal (ohne Strom und fließend Wasser) für authentische Kerzenlichtromantik. Wer in den Flitterwochen außerdem ganz ungestörte Zweisamkeit genießen möchte, findet mit etwas Glück sogar ein Ferienhäuschen auf einer eigenen, kleinen Insel – natürlich inklusive Motorboot.

Juli: Pemba, Tansania

Romantic couple snorkeling in the sea

Schnorcheln vor der tansanischen Küste © salajean/Fotolia

Wenn auf der Südhalbkugel Winter herrscht, ist die beste Reisezeit für diese traumhafte Insel des Sansibar-Archipels: Es sind kaum andere Touristen anzutreffen und die wenigen Regenschauer schaffen obendrein eine romantische Klangkulisse für gemütliche Honeymoon-Stunden in der Pemba Eco Lodge und – viel wichtiger – die Temperaturen sind afrikanisch-angenehm. Tagsüber erreicht das Thermometer maximal 30°C und die Wassertemperatur liegt bei etwa 26°C. Perfekte Bedingungen für einen Tauchkurs: Mit Sichtweiten zwischen 20 und 40 Metern lässt das kristallklare Wasser tiefe Einblicke in eine nahezu unberührte Unterwasserwelt zu. Es lassen sich nicht nur Riffhaie und andere farbenprächtige Meeresbewohner beobachten, sondern Sie können auch das Wrack des 1969 gesunkenen Dampfschiffs „Panza“ bewundern.

August: Laugavegur, Island

Diese Trekkingtour auf dem „Weg der heißen Quellen“ macht aus dem Hochzeitspaar ein belastbares Team, das alle Widrigkeiten des Alltags mit links meistern kann. Die isländische Wildnis im Süden des Landes verzaubert dabei mit einer einmalig facettenreichen Landschaft: Zerklüftete Gletscher und heiße Thermalquellen, stille Seen und rauschende Wasserfälle, tiefe Canyons und majestätische Berge erwarten die wanderfreudigen Flitterwöchner. Die Nächte werden ganz romantisch in freier Natur im Zelt verbracht – und wer sich ein wenig mehr Luxus gönnen möchte, kann in den Hotels entlang der Route übernachten. Tagsüber die Natur, nachts gemütliche Zweisamkeit genießen – das ist das wilde Island.

September: Kopenhagen, Dänemark

Hausboot in Kopenhagen

Hausboot mitten in Kopenhagen © crimson/Fotolia

Für Hochzeitsreisende hat die „Fahrradhauptstadt“ etwas viel Romantischeres zu bieten als zwei Räder: Wer das maritime Flair Kopenhagens hautnah erleben (und nachts einmal wirklich ganz allein sein) möchte, der mietet sich für die Flitterwochen eine schwimmende Unterkunft. Bei den Hausbooten, die in Christianshavn und Co. vor Anker liegen, reicht die Auswahl von der luxuriösen Kajüte auf einer Yacht bis zum individuell eingerichteten Liebesnest. Von dieser Basis aus lassen sich die Sehenswürdigkeiten wie die so berühmte wie kleine Meerjungfrau, das Hippie-Viertel Christiania, der Wendelgang des „Rundetårn“, der charmante Vergnügungspark Tivoli und viele andere Sehenswürdigkeiten entspannt entdecken – natürlich mit dem Drahtesel.

Oktober: Ontario, Kanada

roadtrip with motorhome in Indian summer Ontario Canada

„Indian summer“ in Ontario, Kanada © info@anjokan-fotografie.nl/Fotolia

Anfang Oktober beginnt in Algonquin Provincial Park im Südosten-Kanadas die farbenprächtigste Zeit des Jahres: Jetzt erstrahlen Rot-, Silber- und Zuckerahorn sowie Birken in Rot, Orange und Gelb. Die Farbexplosion breitet sich langsamen von Norden nach Süden aus und ist damit ideal für einen gemächlichen Roadtrip. Neben den zahlreichen Nationalparks, den schönen Seen und großen Wäldern sind die aufwändigen Herbstdekorationen am Straßenrand ein weiteres Highlight: Jetzt schmücken liebevoll aufgebaute Arrangements aus Kürbissen und anderen Gemüsen die Vorgärten und Terrassen der Einwohner. Außerdem findet am zweiten Montag des Monats Thanksgiving statt: Für dieses traditionelle Festessen mit gefülltem Truthahn, Kartoffelbrei, Süßkartoffeln und Cranberrysauce sollte definitiv ein Tisch in einem Diner an der Strecke reserviert werden.

November: Phetchaburi, Thailand

Elephant swimming in the reservoir

Badende Elefanten in Thailand © Sukr13/Fotolia

Früher war der November der klassische Monat zum Elefantenreiten. Doch wer sich heute auf der Hochzeitsreise als Bollywood-Paar fühlen möchte, kommt bei den Wildlife Friends of Thailand so unmittelbar wie tierfreundlich auf seine Kosten: Der Verein hat sich der Rettung von ehemals in Zoos oder Reitshows vorgeführten Wildtieren verschrieben. Hochzeitsreisende übernachten komfortabel in der nahegelegenen I-Love-Phants-Eco-Lodge und können tagsüber die geretteten Affen, Bären und Elefanten nicht nur beobachten, sondern auch bei ihrer Pflege helfen: So dürfen sie „ihren“ Dickhäuter zum Beispiel nach einem gemeinsamen Spaziergang am Fluss duschen und waschen. Das ist „waschechtes“ Bollywood-Feeling hautnah!

Dezember: Juist, Deutschland

Strandspaziergang, Nordsee, Juist, Ebbe

Die Nordseeinsel Juist © Marita Heydenreich/Fotolia

Eine Hochzeitsreise an die Nordsee ist spießig? Keineswegs! An dieser Küste lässt sich ganz ohne Fernreise eine wunderbar ungestörte Zweisamkeit genießen, die alles andere als langweilig ist. Wenn der weite Strand im Nebel menschenleer daliegt, das Meeresrauschen nur vom unerschütterlichen Kreischen der Möwen unterbrochen wird, kann man Arm in Arm mit dem (oder der) Liebsten kilometerweit spazieren gehen: Das bedeutet nach den oft hektischen Hochzeitsvorbereitungen viel Zeit für Gespräche – und Gelegenheit, um die nächsten Pläne für eine glückliche Zukunft zu schmieden. Und das macht besonders viel Spaß, wenn man sich nach dem Spaziergang gemeinsam in der Sauna oder bei verschiedenen Wellness-Anwendungen entspannen kann.

Oder doch gleich für wirklichen Abenteuerurlaub hier weiterlesen!

Reiseziele in Portugal – 9 Highlights im Land des Fußball-Europameisters 2016

Portugal ist Fußballeuropameister 2016! Ein Grund mehr, das kleine Land im Süden Europas mit seinen etwa 10 Millionen Einwohnern besser kennenzulernen. Wir haben neun sehenswerte Reiseziele in Portugal für Sie aufgespürt – vom touristischen Hotspot über die klassische Ferienregion und abgelegene Trauminseln bis zum Outdoor-Paradies:

  • Madeira
  • Algarve
  • Porto
  • Alentejo
  • Azoren
  • Faro
  • Aldeias Históricas de Portugal
  • Fátima
  • Lissabon

Nr. 1: Madeira, Heimat von Cristiano Ronaldo

Portugal, Reiseziel Portugal

Madeira – die Geburtsstadt vo Star-Kicker Ronaldo © Michel Meynsbrughen – FreeImages.com


Madeira, Lieblings-Kurort von Kaiserin Elisabeth von Österreich und Heimat des Stars der portugiesischen Nationalelf, Cristiano Ronaldo, der 1985 in der Inselhauptstadt Funchal geboren wurde. Als er ein kleiner Junge war, spielte Ronaldo auch beim Club CD Nacional Madeira – und seit 2013 erinnert sogar das Cristiano Ronaldo-Museum in Funchal an seine fußballerischen Anfänge auf der Insel.

Madeira liegt etwa 900 Kilometer südwestlich von Lissabon und 700 Kilometer westlich des marokkanischen Festlands im Atlantik, und wird von Touristen aus aller Welt – insbesondere aber von Briten und Deutschen – besucht. Die Insel, die vulkanischen Ursprungs ist, gilt mit ihren Gebirgszügen, ihren Steilküsten und ihren spektakulären Felsformationen als ideales Ziel für Wanderer und Outdoorsportler; der höchste Punkt Madeiras ist mit 1862 Metern der Pico Ruivo. Wer eine Reise nach Portugal plant und Aktivurlaub liebt, sollte einen Aufenthalt auf der Insel also unbedingt in Betracht ziehen.

Für Entdeckungstouren bietet sich auch der „Laurisilva“ an, der sich über 150 Quadratkilometer erstreckende Lorbeerwald Madeiras, der seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt: Hier gedeihen subtropische Pflanzen, welche auf dem europäischen Festland seit Beginn der letzten Eiszeit nicht mehr vorzufinden sind.

Fußball-EM in Frankreich: Die 10 Austragungsorte als Reiseziel

Paris? Kennt man natürlich. Doch die meisten Spielstätten der Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich, beispielsweise Lens, Lille oder St-Étienne, sind als Ziele mit touristischem Nutzwert eher unbekannt.

Zu Unrecht – in unserem Flugreisemagazin haben wir für Sie kulturelle, architektonische und kulinarische Highlights der zehn Austragungsorte recherchiert.

  • Saint-Denis: Ruhestätte der Könige
  • Marseille: Hafen, Strand und Fels
  • Lyon: Mittelalterliche Gassen, weltberühmte Gastronomie
  • Lille: Flämische Tradition trifft moderne Kunst
  • Bordeaux: Schönheit des Südwestens
  • Nizza: Hauptstadt der Französischen Riviera
  • Toulouse: High-Tech und Hausboote
  • Saint-Étienne: Idyllische Hügel und Täler
  • Lens: Rauer Charme des Nordens
  • Paris: Frankreichs Stolz

Saint-Denis: Ruhestätte der Könige

Stadion: Stade de France

Le ciel dessine la flèche manquant de #saintdenis .. The sky is drawing the missing tower

Ein von Filomena Ju (@filou.ti) gepostetes Foto am

Das vergleichsweise kleine Saint-Denis, wenige Kilometer nördlich von Paris, trumpft mit dem größten Stadion der Fußball-EM auf. Hier wurde die französische Fußballnationalmannschaft im Jahr 1998 Weltmeister. Auch das Finalspiel der EM 2016 wird im Stade de France stattfinden.

Da Saint-Denis an das Pariser U-Bahn-Netz angeschlossen ist, ist es von der Hauptstadt aus im Rahmen eines Tagesausflugs leicht zu erreichen. Zum Beispiel für einen Besuch der berühmten Kathedrale von Saint-Denis, eines der ersten Bauwerke, die im Stil der Gotik errichtet wurden. Ende des 10. Jahrhunderts bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden in der Kathedrale fast alle französischen Könige und Königinnen beerdigt; die beeindruckenden Grabstätten können besichtigt werden.

Erwachsenenhotels – Der letzte Schrei in Sachen Urlaub

Wettrennen über Treppen und Flure, Fangspiele zwischen den Dinnertischen, Meisterschaften im Trampolinspringen auf dem Bett: Kinder können nun mal nicht immer nur stillsitzen und ruhig sein. Das sagen sich auch viele Urlauber in ihrem Hotel, wenn sie in aller Frühe vom Krach aus dem Nachbarzimmer geweckt werden oder vor lauter Geplansche und Geschrei am Pool nicht entspannen können.

Der Gedanke an die eigene Kindheit oder an die ersten Lebensjahre gegenwärtiger oder zukünftiger eigener Kinder besänftigt den aufkommenden Ärger. Schließlich will man sich ja erholen. Da kann man sich zum Wohle des eigenen Blutdrucks schon mal in Gelassenheit üben. Das sind redliche Bemühungen. Ein geruhsamer Urlaub ohne Kompromisse geht aber anders.

Der neue Trend: Adults only

Hotels, die sich auf Familien und vor allem auf die kleinen Familienmitglieder spezialisiert haben und von kindgerechten Einrichtungsgegenständen über eine Tagesbetreuung bis hin zum Kinderbuffet besondere Angebote bereithalten, gibt es schon geraume Zeit. Es gibt aber auch Häuser, die eine ganz andere Strategie verfolgen. Der neue Trend sind Erwachsenenhotels. „Adults only“ heißt das Zauberwort für Feriendomizile, in denen Kinderlärm und der Ärger darüber Schnee von gestern sind. Die Altersgrenze für den Zugang zu Erwachsenenhotels liegt mehrheitlich bei 16 oder 18 Jahren. Darauf wird auf den Homepages vielfach hingewiesen. Oft lassen es auch die Buchungsmasken der Hotelseiten nicht zu, die Zahl mitreisender Kinder anzugeben beziehungsweise die „Personen“, die übernachten wollen, genauer zu definieren. Somit ist garantiert, dass interessierten Eltern, die den Familienurlaub planen, die Ausrichtung des Hauses nicht entgeht.

Nicht kinderfeindlich, sondern das Pendant zu familienfreundlich

Dass eine bestimmte Gruppe der Gesellschaft, in diesem Fall die unschuldige und unmündige, die nicht für sich selbst sprechen und nicht über sich selbst bestimmen kann, von Erwachsenenhotels ausgeschlossen wird, erhitzt die Gemüter. Viele Menschen, besonders engagierte Mütter und Väter, die gleichermaßen ihre Kinder und ihre Erziehungsmethoden angegriffen sehen, sind der Meinung, dass ein Mindestalter für Gäste an Diskriminierung grenzt. Egal, mit welchem beschönigenden Wort das erwachsenenfreundliche Haus auch beschrieben wird, es ist in ihren Augen widernatürlich.

Der Wunsch nach einer Urlaubsunterkunft ohne Kinder sollte aber nicht als moralisch verwerflich betrachtet werden. Wenn es Hotels gibt, in denen Kindern, die laut sein und toben wollen, mehr Freiheit und Toleranz als üblich garantiert wird, dann darf es doch auch Hotels geben, in denen man den Bedürfnissen von Erwachsenen, die Ruhe möchten, Rechnung trägt. Und da das Verständnis von Kindern diesbezüglich an Grenzen stößt und tausend Verbote die Kleinen nur einschränken würden, kann die Antwort eben nur Erwachsenenhotel heißen. Gleiche Rücksicht für alle.

Erwachsenenhotel, Adults only, Hotelpool

Keine Spritzgefahr: Im Erwachsenenhotel am Pool entspannen © Antonioguillem / Fotolia.com

Achtung! Verwechslungsgefahr

Wenn sich ein Hotel als Erwachsenenhotel bezeichnet, kann das allerdings auch andere Gründe haben. Familien mit Kindern sind auch dann störend, wenn erwachsene Alleinreisende oder erwachsene Paare feiern, anbandeln oder Dinge tun wollen, die nicht jugendfrei sind.

  • FKK-,
  • Swinger-,
  • Single- oder
  • Partyhotels

sind daher ebenfalls ausgewiesene Hotels für Erwachsene. Jenen Urlaubern, die nicht nach Abenteuern, sondern nach Ruhe suchen, ist daher zu empfehlen, bei der Auswahl ihrer kinderfreien Unterkunft besonders auf deren Internetauftritt und Bewertungen zu achten.
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In anderen Ländern wie

  • Griechenland,
  • Spanien
  • oder Mexiko

sind Erwachsenenhotels schon lange etabliert und zahlreich vorhanden. In Deutschland hat das erste erwachsenenfreundliche Haus, das „Dolce Vita“ in Bodenmais im Bayerischen Wald, 2005 eröffnet. Der Entrüstungssturm, der danach in der Presse tobte, wird auch heute noch entfacht, wenn sich das Angebot eines Hotels, das sich neu positionieren möchte, plötzlich nur noch an Erwachsene richtet.

Liste mit kinderfreien Hotels

Mittlerweile gibt es deutschlandweit immerhin 35 Hotels, in denen Kinder erst ab zehn, zwölf, 14, 16 oder 18 Jahren zugelassen sind. Bei dieser geringen Anzahl kann man, möchte man unbedingt in einem Erwachsenenhotel nächtigen, freilich kein beliebiges Reiseziel wählen. Vielmehr müsste man seine Urlaubsplanung daran orientieren, wo ein Erwachsenenhotel zu finden ist. Zu Schwierigkeiten kommt es zudem, wenn man versucht, ein Hotel für Erwachsene – sei es in Deutschland oder weltweit – in einem der großen Reiseportale zu finden. Denn es sind keine eigenen Kategorien oder Filtermöglichkeiten vorhanden. Nur in den Hotelbeschreibungen werden Altersgrenzen in Nebensätzen erwähnt.

Abhilfe schaffen aufwendig recherchierte Listen kinderfreier Hotels, welche die Verlinkung zum Reiseportal bereithalten. Doch auch der Reiseanbieter TUI empfängt in seinen eher hochpreisigen Sensimar Hotels erst Gäste ab 18 Jahren. Es besteht also die Hoffnung, dass in Zukunft noch mehr Erwachsenenhotels zu finden sein werden.

Sechs Tipps für die Silvesterreise

Zunächst wird Raclette gegessen, dann „Dinner for One“ oder ein fader Jahresrückblick im TV angeschaut. Anschließend darf man bloß nicht die Feuerwerksbatterie verschlafen, die der Nachbar vom Haus gegenüber in jedem Jahr um Mitternacht abfeuert. Und nach einer Runde Bleigießen geht’s ab ins Bett. So oder so ähnlich gestaltet sich bei vielen Menschen in Deutschland das Silvesterfest, Jahr für Jahr. Da wäre es doch eine Alternative, aus dem üblichen Trott auszubrechen und das neue Jahr an einem anderen Ort feiern. Ja, New York, der Klassiker, geht immer und darf nicht fehlen – aber was geht sonst noch in der Welt? Hier kommen unsere Silvesterreise-Urlaubstipps:

Silvester in Berlin: Clubkultur und Brandenburger Tor

Feuerwerk am Brandenburger Tor Berlin

Silvester in Berlin © Visions AD – Fotolia.com

Wenn es um‘s Feiern geht, kann kaum eine Metropole auf der Welt Berlin das Wasser reichen. Der große Countdown mit anschließendem Feuerwerk über dem Brandenburger Tor zählt zu den größten Silvesterpartys der Welt. Über zwei Kilometer hinweg, vom Tor bis zur Siegessäule, erstreckt sich eine riesige Festmeile mit DJs, Live-Bands sowie zahlreichen Streetfood-Ständen und spektakulären Lichtinstallationen. Etwa eine Million Menschen feiern hier den Jahreswechsel ausgelassen bis in die frühen Morgenstunden. Und wem das immer noch nicht genug ist, der stürzt sich anschließend noch in die Berliner Clubszene und macht die Nacht zum Tag und den Tag zur Nacht. An Neujahr wird hier nämlich einfach weiter gefeiert. Open End und After Hour sind für die Berliner Kür und Pflicht zugleich.

Moskau: Feuerwerk über dem Roten Platz

Silvester Moskau Neujahr

Silvesterreise nach Moskau – Feuerwertk über dem Kreml © herculaneum79 – Fotolia.com

Für die Russen ist Silvester einer der größten Feiertage überhaupt und stellt sogar Weihnachten in den Schatten. Ganz Moskau ist mit Tannenbäumen geschmückt und es finden überall Weihnachtsmärkte statt, die bis zum 10. Januar andauern. Am Silvesterabend isst man dann ein feines Dinner mit der Familie, trinkt Champagner und überreicht sich gegenseitig Geschenke. So beschaulich geht es anschließend aber doch nicht weiter: Die Moskauer erobern die Straßen und feiern die ganze Nacht hindurch. Die Stadt befindet sich im Ausnahmezustand und sogar die Metro fährt ausnahmsweise mal länger. Wie auch sonst sollen die Menschen zu den zahlreichen Konzerten und Partys gelangen? Ein zentraler Anlaufpunkt ist hier der Gorki-Park, in dem nicht nur gefeiert, sondern auch Schlittschuh gelaufen und Snowboard gefahren werden kann. Am beliebtesten ist jedoch das Feuerwerk über dem Roten Platz. Im Herzen Moskaus lässt sich hier das Feuerwerk über dem Kreml und der Basilius-Kathedrale bestaunen. Jedes Jahr versammeln sich hier zehntausende Menschen. Wer einen guten Platz haben will, sollte also schon frühzeitig vor Ort sein.

„New Year’s Eve“ am Times Square, New York

New York Silvester New Year

Happy New Year! Silvester am Times Square in New York ist ein Klassiker © lazyllama – Fotolia.com

Ein echter Klassiker ist die Silvesterparty am New Yorker Time Square. Jedes Jahr gehen die Bilder von diesem Event um die ganze Welt: Menschen, die sich im Konfettiregen unter grellen Neon-Reklamen in den Armen liegen. Unvergessliche Auftritte von großen Stars und Musiklegenden. Und natürlich der legendäre „Ball Drop“. Hierbei handelt es sich um eine gigantische Kugel, den „New Year’s Eve Ball“, der mit über 30.000 gleißend hellen LED-Leuchten in Szene gesetzt wird. Im Takt des Countdowns fährt der fünf Tonnen schwere Ball langsam nach unten. Pünktlich um Mitternacht beginnt dann das Feuerwerk und die Menschen starten in eine wilde Nacht. Überall in der Stadt finden private und öffentliche Partys statt. Die wahren Geheimtipps geben die New Yorker aber nur ungern aus der Hand.

Hongkong: Pyromusical vom Feinsten

Geradezu meisterlich verschmelzen Feuerwerk und Musik im Hongkonger Pyromusical zum Jahreswechsel. Direkt am Victoria Harbour, über dem bekannten „Honkong Convention and Exhibition Centre“ findet dieses achtminütige Spektakel statt. Die Uferpromenade ist dabei von tausenden begeisterten Menschen gesäumt, die den Countdown zum neuen Jahr erwartungsvoll verfolgen. Wer ein bisschen tiefer in die Tasche greift, kann das Feuerwerk auch von einem Boot im Hafen aus verfolgen und hat somit zugleich noch einen Blick auf die beeindruckende Skyline der Stadt. Auch die Wolkenkratzer werden nämlich durch Lichtinstallationen und Pyrotechnik in Szene gesetzt. Für acht Minuten verwandelt sich ganz Hongkong somit in ein Lichtermeer.

Bali: Silvester in Schnee und Kälte? Nein, danke.

Silvester Neujahrsfest Bali

Umzugsfigur zum Neujahrsfest in Bali, Indonesien © Combo Design – Fotolia.com

Wer genug von Eis und Kälte und steifgefrorenen Fingern in der Silvesternacht hat, der lässt das alte Jahr ganz entspannt unter Palmen am Strand ausklingen. In Bali hat es Ende Dezember sommerlich entspannte Temperaturen um die 31 Grad, auch die Wassertemperatur ist mit ca. 24 Grad nicht zu verachten. Man kann sich mit einem Surfbrett in die Wellen schwingen oder einfach nur das relaxte Inselleben mit einem Cocktail im Liegestuhl genießen. Am Silvesterabend gönnt man sich dann ein üppiges Abendessen balinesischer Art und heißt das neue Jahr zum Klang der rauschenden Wellen willkommen. Wer es nicht ganz so entspannt mag, kann sich auch noch auf einer der zahlreichen Strandpartys begeben. Der Kuta Beach hat mit Clubs und Bars im Sand auch am Silvesterabend einiges zu bieten. Dort finden ein großes Feuerwerk und eine sehenswerte Neujahrsparade statt.

Reykjavik: Eine Stadt in Flammen

In Reykjavik veranstaltet die Stadt kein offizielles Feuerwerk. Trotzdem knallt und raucht es an jeder Straßenecke. Das hat zweierlei Gründe: Zum einen sammeln sich die Isländer nach einem üppigen Abendessen mit der Familie zu einem Umtrunk an meterhohen Lagerfeuern, die „Brenna“ genannt werden. Zum anderen geben die Inselbewohner jedes Jahr einen dreistelligen Eurobetrag pro Kopf für Feuerwerkskörper aus.

Silvesterreise Reykjavik Island

Silvester in Reykjavik – Feuerwerk mit TV-Pause © U.-Gernhoefer – Fotolia.com

Mit der Zurückhaltung haben es die Isländer nicht so, deshalb geht die Knallerei auch schon mittags los und verwandelt die ganze Stadt in ein einziges Tollhaus – bis 22 Uhr. Dann herrscht auf einmal Totenstille auf den Straßen, die Gassen sind menschenleer und Reykjavik wirkt wie ausgestorben. Das liegt aber nicht an einer Ausgangssperre, sondern an Áramótaskaup. Hinter diesem Namen verbirgt sich ein satirischer Jahresrückblick, der seit Jahrzehnten am Silvesterabend im Fernsehen ausgestrahlt wird und Einschaltquoten von bis zu 80% erreicht. Nach einer Stunde ist der Spuk vorbei und die Eskalation nimmt wieder ihren Lauf: Die Isländer hauen noch mal alles raus, was sie an Feuerwerkskörpern zu bieten haben und ziehen von Pub zu Pub. Wem das alles zu wild ist, der verlässt die Stadt, um die beeindruckende Landschaft Islands zu erleben. Mit etwas Glück kann man hier ein Feuerwerk der natürlichen Art entdecken: Die Aurora borealis, auch Polarlichter genannt, tauchen zu dieser Jahreszeit den Himmel in ein tiefleuchtendes Grün. Ganz ohne Knall und Rauch.

Eine Reise wert – die Kulturhauptstädte Europas 2016

Gemessen an der hohen Regionen- und Kulturdichte könnte man meinen, in Europa gingen die Reiseziele niemals aus. Ob bewährte Touristenattraktionen oder unbekanntere Gegenden: Unzählige Orte mit individuellem Charakter und jeweils landestypischen Flair laden dazu ein, entdeckt zu werden. Um die Auswahl zu erleichtern, erhebt glücklicherweise ein europaweites Programm jedes Jahr einzelne Vertreter auf das Podest der Haupt-Stadt, indem es deren Kultur und Außenwahrnehmung explizit fördert. Wer steht eigentlich im kommenden Jahr im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, wer ist 2016 „Kulturhauptstadt Europa“? Hier finden Sie eine kleine Quelle der Inspiration für Kurztrips oder Kulturreisen, die 2016 ganz sicher „in“ sein werden.

Hauptstädte auf Zeit – San Sebastián und Breslau

Die Krone als „Kulturhauptstadt Europa“ tragen im Jahr 2016 das im spanischen Baskenland angesiedelte San Sebastián und die polnische Stadt Breslau. Mit dieser Auswahl lässt sich ein wichtiges Prinzip erkennen, das die nunmehr 30-jährige Initiative verfolgt: So sollen neben den ursprünglichen EU-Ländern mittlerweile auch jüngere Mitgliedsstaaten in Mittel- und Osteuropa beziehungsweise in Zukunft sogar EU-Anwärter jährlich im Programm vertreten sein. Denn der Status als Kulturhauptstadt beschert den bislang über 50 ausgewählten Städten auch über die Dauer der offiziellen Titelträgerschaft hinaus einen großen Gewinn nicht nur finanzieller Art.

Gerade bei unbekannteren Orten gilt die Auszeichnung als Katalysator für kulturelle wie auch für strukturelle und wirtschaftliche Stadtentwicklung. Dies kommt der lokalen Kulturszene zugute, zieht nationalen und internationalen Tourismus an und liefert dazu noch einen gesteigerten Identifikationsfaktor für die Bewohner selbst. Daher wundert es nicht, dass der Titel nicht nur wegen der monetären Förderung heiß begehrt ist. Das komplexe Auswahlverfahren haben Spanien und Polen samt ihren beiden Vertreterstädten nun längst überstanden. In den nächsten Monaten laufen die letzten Vorbereitungen, bevor sich mit dem Jahreswechsel der Vorhang für ein außergewöhnliches Kulturprogramm hebt.

Eine Perle in Spaniens Norden – San Sebastián / Donostia

Die nordspanische Stadt San Sebastián ist längst kein Geheimtipp mehr. Die gesamte Region des Baskenlandes und ihr Paradebeispiel kultureller Stadtentwicklung, Bilbao, haben sich mittlerweile zu beliebten Zielen für einen Kurzurlaub beziehungsweise für eine Städtereise innerhalb Europas entwickelt. Der von Kontrasten geprägte Landstrich am Golf von Biskaya hat einen ganz eigenen Charakter, der in dieser Form unvergleichlich ist. San Sebastián, in Baskisch: Donostia, gilt als die Perle der Region, wenn nicht sogar ganz Spaniens. Um die Austragung des Kulturjahres konkurrierte Donostia landesweit mit 14 weiteren Bewerberstädten. Die Erfüllung bestimmter Kriterien, wie ein Kulturprogramm mit starker europäischer Dimension zu bieten und die Partizipation von Bürgern aus dem In- und Umland, führte letztendlich dazu, dass die Stadt an der Muschelbucht das Rennen machte.

San Sebastián / Donostia © Sofia Henriques / FreeImages.com

San Sebastián / Donostia © Sofia Henriques / FreeImages.com

Gerade der Aspekt der Bürgerbeteiligung bildet einen wichtigen Teil innerhalb der Agenda von San Sebastián als Kulturhauptstadt 2016. Mit dem Projekt „Waves of Energy“ fördert der Ort den Input seiner Bürger und lässt sie aktiv an der Gestaltung des Kulturjahres teilnehmen. Die Stadt wird als ein Netzwerk aus Menschen verstanden, Bürger und Non-Profit-Gruppen sind aufgefordert, bezuschusste Projekte zu entwickeln, die das Zusammenleben nachhaltig fördern. Darüber hinaus teilt der Austragungsort sein Programm in einzelne thematische Sparten auf, sogenannte „Leuchttürme“: Mit politisch-historischen Themen beschäftigt sich das „Lighthouse of Peace“, mit gesellschaftlich-urbanen Themen das „Lighthouse of Life“ und schließlich setzt das „Lighthouse of Voices“ auf kommunikativen, kulturellen Ausdruck in Form von Theater, Film, Literatur, Musik und bildender Kunst. Dieses Konzept bringt eine Reihe von Veranstaltungen und Projekten hervor, die „DSS2016EU“ – so das Kürzel der Kulturhauptstadt auf Zeit – bereits jetzt auf die Beine stellt. Der Zeitpunkt für einen Kurztrip nach San Sebastián wird im kommenden Jahr also immer passend gewählt sein.

Lesen Sie dazu auch http://www.flughafenhotel.net/2012/09/10/die-schoensten-ecken-fuer-einen-urlaub-an-der-europaeischen-atlantikkueste/

Eine Brücke in der Mitte Europas – Breslau / Wrocław

Nach Krakau im Jahr 2000 ist Breslau inzwischen die zweite polnische Stadt, die sich auf der europäischen Bühne als Kulturhauptstadt präsentieren darf. Auch mit diesem Standort wird ein besonderes Ziel des Programms hervorgehoben: Es soll den europäischen Gedanken stärken und das gemeinsame kulturelle Erbe betonen. Die bewegte Geschichte der Großstadt an der Oder und Hauptstadt der Region Schlesien führte zu einer einzigartigen Entwicklung, die heute unter anderem in einer jungen und aufstrebenden Bevölkerungsstruktur mündet und den Ort bereits zu einem repräsentativen Kulturzentrum in Mitteleuropa gemacht hat. Die historische, rekonstruierte Altstadt, Museen, Restaurants und ein reges Studenten- und Nachtleben ziehen jetzt schon und über die Landesgrenzen hinaus Besucher für einen Städtetrip an.

Im Jahr 2016 will die Stadt Breslau ihre einzigartige Identität als Ort des Dialogs und der Begegnung von Kulturen hervorheben. Über 500 Veranstaltungen in Form von Kunstevents, Ausstellungen, Festivals, Konzerte und Open-Air-Vorstellungen sind unter dem Motto „Wrocław ESK 2016“ geplant, darüber hinaus soll auch hier die Partizipation von Einheimischen wie auch Besuchern eine besondere Rolle spielen. Es lohnt sich also einmal mehr, rechtzeitig die konkrete Agenda in den Blick zu nehmen und einen Kulturtrip in diese temporäre Haupt-Stadt Europas zu unternehmen.

Rathaus von Breslau im gotischen Stil © Krzysztof (Kriss) Szkurlatowski / FreeImages.com

Rathaus von Breslau im gotischen Stil © Krzysztof (Kriss) Szkurlatowski / FreeImages.com

Der Weg zur Kulturhauptstadt

Für das mittlerweile sehr prestigeträchtige und beliebte europaweite Programm ist maßgeblich eine bekannte Persönlichkeit verantwortlich. Die damalige griechische Kulturministerin Melina Mercouri initiierte 1985 die Aktion, worauf der Ministerrat im selben Jahr Athen den Status als erste „Kulturstadt Europas“ erteilte. Nach einem Beschluss des Europäischen Parlaments und des Rates der Europäischen Gemeinschaft im Jahr 1999 trägt das Programm seinen aktuellen Namen „Kulturhauptstadt“ und betont dadurch einmal mehr die Wichtigkeit der Aktion und das Potential für die austragenden Orte. Weitere Modifikationen der Ursprungsidee führten im Lauf der Zeit zu einem Regelwerk, das einen klaren Weg definiert, wie eine europäische Stadt einmalig und für die Dauer von einem Jahr Titelträgerin werden kann und mit Fördergeldern für die Realisierung der Veranstaltungen unterstützt wird. So ist bereits bis zum Jahr 2033 die Reihenfolge der Länder festgelegt, die in eigenem Auswahlverfahren eine Vertreterstadt nominieren dürfen. Die Europäische Kommission setzt dazu jedes Jahr eine unabhängige Jury zusammen, die anhand definierter Evaluierungskriterien die am besten geeignete Stadt auswählen soll.

Blick nach vorn: Dresden oder Nürnberg 2025?

Nach West-Berlin im Jahr 1988 und Weimar im Jahr 1999 durften für Deutschland zuletzt 2010 die Stadt Essen und das Ruhrgebiet den begehrten Titel tragen. Im vergangenen Jahr waren es Riga und Umea (2014) und aktuell tragen Mons und Pilsen (2015) den Titel. Spannend ist hier der Blick nach vorne. Denn das nächste Mal, dass hierzulande eine Kulturhauptstadt gekürt wird, ist im Jahr 2025 und bereits jetzt stehen Dresden und die Metropolregion Nürnberg als Anwärter fest. Wer lieber in die nahe Zukunft blickt, kann sich von dieser Liste der bereits ernannten Kulturhauptstädte bis 2019 zu einem Kurzurlaub inspirieren lassen:

  • 2017: Aarhus, Dänemark und Paphos, Zypern
  • 2018: Leeuwarden, Niederlande und Valletta, Malta
  • 2019: Matera, Italien und Plowdiw, Bulgarien

… auch dies wiederum eher unbekannte Vertreter aus der unerschöpflichen Quelle an Reisezielen in Europa.

Mozartwoche 2016 in Salzburg

Wer das neue Jahr mit einer musikalischen Reise beginnen möchte, sollte einen Kurztrip nach Salzburg unternehmen. Dort wird vom 22. bis zum 31. Januar die Mozartwoche durchgeführt, eine Veranstaltung, die seit 1956 jährlich im Geburtsmonat des großen Komponisten stattfindet. Das Musikfestival gehört zu den Highlights im internationalen Konzert-Veranstaltungskalender. Kenner wissen, dass es sich für die Mozartwoche lohnt, auf den Winterurlaub in der Südsee zu verzichten.

Mozartwoche 2016 – Klassik vom Feinsten

Am 27. Januar, zu Wolfgang Amadeus Mozarts 260. Geburtstag, befindet sich die Mozartwoche im winterlich verschneiten Salzburg bereits im vollen Gange. Nirgends sonst werden Mozart-Fans so viele Orchester- Kammer-, Solistenkonzerte, Vorträge und Lesungen geboten wie an diesen Tagen. Besucher haben die Qual der Wahl, denn neben den Wiener Philharmonikern treten zahlreiche namhafte Solisten, Dirigenten und Ensembles auf.

Die Mozartwoche 2016 wird ganz im Zeichen der Chor-und Orchestermusik stehen. In dieser Zeit werden nicht nur Mozart-Stücke aufgeführt, sondern zusätzlich auch Werke von Komponisten, die auf irgendeine Weise in Verbindung mit ihm standen. Allen voran Felix Mendelssohn Bartholdy, der ebenfalls zu Lebzeiten als Wunderkind gefeiert wurde und deshalb heute noch gelegentlich als „Mozart von Hamburg“ bezeichnet wird.

Salzburger Mozartwoche – die Highlights

Wer glaubt, das Covern und Remixen sei eine Erfindung von Popmusikern, der irrt. „Acis und Galatea“ heißt das Meisterwerk von Georg Friedrich Händel, welches Mozart 1788 umschrieb, indem er es musikalisch nach seiner Facon gestaltete. Felix Mendelssohn Bartholdy tat es ihm im Jahre 1828 gleich, weshalb nun drei Versionen der Komposition existieren. Besucher erhalten am 29. Januar im Haus für Mozart die seltene Gelegenheit, alle Fassungen in einem Konzert zu erleben. Durch den Vergleich erfahren die Besucher etwas über den jeweiligen zeitgenössischen Geschmack und die Persönlichkeiten der Komponisten.

Der 26. Januar 2016 sollte ebenfalls dick im Kalender angestrichen werden, weil an diesem Tag die Sinfonia concertante es-Dur für Violine, Viola und Orchester im Großen Saal der Stiftung Mozarteum aufgeführt werden wird. Nicht nur für die Musiker wird es eine große Ehre sein, auf Mozarts Original-Instrumenten spielen zu dürfen. Auch die Zuschauer erfahren jenen vollen, weichen Klang, wie ihn nur die Geigen alter Meister hervorbringen können. Zu wissen, dass Mozart sie einst selbst in den Händen hielt, sorgt für einen zusätzlichen Gänsehautfaktor.
Zu den großen Highlights gehören ebenfalls die English Baroque Soloists mit dem Monteverdi Choir, welche am 22. Januar im Großen Festspielhaus unter der Leitung von Sir John Eliot Gardiner das Mozart Requiem aufführen werden.

Es gibt kaum eine Veranstaltung, in der nicht ein großer Name vertreten ist, seien es die Wiener Philharmoniker oder Starpianisten wie András Schiff, Mitsuko Uchida oder Radu Lupu. Und es lohnt sich ebenfalls, dem Kinderorchester Beachtung zu schenken, wenn dieser am 31. Januar in der Stiftung Mozart Mendelssohns Lieder ohne Worte oder Mozarts Klavierkonzert in D-Dur aufführen wird. Oft ist es der Nachwuchs, der es in besonderer Weise vermag, jene Frische und Begeisterung beim Spielen zu verströmen, welche vielleicht auch der junge Mozart bei seinen ersten Aufführungen ausstrahlte.

Unser Highlight-Kalender für die Mozartwoche 2016:

  • 22. Januar: Mozart Requiem im Großen Festspielhaus
  • 26. Januar: Sinfonia conertante es-Dur für Violine, Viola und Orchester im Großen Saal der Stiftung Mozart
  • 29. Januar: Acis und Galatea-Trilogie im Haus für Mozart
  • 31. Januar: Mozart Kinderorchester in der Stiftung Mozart

Der Mozart-Effekt – warum seine Musik unsterblich ist

Warum bringt die Musik von Mozart auch noch im 21. Jahrhundert zum Schwelgen, Weinen und Staunen? Trends kommen und gehen, doch die Klänge des Meisters berühren Menschen auf der ganzen Welt nach wie vor. Dass der kleine Wolfgang Amadeus kein gewöhnliches Kind war, bekam sein Umfeld schon früh zu spüren. Im Alter von vier Jahren beherrschte er mehrere Instrumente. Mit dem Abklimpern von Noten hielt der junge Mozart sich erst gar nicht lange auf, er komponierte lieber selbst. Ein angepasster, braver Streber war der „Wolferl“ keineswegs. Schon als Kind legte er eine Persönlichkeit an den Tag, die jeden in seinen Bann zog. Seine vielschichtige, phantasievolle, mitunter vorlaute Art sorgte regelmäßig für Verblüffung. Im Alter von sechs Jahren gab Mozart sein erstes Konzert am Hofe der Kaiserin Maria Theresia. Als er fertig war, sprang er der adeligen Dame munter auf den Schoß und gab ihr aus vollem Herzen einen Kuss auf die Wange. Statt pikiert zu sein, war sie dem kleinen Jungen sofort verfallen.

So wie Mozart die Menschen in seiner Umgebung verzauberte, verzaubert bis heute seine Musik. Experten sprechen vom „Mozart-Effekt“. Ein Phänomen, das bereits intensiv erforscht wurde. Beim Hören seiner Stücke fühlen sich Testpersonen leistungsfähiger, glücklicher und vitaler. Man muss noch nicht mal eine „Testperson“ sein, um zu spüren, dass Mozarts Werke nicht nur unverwechselbar schön sind, sondern auch wie ein Antidepressivum wirken. Menschen aus aller Welt – ganz gleich welcher Kultur, Gesellschaftsschicht oder Glaubensrichtung sie auch angehören – wissen um die magische Kraft seiner Musik. Nicht wenige Eltern lassen ihr Baby die Kleine Nachtmusik oder Teile aus der Zauberflöte zum Einschlafen hören, weil sie davon überzeugt sind, dass ihr Kind dadurch klüger, zufriedener und selbstbewusster wird.

Mozart ist überall – Ihr Kurztrip durch Salzburg

Selbstverständlich gibt es in Salzburg kaum eine Ecke, in der man nicht auf irgendeine Weise Mozart begegnet. Zuallererst wäre da natürlich Mozarts Geburtshaus, das in der Getreidegasse 9 steht.

Mozart Geburtshaus in Salzburg © Eva Schuster - FreeImages.com

Mozart Geburtshaus in Salzburg © Eva Schuster – FreeImages.com

26 Jahre lang lebte Familie Mozart in einer kleinen Wohnung im 3. Stock. Heute befindet sich in den Räumen, in denen der kleine Wolferl einst spielte, schlief und Unsinn anstellte, ein Museum, das sich ganz dem großen Komponisten widmet. Weil es so viel über ihn und sein Leben zu erfahren gibt, befindet sich in Mozarts Wohnhaus, welches die Familie 1773 am Hannibalplatz bezog, ein weiteres Museum. Beide Gebäude gehören zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Österreichs, sodass eine Wartezeit am Eingang oft nicht zu vermeiden ist.

Natürlich gibt es in Salzburg auch einen Mozartplatz samt überlebensgroßer Bronzestatue. Als das Standbild am 4. September 1842 feierlich enthüllt wurde, waren die beiden Söhne Franz Xaver und Karl Thomas anwesend. Im Jahre 2005 wurde die Statue aufwändig gesäubert und restauriert.

Ein nicht ganz so überfüllter, aber ein wenig verwunschener Ort ist das Zauberflötenhäuschen im Garten der Stiftung Mozarteum. Es heißt, dass Mozart in dem kleinen Holzpavillon einen Teil seiner berühmten Oper geschrieben haben soll. Vielleicht entwickelte er darin auch die Figur des kauzigen, aber liebenswerten Papageno. Als heimlicher Star der Oper bringt er bis heute die Zuschauer zum Lachen. Die Künstlerin Hilde Heger war so fasziniert von dem unbekümmerten Vogelfänger, dass sie 1960 eine phantasievolle Brunnenfigur nach ihren Vorstellungen von ihm anfertigte. Der Papagenobrunnen auf dem kleinen, etwas versteckten Pagagenoplatz gehört zu den beliebtesten Werken der Künstlerin.

Wer Salzburg besucht, darf sich getrost auf eine kräftige Dosis Mozart einstellen. Seine Musik ertönt in zahlreichen Shops und Cafés in Endlosschleife und es gibt kaum ein Produkt in den Souvenir-Läden, auf dem nicht sein Konterfei abgebildet ist. Natürlich kommt man auch an den Mozartkugeln nicht vorbei, die von verschiedenen Herstellern in fast jedem Geschäft angeboten werden. Wer sich allerdings das Original auf der Zunge zergehen lassen möchte, findet die wirkliche Mozartkugel nur in der Konditorei Fürst. Die feinen Pralinen aus Nougat, Pistazie und Marzipan werden dort seit 1890 von Hand hergestellt. Mangels Schutzrechten gibt es unzählige Nachahmer-Produkte, die alle von sich behaupten, die „echte Mozartkugel“ zu sein. Ob das Original von Fürst tatsächlich die beste Nascherei von allen ist, kann natürlich auch jeder selbst herausfinden, indem er sich einfach durch sämtliche Versionen probiert – natürlich in angemessenem Abstand, um Überzuckerung zu vermeiden …

Verflogen – ein Irrflug mit einem Happy Ending

Ein Pärchen auf dem Weg ins türkische Side steigt versehentlich in den Flieger ins ägyptische Hurghada

Manchmal schreibt das Leben Geschichten, die paradox und rührend zugleich sind. Über Pannen, die technisch unmöglich scheinen, und eine junge Liebe im reiferen Alter. Wie die des älteren Pärchens aus Bergkamen in Nordrhein-Westfalen, das seit ein paar Stunden im Flugzeug der Sun Express saß und den Sitznachbarn vom bevorstehenden Urlaub in der Türkei vorschwärmte. „Wieso Türkei“, sagte der Gesprächspartner irritiert, „wir fliegen nach Ägypten.“

Türkei oder Ägypten?

Es sind Momente wie diese, in denen sich mitunter paradoxe Gespräche entspinnen. Hildegard S. und ihr Lebenspartner Erhard W. flachsten mit dem jungen Mann, der sie offensichtlich hochnehmen wollte, ein paarmal hin und her, amüsierten sich über seinen skurrilen Humor und wurden erst unruhig, als der Mann hartnäckig blieb: „Wir fliegen nach Hurghada.“
Um dem vermeintlichen Unsinn ein Ende zu bereiten, rief das Pärchen die Stewardess. Doch es blieb dabei: Anstatt über Ephesus zu fliegen und ihren Pauschalurlaub am Strand von Side zu verbringen, überquerten die Rentner nun Kairo, die Pyramiden von Gizeh und füllten die Einreisekarten für die Ankunft am Roten Meer aus.

Bei der Besatzung des Sun-Express-Fluges lösten die „Blinden Passagiere“ allerdings eine gewisse Unruhe aus. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, meinte der Kapitän, der zunächst auch nicht wusste, wie er mit den ungeplanten Fluggästen umgehen sollte. Nur einer blieb cool: Erhard W. Der 68jährige lächelt verschmitzt, wenn er an den Flug zurückdenkt. „Ich war ziemlich gespannt, was jetzt passieren wird. Für mich war das ein kleines Abenteuer und ich hätte nie gedacht, dass so etwas heute noch möglich ist. Außerdem bin ich ja das erste Mal überhaupt geflogen.“

Trotzdem hätte sich der gesundheitlich angeschlagene Rentner auf eine baldige Ruhepause und ein Hotelbett gefreut. In Hurghada war er schließlich noch nie gewesen und inzwischen seit 3 Uhr morgens auf den Beinen. Doch nach einigen hektischen Telefonaten zwischen der Besatzung und dem Reiseveranstalter stand fest: Die beiden Senioren mussten im Flugzeug bleiben und gleich wieder zurück nach Deutschland fliegen. Zehn Stunden nach dem Start in Hannover war das Pärchen wieder dort, wo es schon um 6 Uhr morgens gewesen war: In der Schalterhalle des Flughafens Hannover.
Noch immer kein Klagen, keine Beschwerden. Aber über das angebotene Hotelzimmer waren die beiden Niedersachsen dann doch richtig froh. Und darüber, dass gleich zwei Mitarbeiter des Veranstalters ihre Koffer trugen und sie mit aufs Zimmer begleiteten.

Falsche Bordkarten

Inzwischen war auch klar, wo der Fehler gelegen war. Die Beiden, bestätigt Tui-Pressesprecherin Kathrin Spichala, hatten zwar Tickets für den Türkei-Flug, erhielten aber nach längeren Diskussionen über ein zusätzliches Handgepäckstück, das medizinische Hilfsmittel enthielt, irrtümlich Bordkarten für den Ägypten-Flug ausgehändigt. Da der Hurghada-Flieger früher startete als der in die Türkei hatte das Bodenpersonal schon während der Diskussion über das Handgepäck zur Eile gedrängt. „Sie müssen sich beeilen. Es geht gleich los!“, erzählt Hildegard S. von einem aufregenden Einsteigen in das Flugzeug, bei dem sie zwar auf das Gate, aber in der Hektik nicht mehr auf die Anzeige am Flugsteig geachtet hätte. Und außerdem: Wer geht schon davon aus, ins falsche Flugzeug gelassen zu werden?

Am Tag danach waren die beiden Rentner erleichtert, nach der Hotelnacht in Hannover nun tatsächlich nach Antalya zu fliegen. Dass der Start um 6 Uhr morgens war, ließ sie ebenso kalt wie der Umstand, dass in der Türkei dann ein Koffer fehlte und ein zweiter beschädigt war.

Wichtig war für die beiden nur, auf ihrer ersten gemeinsamen Flugreise zu sein. Denn diese Geschichte ist nicht nur die Geschichte eines kuriosen Irrfluges, sondern auch die einer großen Liebe.

Neue Liebe, erster Irrflug

Erst vor einem Jahr hatten sich der damals tieftraurige 68jährige Witwer und die ebenfalls inzwischen alleinstehende gleichaltrige Frau kennengelernt. „Er ist so wunderbar“, schwärmt sie und schaut ihm in die Augen: „Er schafft es, mich immer wieder zum Lachen zu bringen.“ Und ihr neuer Lebenspartner hat in den vergangenen zwölf Monaten nicht nur eine Krebserkrankung hinter sich gelassen, sondern durch die quirlige und lebensfrohe neue Gefährtin auch seine schweren Depressionen überwunden. Das pure Glück strahlen die beiden aus, als sie endlich Arm in Arm am Strand von Side stehen und den Sonnenuntergang genießen.

Es waren viele Umwege durch fast ein ganzes Leben, die sie zueinander führten. Kein Wunder, dass sie sich von dem kleinen Abstecher nach Hurghada nicht erschüttern ließen.

Wann Sie am besten buchen und fliegen

Schon an den großen Jahresurlaub 2015 gedacht? Ein Langstreckenflug kann teuer sein. Auf der Jagd nach einem günstigen Ticket bemühen sich Fernreisende deshalb so früh wie möglich um einen Flug.

Aber wie sehr müssen wir uns tatsächlich bei der Buchung beeilen und wieviel Zeit haben wir? Das hängt auch von unserem Reiseziel ab.

90 Tage Abstand zwischen Buchung und Flug sollen im Durchschnitt genügen. Dann soll der Flug nämlich am günstigsten sein. Diese drei Monate hat zumindest die Flugsuchmaschine Skyscanner ermittelt. Dafür wurden über drei Jahre hinweg Millionen von Flugbuchungen analysiert. Einige Beispiele für innereuropäische und interkontinentale Flüge skizzieren wir hier.

Flug nach London

Tower Bridge, Big Ben, Madame Tussaud’s und das Riesenrad London Eye – denken Sie auch an eine Stadtbesichtigung in London?
Für den Flug nach London kommen Sie mit den zwölf Wochen Vorlaufzeit gut hin. Bei einem Durchschnittspreis von 205 € soll eine Ersparnis von über 35 Prozent drin sein.

Flugtickets nach Barcelona

Ähnlich sieht der Zeitkorridor bei einem Ausflug nach Barcelona aus, dessen Bauwerke vom Architekten Antoni Gaudi geprägt wurden.
13 Wochen vor Abreise sparen Sie hier noch über 12 Prozent und können ein Ticket für 168 € bekommen.

Mallorca-Flüge

Wir bleiben in Spanien. Ganz in der Nähe liegt der Deutschen liebste Ferieninsel Mallorca.

Den optimalen Flugpreis soll es sieben Wochen vor Anreise geben. Der Tarif fällt bezogen auf das teuerste Ticket um 15 Prozent auf ungefähr 197 €.

Ob Barcelona, Mallorca oder London: Beste Sparchancen haben Sie jeweils im Monat November.

Flüge nach New York

Ihren Aufenthalt im Big Apple sollten Sie großzügig planen.

Wer 19 Wochen vorher zur Buchung bereit ist, kann auf einen Vorteil von über elf Prozent hoffen. Damit würde der Flug ca. 624 € pro Person kosten. Preisgünstigster Monat wäre Februar.

Flug nach Dubai

Dubai ist die Stadt der Superlative.

Wer geschickt vorgeht, spart auf den Flug ins Emirat sage und schreibe 45 Prozent. Allerdings müsste man dafür ein halbes Jahr vor der Reise buchen und würde dann ca. 410 € für Hin- und Rückflug bezahlen. Ergiebigster Monat ist Juni.

Reisetag entscheidend

Neben der Vorausbuchung ist auch der Wochentag des Flugs entscheidend. Dies hat eine ähnliche Studie von KAYAK ergeben. Unterschiede ergeben sich zwischen innereuropäischen und Fernflügen nach Amerika, Asien oder Afrika. Während Sie Langstrecken eher Dienstag oder Mittwoch fliegen sollten, empfehlen sich für Europaflüge Freitag oder Montag.

Jetzt wissen Sie, worauf es bei der Flugsuche ankommt. Vielleicht lohnt sich ein Blick auf Skyscanner

Nicht vergessen: Gleichermaßen können Sie bereits Ihren Flughafen-Parkplatz online reservieren. Tun Sie dies, sobald Ihr Abreise-Flughafen fest steht. Über Parken-und-fliegen können Sie bis 30 Tage vor Anreise Frühbucherrabatte abholen, wenn Sie beispielsweise an den Flughäfen Frankfurt oder Düsseldorf parken. Haben Sie einen Flug in der entsprechenden Jahreszeit, können Sie auch unser Winterspecial buchen.

Sehenswerte Orte in Brasilien

Kurz nach der Fußballweltmeisterschaft vom 12. Juni bis 13. Juli ist Brasilien das bekannteste Land der Welt. Viele Orte haben wir zumindest am Bildschirm bestaunen können.

Der ein oder andere wird vielleicht schon von seinem nächsten Fernurlaub träumen und Brasilien als Reiseziel auserkoren haben. Diesen Lesern bietet der parken-und-fliegen Blog schon einmal einen Vorgeschmack auf ein Land voller Gegensätze. Praktische Infos zur An-und Abreise, eine kleine Landeskunde sowie ausgewählte touristische Höhepunkte finden Sie hier.

Flug und Reisevorbereitungen

Europäische und amerikanische Fluggesellschaften fliegen brasilianische Flughäfen an. Direktflüge nach Rio de Janeiro, Sao paulo oder Salvador starten am Flughafen Frankfurt. Die Flugzeit nach Sao Paulo beträgt dabei etwa zwölf Stunden. Entsprechend länger dauern Flüge mit Zwischenstopp am Heimatflughafen der gebuchten Fluglinie.

Bei längerer Abwesenheit empfehlen wir die Anmietung eines günstigen Flughafen-Parkplatzes in Frankfurt. Viele Passagiere reagieren überrascht, wenn sie die Parkgebührenabrechnung am Ende ihres Urlaubs sehen. Bei parken-und-fliegen reservieren Sie bequem noch vor Abreise und parken preiswert und nahe am Flughafen Frankfurt. Bei weitem Anfahrtsweg lohnt sich auch ein Hotel am Flughafen mit Parken in einem.

Einreiseinformationen für Brasilien finden Sie beim Auswärtigen Amt.

In Brasilien liegt die Zeitverschiebung gegenüber Mitteleuropa zwischen 3 und 7 Stunden. Je nachdem, in welche Zeitzone des Landes Sie reisen, ob in Mitteleuropa Sommer- oder Winterzeit gilt.

Wichtig für Ihre Reiseplanung: Beachten Sie, dass auf der südlichen Erdhalbkugel die Jahreszeiten um ein halbes Jahr versetzt eintreten.

Über das Land

  • Namensherkunft: Pau-Brasil portugiesisch für den Brasilholzbaum (brasa =Glut)

In der Landesbezeichnung schwingt also bereits das feurige Temperament seiner Menschen mit.

  • Einwohner: ca. 202 Mio.
  • Fläche: ca. 8,5 Mio. qkm

Der Fläche und Einwohnerzahl nach gesehen ist Brasilien der fünftgrößte Staat der Erde und der größte Südamerikas. Brasilien grenzt an alle südamerikanischen Staaten außer Chile und Ecuador.

  • Hauptstadt: Brasilia
  • Amtssprache: portugiesisch
  • Währung: Real
  • Unabhängigkeit von Portugal: 1825
  • Klima: zumeist tropisch, aber auch subtropische Lagen im Süden mit gemäßigterem Klima und regenreiches Amazonasbecken
  • Landschaft: Regenwälder, Amazonas Tiefebene, Hochplateaus und Gebirge im Süden
  • Wichtigster Fluss: Amazonas mit 209.000 m³/s Wasserführung, daher wasserreichster Strom der Erde

Osten und Süden des Landes sind am dichtesten besiedelt. Entlang der Atlantikküste befinden sich die meisten Großstädte.

Höhepunkte einer Brasilien-Reise

Städte unsicher machen oder die Natur genießen. Wer bis nach Brasilien reist, sollte sich die Zeit nehmen und beides miteinander verbinden.

Rio de Janeiro: Die Sieben-Millionen-Metropole steht wie keine andere für den brasilianischen Lebensstil und ist doch so ambivalent. Denn Samba, Karneval und Strand sind hier ebenso vorhanden wie die Favelas an den Hügeln der Stadt. Ein Drittel der Cariocas – so nennen sich Rios Bewohner – lebt in den Armutsvierteln, in denen soziales Elend und Gewalt vorherrschen. Hartes polizeiliches Durchgreifen mag nur kurzfristig Stabilität bringen, langfristig wären Beschäftigungs- und Wohnbauprogramme, ein verbessertes Bildungs- und Gesundheitssystem die Lösung. Die Regierung wird sich an den Versprechen messen lassen müssen, die sie vor der Fußball-Weltmeisterschaft abgegeben hat.

Besucher überblicken die Stadt am besten am Corcovado ca. 700 m über dem Meeresspiegel, am Fuße der 30 m hohen Christusstatue. Die Zahnradbahn fährt Sie bis zum Gipfel.

Postkartenmotiv und Symbol der Stadt ist der Zuckerhut, der an der Guanabara-Bucht kegelförmig 396 m in die Höhe ragt. Die Seilbahn bringt Sie nach oben.

Nach so viel Aussicht wird es Zeit für Erholung. Die Copacabana bietet mit über 4,5 km Strandlänge genügend Möglichkeiten. Ipanema heißt der eleganteste Strandabschnitt in Rio de Janeiro.

Sao Paulo: Die größte Stadt Südamerikas ist mit ihren 17 Millionen Menschen eine wahre Megalopolis. Die Metropole ist wirtschaftlich äußerst dynamisch und hat dank der Migrationsgeschichte ein breit gefächertes Kulturangebot.

Salvador da Bahia: Die ehemalige Hauptstadt Brasiliens ist das Zentrum der afrobrasilianischen Kultur. Hier sind viele historische Gebäude aus der Kolonialzeit zu finden.

Manaus am Amazonas: Die Stadt Manaus ist ein günstiger Ausgangspunkt für eine Erkundung des Amazonasgebiets. Das Fluss- und Waldsystem bedeckt halb Brasilien und zieht sich bis in die Nachbarländer. Im Dschungel haben bis zu 15.000 Tierarten ihr Zuhause.

Reiche Flora und Fauna im Westen: Am westlichen Ende Brasiliens liegt das menschenleere Pantanal. Das Schwemmland ist halb so groß wie Frankreich und geht in die Nachbarländer Paraguay und Bolivien über. Beobachten Sie hier Tiere aller Art in ihrer natürlichen Umgebung.

Rio Iguacu: Das Naturschauspiel der Iguacu-Wasserfälle sollte man sich nicht entgehen lassen. Die Fälle des Rio Iguacu Flusses stürzen sich im Dschungel bei Argentinien und Paraguay 80 m tief herab und breiten sich bis zu 3 km aus. Die Wanderpfade sind zwischen August und November begehbar, in der übrigen Zeit möglicherweise wegen Überschwemmungsgefahr gesperrt.

Kleiner Tipp zum Schluss: Organisieren Sie sich für Ihre überregionale Reise durch Brasilien einen sog. Airpass. Da Sie die weiten Strecken wahrscheinlich per Flugzeug zurücklegen werden, kommen Sie damit an vergünstigte Inlandflüge.