Einen Reise-Budgetplan erstellen

Dirk „DC“ Loew betreibt den planetenreiter Reiseblog seit 2013 und reist nach dem Motto „No busca nada – Ich suche nichts“. Uns schildert er, wie man mit einer handfesten Reise-Budgetplanung am besten sparen kann.

Geld sparen auf Reisen ist gar nicht so einfach: Wer zuhause ein Sparbrötchen ist, packt unterwegs vielleicht die heimlich mitgenommenen Spendierhosen aus, um dann später festzustellen, dass die Taschen darin viel zu tief waren. So ist mir das früher des öfteren auf meinen Reisen passiert. So wirklich über das Budget und was ich unterwegs ausgeben kann, habe ich erst dann nachgedacht, als wir unsere dreimonatige Weltreise geplant haben. Aber mit einer recht einfach zu erstellenden Budgetplanung lassen sich auch Wochenendtrips oder zwei Wochen Malle gut planen.

Vorab: Leg dir ein cleveres und flexibles Reise-Konto an

Optimalerweise legt man sich das gesamte Budget für eine Reise „zur Seite“ oder, das wäre mein erster konkreter Tipp, man legt es auf ein gesondertes Konto. Dann gehen von diesem Reisekonto keine Ausgaben ab, man kann gezielt ansparen, und hat dann einen gewissen Betrag für die Reise zur Verfügung. Das kann auch ein Unterkonto des bestehenden Hauptkontos sein, dann bleiben die Kosten dafür im Rahmen.

Es gibt einige neue Finanz-Startups, welche kostenlose Konten anbieten, auf die man z.B. per Handyapp weltweit Zugriff hat. Praktischerweise kann man für diese Konten oft noch zusätzlich eine EC Karte oder eine Kreditkarte erhalten, so dass man später unterwegs mit den Karten nur für dieses Konto seine Ausgaben bestreitet. Und, Vorteil Nummer drei: Einige dieser Kreditkarten bieten an, mit ihnen weltweit kostenlos Bargeld an Geldautomaten abzuheben. So kann man einen sehr ärgerlichen und oft sehr teuren Kostenblock von vornherein ausschliessen: Denn wer mit seiner Kreditkarte, welche z.B. bei vielen Girokonten dazugehört Bargeld am Geldautomaten zieht, zahlt mindestens 1% der abgehobenen Summe an Gebühren, oder manchmal einen festen Betrag, welcher bis zu zehn Euro betragen kann.

Kostenblöcke mit Excel verwalten

Für die eigentliche Übersicht des Budgets erstelle ich eine Excel bzw. Numbers – Tabelle, auf der ich die täglichen Ausgaben eintrage. So kann man sehr leicht sehen, wo man steht, und was noch an Geld über ist. Es gibt auch Apps für eine solche Budgetverwaltung bzw. diverse Finanzverwaltungsprogramme, aber die erscheinen mir oft zu mächtig und überladen. Eine einfache Tabelle verrichtet immer ihren Dienst, ich kann offline darauf zugreifen, brauche niemandem meine Daten geben, und kann die Tabelle ggf. auf Handy oder Tablet führen.
Die Kostenblöcke, welche man für seine Planung kennen muss, sind dann recht einfach zu organisieren.

Erstmal eine Excel-Datei anlegen: Kosten sparen mit einem Reisebudgetplan © pexels

Die Kalkulation in Einzelschritten

    1. Flug

    Die Kosten für Flugtickets lassen sich über diverse Flugticketportale vorab erfragen. So kann man eine gewisse Preisspanne ermitteln. Laut diversen Untersuchungen sind Flugtickets ca. acht Wochen vor Abflug am günstigsten. Das zu wissen ist praktisch, und erspart einiges an Zeit und Recherche!

    Lesetipp: Dank Error Fare günstig Business Class fliegen

    2. Unterkunft

    Für den Kostenblock „Unterkunft“ stelle ich mir ein tägliches Limit für die Übernachtung. Dies variiert nach Land, Ansprüchen und dem Gesamtbudget. Wer weiß, dass in seinem Reiseland die Doppelzimmer in anständigen Hotels um die 50 Euro kosten, oder ein Bett im dorm room um die 20 Euro, der multipliziert sein Unterkunftsbudget pro Tag mit der Anzahl der Tage seines Aufenthalts. Beispiel: Bei drei Wochen unterwegs (21 Übernachtungen) mit einem Bettenbudget von 20 Euro pro Nacht (in Hostels in Peru ist das durchaus realistisch, in Südostasien auch; in Japan, der Südsee und der Schweiz wahrscheinlich eher nicht) kommt man dann für den Kostenblock „Unterkunft“ auf insgesamt 420 Euro. Täglich in der Budgettabelle geführt, freut man sich dann sehr, wenn man mal unter dem geplanten Tagesbudget liegt, dann kann man sich ggf. an anderen Tagen etwas mehr gönnen und im Hostel ein Einzelzimmer beziehen.

    3. Verpflegung

    Weitere Kostenblöcke, die man vor Reiseantritt recherchieren sollte, sind Ausgaben für Essen und Trinken sowie Eintritte in Sehenswürdigkeiten. Besonders der letzte Punkt enthält manchmal unliebsame Überraschungen. Aber es gibt viele Reiseblogs sowie Tripadvisor, welche Auskunft darüber geben können, wie teuer Eintritte vor Ort sind. So kann man auch herausfinden, was man für Essen täglich einplanen muss: von Streetfood bis zum Sternerestaurant ist hier die Bandbreite wirklich groß (aber jeder kennt ja seinen eigenen Anspruch).

    4. Sightseeing und Co.

    Beim Thema Eintritte in Sehenswürdigkeiten lohnt sich definitiv eine Vorab – Recherche. Beispiel: In einem ansonsten recht preiswerten Land wie Peru kostet der Eintritt pro Person nach Machu Picchu (ungefähr) 20 Euro. Das mag nicht so viel erscheinen für eines der bekanntesten Bauwerke des Planeten, allerdings muss man noch einen Shuttlebus bezahlen, welcher einen den Berg hinauf bringt, und der kostet noch mal ca. 20 Euro. Das ist die Sorte von Überraschungen, die man mit einer gezielten Recherche und Planung doch ausschließen möchte.

    Reise-Budgetplan, Reisebudget, Reisekosten

    Wieviel möchte ich ausgegeben? © pexels

Fazit: Je weniger Budget, desto genauer solltest du planen!

Ich weiß, der gesunde Menschenverstand ist irgendwie aus der Mode gekommen. Aber als Reiseblogger und Traveller möchte ich ihn pflegen: Als Faustregel gilt also: Je weniger Gesamtbudget ich habe, desto genauer sollte ich planen und recherchieren, und mich bzw. mein Budget täglich kontrollieren. Denn nichts ist doch nerviger, als unterwegs festzustellen, dass einem die Kohle in zwei Wochen ausgehen wird!

Wie bekommt man den besten Sitzplatz im Flieger?

Flugzeug, Fliegen

Welcher ist der beste Platz? © skitterphoto.com/pexels.com

Hauptsache Sitzplatz? Das gilt nicht fürs Flugzeug: Wer schon einmal geflogen ist, weiß, dass der Reisekomfort an Bord von den eigenen Vorlieben abhängt – und davon, wie gut der Sitzplatz diesen Bedürfnissen entspricht. Doch woher weiß ich, welcher Platz im Flugzeug der Beste ist und wo befindet er sich im Sitzplan des Flugzeugs?

Die wichtigsten Fragen möchten wir im Folgenden beantworten. Denn was alle Fluggäste vereint, ist der Wunsch, sich die Reise so komfortabel wie möglich zu machen. Der ideale Flug beginnt dabei auch schon vor dem Boarding und zwar mit der Anfahrt bzw. dem Parken: Mit der Hilfe von Parken und Fliegen beispielsweise kann das eigene Auto bequem am Flughafen geparkt werden – natürlich inklusive Transfer zur Abflughalle zu im Verhältnis zu den Flughäfen selbst sehr moderaten Kosten:

Parken am Flughafen, Flughafenparken

In der Luft sorgt die Wahl des richtigen Sitzplatzes für eine behagliche Reise. Dabei entscheidet nicht nur die Wahl zwischen Economy und Business über einen entspannten Flug.

8 Wege an Bord: Wie finde ich den besten Sitzplatz?

Den wahren, ultimativen Sitzplatz im Flugzeug gibt es nicht – wohl aber den besten Platz für die eigene Vorstellung von Reisekomfort. Je nach Fluglinie können sich die einzelnen Sitzreihen stark unterscheiden. Hier sind einige Tipps, wie Fluggäste den besten Sitzplatz für sich finden können.

Der richtige Platz für viel Bewegungsfreiheit

Gerade bei Billiganbietern wird kein Platz verschenkt; hier kann es also eng werden. Die Beinfreiheit errechnet sich dabei aus dem Seat-Pitch (Abstand zwischen zwei Sitzen) abzüglich der Sitzlehnentiefe. Bei einer Boeing 737 oder einem Airbus A320 sind hier 76-81 Zentimeter (30-21 Zoll) üblich, was bei einer Flugdauer von 2-3 Stunden in der Regel als ausreichend empfunden wird. Kritisch wird es jedoch bei 73 Zentimetern (29 Zoll) – und in der letzten Reihe, die kein Verstellen der Sitzlehnen zulässt.

Abgesehen von der Beinfreiheit zählt auch der Abstand zum Sitznachbarn: Während man am Fenster noch ein wenig Richtung Wand ausweichen kann, ist auf dem Mittelsitz am wenigsten Platz. Am Gang dagegen ist mehr Luft – hier muss man auch niemanden zum Aufstehen nötigen, wenn man sich einmal die Beine vertreten möchte.

Etwas mehr Bewegungsraum im Sitzen bietet je nach Flugzeugtyp die Reihe am Notausgang oder hinter dem Vorhang der First Class. In Maschinen ohne Business Class empfiehlt sich auch die erste Reihe: Hier gibt es meist einen Extra-Abstand zur Wand und außerdem existiert kein Vordermann, der seine Lehne zurückklappen kann.

Übrigens: Für ein wenig kostenlose Extra-Bequemlichkeit lässt man sich beim Einsteigen Zeit: Wer spät kommt, kann mit geübtem Blick leere Plätze oder sogar leere Sitzreihen ausfindig machen und sich nach der Ansage „Boarding completed“ bequem dort niederlassen.

Der richtige Sitzplatz bei Flugangst

Bei Flugangst hilft es oft schon, möglichst weitab vom Triebwerkslärm zu sitzen: Das ist meist im vorderen Teil der Economy Class der Fall. Wem dagegen vor allem Turbulenzen zu schaffen machen, der sitzt direkt über den Tragflächen am besten. Bei vorherrschender Angst vor Abstürzen kann die Nähe des Notausgangs hilfreich sein – außerdem wirkt die Vorstellung, „jederzeit“ aussteigen zu können, oft beruhigend. Ansonsten empfiehlt sich der hintere Flugzeugteil: Statistisch betrachtet gilt dieser als der sicherste Teil, da er im Fall eines Absturzes in der Regel ganz bleibt.

Der richtige Platz im Flugzeug für Eltern mit Kind

Ideal sind hier Plätze hinter einer Trennwand: So stoßen Kinder den Vordermann nicht ständig versehentlich an, was gerade auf längeren Flügen Konflikte vermeidet. Außerdem bieten diese Plätze etwas mehr Bewegungsfreiheit.

Wer die beiden äußeren Plätze einer Dreierreihe bucht, kann oft auch den dritten (leerbleibenden) Sitz für sich beanspruchen. Hilft dies nicht, ist der Besitzer des Mittelteils oft gern zum Tausch bereit.

Der richtige Platz für die beste Aussicht

Ohne Fenster keine Aussicht – so weit ist alles klar. Doch bei der Buchung für den schönsten Blick gibt es noch mehr zu beachten: In der Nähe der Tragflächen ist die Sicht eingeschränkt. Auf der linken Seite der Maschine sind die Fenster außerdem oft versetzt zu den Sitzen angeordnet, so dass manche der vermeintlichen Fensterplätze überhaupt keinen Blick nach draußen zulassen. Außerdem wirken sich Tageszeit und Flugrichtung unter Umständen ebenfalls aus: Bei grellem Sonnenschein kann es nötig werden, das Rollo herunterzuziehen – und damit hat sich leider auch die Aussicht erledigt.

Der richtige Platz für Eilige

Wer es eilig hat, bucht am besten einen Gangplatz in den ersten Reihen bzw. nahe des Aus-/Einstiegs. Hier können jedoch je nach Fluglinie Zusatzkosten anfallen (teils auch mit Prämienmeilen abgeltbar).

Der richtige Platz für XXL-Fluggäste

Eine wichtige Rolle spielt die Breite des Sitzplatzes: Um Gewicht einzusparen, reduzieren die Fluglinien nicht nur beim inneren Aufbau, sondern auch bei der Breite der Sitze. Während 48 Zentimeter (19 Zoll) noch geräumige Bequemlichkeit garantieren, sorgen 43 Zentimeter (17 Zoll) bei wohlmöglich reduziertem Abstand zum Nachbarn für (sehr) beengte Sitzverhältnisse.

Für großgewachsene Reisende empfiehlt sich daher die Buchung eines Gangplatzes oder – falls vorhanden wie z.B. bei Condor, Swiss Air, Vueling oder Etihad – die Reservierung eines ausgewiesenen XL-Sitzes: Diese bieten besondere Beinfreiheit und besitzen außerdem einen Extra-Abstand zum Nebensitz. Bei Airberlin sieht man auf einem Sitzplan der Flugzeuge (Kurz- und Mittelstrecke), wo sich die XL-Seats befinden. Ähnlich wie für andere bevorzugte Sitzplätze erheben die Fluglinien dabei unterschiedliche Zusatzgebühren für XL-Sitze, die sich teils ebenfalls mit Meilen abgelten lassen.

Achtung: Fluggäste, die nicht auf einen einzelnen Sitz passen, haben je nach Vorgabe vorab einen zweiten Sitz dazu zu buchen. Hier ist darauf zu achten, dass die Armlehnen zwischen den Sitzen auch wirklich hochzuklappen sind.

Der richtige Platz für Lärmempfindliche

Wer an Bord in Ruhe lesen, arbeiten oder schlafen möchte, bucht einen Fensterplatz in einer Sitzreihe fernab von Bordküche und Toiletten: Hier wird er am wenigsten durch Geschirrklappern oder vorbeigehende Mitreisende gestört und kann außerdem den Kopf anlehnen. Außerdem ist darauf zu achten, dass sich in der Nähe keine ausgewiesenen Kinderkörbchen befinden.

Der richtige Platz für Hungrige

Wer von heißen Speisen und vor allem von einer noch möglichst großen Auswahl profitieren will, bucht seinen Platz am besten weit vorn oder weit hinten. Wer sein Essen noch schneller bekommen möchte, bucht je nach Fluglinienangebot und Geschmack Sondergerichte wie etwa gluten- oder laktosefreie Speisen.

Wie finde und reserviere ich meinen Sitzplatz?

Kabinen-Ratgeberportale wie Seatguru oder Seatexpert haben sich darauf spezialisiert, Flugreisenden bei der Suche nach dem idealen Sitzplatz zu helfen: Vorteile und Nachteile werden passend zur Flugnummer eindeutig ausgewiesen. Wer möchte, kann hier sogar direkt buchen. Auch Fluglinien bieten online oder auf Anfrage oft Sitzpläne ihrer Flugzeuge an.

Um sich den Wunschplatz zu sichern, bietet sich bei bereits gekauften Tickets der Online-Check-in statt der direkten Sitzplatzbuchung beim Check-in am Abflugtag an. Wer einen bestimmten Sitz in einer bestimmten Reihe buchen möchte, bucht hier so früh wie möglich. Wer dagegen lieber viel Platz für sich haben möchte, lässt sich lieber Zeit: Wenn sich die Sitzreihen bereits gefüllt haben, ist besser abzusehen, wo der Nachbarsitz eventuell leer bleiben könnte.

Die Buchung des gewünschten Sitzplatzes ist nicht immer kostenfrei. Gerade bei Billigfliegern und/oder Langstreckenflügen lohnt sich die Investition jedoch. Meilensammler bekommen auf Nachfrage außerdem oft Updates angeboten.

Service und Komfort an Bord

Schon am Flughafen bieten die verschiedenen Fluggesellschaften unterschiedliche Dienstleistungen. Reisende aus der First oder Business Class bekommen hier natürlich mehr geboten als die Gäste der Billigfluglinien – dazu gehört zum Beispiel eine gemütliche Wartezeit in einer komfortablen Lounge.

An Bord kümmert sich das Flugpersonal darum, den Aufenthalt für alle Fluggäste so angenehm wie möglich zu machen. Wer jetzt noch Sonderwünsche hat, wird bei einer höflichen Anfrage meist die Erfahrung machen, dass Freundlichkeit an Bord hier und da kleine Wunder bewirken kann.

Nützliche Accessoires gegen schlechte Sitzplätze

Manchmal hat man einfach Pech: Der Flieger bis auf den letzten Platz besetzt und bei der Buchung waren die besten Plätze längst weg. Einfache Tricks können aber bewirken, dass der Flug doch entspannt verläuft: Ohropax helfen gegen Fluglärm und nervige Nachbarn, eine Schlafmaske blendet lästiges Licht aus und ein aufblasbares Not-Nackenhörnchen schafft eine bequeme Distanz zur Umwelt.

Denken Sie auch gerne an unsere Dienstleistung und ersparen Sie sich unnötigen Stress bei der Anreise zum Flughafen, also zum eigentlichen Startpunkt der Reise. Bei uns können Sie einen Parkplatz vorab online buchen oder auch gleich die Nacht davor am Flughafen übernachten (der Parkplatz für den gesamten Reisezeitraum ist dann inklusive):

Hotel am Flughafen

Quellen und weitere Informationen:

travelbook.de: Wie finde ich den besten Sitzplatz für mich im Flugzeug?

billigflieger.de: 5 Tipps, wie ihr den besten Platz im Flugzeug ergattert

rp-online.de: Wo sind die besten Plätze im Flugzeug?

airliners.de: Wie Economy Class-Passagiere den besten Sitzplatz finden

sueddeutsche.de: Reise-Tipp – Der beste Platz im Flugzeug

seatguru.com – Airline seat maps, flight shopping and flight information

Flughafenhotel.net: Ausgefallene Reiseziele

Das Phänomen Flugangst – was tun? Ursachen, Tipps und Tricks

Außer Steven Spielberg, dem Dalai Lama und Til Schweiger kennt es insgesamt ein Drittel aller Flugpassagiere: Schon beim Gedanken an die kommende Flugreise klopft das Herz. Auf der Gangway möchte man die Reise am liebsten canceln und sobald die Maschine auf die Startbahn rollt, hat man nur noch einen Gedanken: Raus hier!

Die Angst vorm Fliegen äußert sich durch Herzrasen, Übelkeit, Platzangst und Panikattacken. Wie und warum Flugangst auftritt, kann verschiedene Gründe haben – mit diesen Tipps und Tricks lassen sich die Ursachen der offiziell als „Aviophobie“ bezeichneten Angst bekämpfen.

Was ist Flugangst?

„Flugangst“ bezeichnet ein breit gefächertes Phänomen: Sie kann beim ersten Flug oder erst nach zahlreichen entspannten Reisen auftreten und die Symptome reichen von leichtem Unwohlsein bis hin zu Zittern und Nervenzusammenbrüchen; manchmal wird sie durch Turbulenzen ausgelöst, manchmal überfällt den Passagier eine anscheinend grundlose Angst. Eines haben alle Formen der Flugangst gemeinsam: Sie sind instinktive Reaktionen, die sich durch Vernunft und rationale Argumentation nicht einfach ausschalten lassen.

Fliegen mit Flugangst: 10 praktische Tipps

Um Flugreisen grundsätzlich so stressfrei wie möglich zu gestalten, lassen sich verschiedene Faktoren bereits im Vorfeld positiv beeinflussen:

1. Hektik und Stress vermeiden: Wer seine Reise ausgeschlafen, gut vorbereitet (wertvolle Tipps zur Vorbereitung finden sich in unserem Beitrag „Eine Checkliste für die Flugreise hilft, entspannt zu bleiben“) und ohne Zeitdruck bei Check-in und Sicherheitskontrolle antritt, für den sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich das flaue Gefühl im Magen durch den zusätzlichen Stress während des Fluges in Panik verwandelt.

2. Flüge am frühen Morgen oder in der Nacht vermeiden: Eine Störung des Tag- und Nachtrhythmus’ kann, wie übrigens auch Unterzuckerung, dazu führen, dass das Paniksystem schneller aktiviert wird.

3. Für Ablenkung sorgen: Gespräche mit (vertrauten) Mitreisenden helfen, die Nerven zu beruhigen. Auch Filme, Musik und (Hör-) Bücher können die Aufmerksamkeit fesseln. Das gilt nicht nur für den Flug selbst, sondern auch schon für den vorherigen Aufenthalt auf dem Flughafen.

4. Den Flughafen kennenlernen: Angenehme Besuche, bei denen etwas gegessen oder eingekauft oder die Besucherterrasse besichtigt wird, können die panische Angst beim tatsächlichen Flugtermin durch gute Erinnerungen besänftigen.

5. Einen Platz in der Business oder First Class buchen: Hier hat jeder Passagier mehr Platz zur Verfügung; außerdem herrscht mehr Ruhe. Beides kann deutlich zur Entspannung beitragen – das rechtfertigt den erhöhten Ticketpreis, wenn man bereits weiß, dass die Flugangst ein ständiger Begleiter ist.

6. Flugbegleiter informieren: Entgegen mancher Annahmen können Stewardessen und Stewards keine Beruhigungsmittel verabreichen. Doch wenn die Mitarbeiter der Fluglinie schon vor dem Start Bescheid wissen, werden sie sich besonders aufmerksam und geduldig um ängstliche Passagiere kümmern.

7. Den Körper entspannen: Wer gemütlich sitzt und sich körperlich mit progressiver Muskelentspannung oder autogenem Training zusätzlich beruhigt, ist auch für Angst weniger empfänglich.

8. Die verengte Sichtweise erweitern: Durch die achtsame Wahrnehmung der Umgebung wird die Konzentration auf die Panik vermindert. Welche Gegenstände sind im Flugzeug zu sehen? Wie viele Mitreisende tragen die Farbe Grün? Wie viele Frauen reisen mit?

9. Das Ziel visualisieren: Was erwartet Sie am Reiseziel? Was werden Sie als Erstes sehen, tun, essen? Worauf freuen Sie sich am meisten?

10. Beruhigungsmittel (informieren Sie sich dazu bitte auch in unserem Beitrag „Darf man Medikamente ins Flugzeug mitnehmen?“) nur in Ausnahmefällen einsetzen: Tranquilizer wirken in der Luft oft anders als am Boden – hier ist mindestens eine Absprache mit dem Hausarzt nötig. Außerdem tragen Beruhigungsmittel bestenfalls zu einer kurzfristigen Dämpfung der Angst, nicht aber zu ihrer tatsächlichen Beseitigung bei.

Panikattacken – Was bedeutet Panik überhaupt?

Panik ist eine Reaktion des Körpers, die durch ein psychisches Vorwarnsystem angesichts einer vermeintlich bedrohlichen Situation ausgelöst wird. Dabei verengt sich die Wahrnehmung auf die angenommene Bedrohung, andere Reize werden ausgeblendet. Dieser Flucht- bzw. Kampfreflex tritt nicht nur in der Luft auf – im Flugzeug kann sich die Panik jedoch weiter steigern, weil anders als im Bus oder Auto kein Anhalten und Aussteigen möglich ist.

Die Angst ums Überleben scheint hier konkret: Etwa die Hälfte der Aviophobiker befürchtet bei einer Panikattacke einen Absturz. Weitere 18% haben Angst vor Turbulenzen und 9% reagieren auf das Gefühl von Kontrollverlust und Ausgeliefertsein mit Panik. Berichte über reale Abstürze und Filme, in denen Flugzeugunglücke eine Rolle spielen, können diese Angst zusätzlich befeuern.

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Ein von Gemma Correll (@gemmacorrell) gepostetes Foto am

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Ein von Gemma Correll (@gemmacorrell) gepostetes Foto am

Was tun bei Panik im Flugzeug?

Viele Aviophobiker versuchen sich vor oder während des Fluges mit Alkohol zu beruhigen – dies kann das Gefühl des Kontrollverlusts jedoch noch zusätzlich verstärken und ist deshalb keine gute Idee. Am besten ist, Sie verzichten ebenso auf Kaffee und ähnliche „Wachmacher“, denn die durch den Konsum erzeugte Nervosität kann sich zur Flugangst steigern.

Viele Aviophobiker versuchen sich vor oder während des Fluges mit Alkohol zu beruhigen – dies kann das Gefühl des Kontrollverlusts jedoch noch zusätzlich verstärken und ist deshalb keine gute Idee. Am besten ist, Sie verzichten ebenso auf Kaffee und ähnliche „Wachmacher“, denn die durch den Konsum erzeugte Nervosität kann sich zur Flugangst steigern.

In akuten Fällen können neben den oben genannten Tipps folgende Tricks helfen:

  • Schauen Sie nicht aus dem Fenster
  • Atmen Sie bewusst ein und aus; bei Hyperventilation nehmen Sie eine kleine Tüte, in die Sie mit fast geschlossenen Lippen atmen
  • Sitzen Sie gerade und stemmen Sie die Beine fest auf den Boden der Maschine
  • Machen Sie sich bewusst, dass Panikattacken in der Regel nach einer halben Stunde enden und an sich nicht gefährlich sind

Was ist Platzangst?

Oft ist Flugangst eng verbunden mit Klaustrophobie, bei der Betroffene eine massive Angst vor Menschenmengen und räumlicher Enge haben. Jeder, der schon einmal geflogen ist, kennt die röhrenförmige Bauweise der Flugzeuge und weiß, dass man sich nach langem Sitzen in den beengten Sitzreihen darauf freut, endlich wieder die Beine auszustrecken. Bei Platzangst verwandeln sich diese lediglich unbequemen Gegebenheiten in eine bedrohliche Umgebung: Die Luft scheint knapp zu werden, man fühlt sich eingesperrt und der Druck im Brustkorb steigt.

Was tun bei Platzangst im Flugzeug?

Vorab empfiehlt es sich, je nach eigener Erfahrung

  • einen Platz am Gang (für schnelles Aufstehen),
  • am Fenster (zum in die Ferne sehen)
  • am Notausstieg (für maximale Beinfreiheit)

zu buchen. Die erste Sitzreihe vor der Wand sollte vermieden werden. In akuten Fällen können folgende Methoden helfen:

  • lockere und luftige Kleidung tragen bzw. Engsitzendes lockern
  • Belüftung einschalten und bewusst atmen
  • Flugbegleiter um einen anderen Sitzplatz bitten, der weniger beengend erscheint

Außerdem kann es helfen, sich für eine Weile in der Bordküche aufzuhalten oder – so unlogisch es auf den ersten Blick scheint – die Toilette aufzusuchen: Auch wenn dieser Raum noch kleiner ist als das Flugzeug, kann es hilfreich sein zu wissen, dass man den Raum eigenmächtig öffnen und „erweitern“ kann.

Fliegen ohne Angst: Flugangst überwinden

Eine professionelle Beratung kann Ihnen dabei helfen, entspanntes Reisen im nachweislich sichersten Transportmittel wieder möglich zu machen. Viele Fluglinien und Flughäfen arbeiten dafür mit Psychologen zusammen, die mit viel Erfahrung und einer professionellen Ausbildung darauf spezialisiert sind, Aviophobikern die Angst zu nehmen. Die Unterstützung durch die Profis kann dabei unterschiedlich aussehen.

Zum einen gibt es in den großen Flughäfen Flugangst-Ambulanzen, um Passagiere kurzfristig vor dem Antritt eines geplanten Fluges zu beraten: Hier lassen sich passend zum Flugtermin entsprechende Termine buchen. Für längerfristige Abhilfe und schwere Fälle sind ein- bis mehrtägige Flugseminare geeignet. Hier werden Ursachen erörtert und Strategien für den Umgang mit Flugangst erarbeitet.

Zu den möglichen Inhalten beider Beratungsformen gehört

  • aufkommende Angst erkennen und einen bewussten Umgang mit ihr entwickeln
  • Einüben von Verhaltensweisen, um diese Angst zu kontrollieren
  • Entspannungstechniken für die Vorbereitung und den „Ernstfall“
  • Gedankenstopp-Methoden erlernen, um negative Denkspiralen zu durchbrechen
  • Information über Sicherheitsvorkehrungen und die technische Ausrüstung moderner Flugzeuge

Je nach Ausmaß der Angst können auch Hypnose oder Flüge mit professioneller Begleitung (Konfrontationsbehandlung) geeignet sein, um die Flugangst zu reduzieren.

Denken Sie bitte auch an die Möglichkeit, bei Anreise mit dem Auto zum Flughafen einen Parkplatz mit anschließendem Shuttle zum Terminal zu buchen – eine gute Reiseplanung kann Stress reduzieren.So z.B. beim Parken nähe Flughafen Köln, wo auch Seminare angeboten werden!

Parken am Flughafen, Flughafenparken

Fazit

Flugangst hat eine schlechte und eine gute Seite: Die Schlechte ist, dass es sich dabei um eine „erworbene“ Reaktion handelt. Doch das ist gleichzeitig auch das Gute daran: Denn Erworbenes kann wieder verlernt werden. Deswegen lautet das wirkungsvollste Rezept gegen Flugangst ganz einfach Fliegen: Wer Flüge nicht vermeidet und sich aktiv mit seinen Ängsten auseinander setzt, reduziert seine Ängste meist schnell. Und ohne die körperliche und seelische Belastung durch Flugangst werden entspannte Reisen schließlich möglich.

Quellen und weitere Informationen:

wiwo.de: Flugangst-Tipps – so verhindern Sie die Panikattacke im Flieger

Darf man Medikamente ins Flugzeug mitnehmen?

Für Familie R. aus Berlin geht dieses Jahr ein Traum in Erfüllung: Vater Sven, Mutter Vanessa und Sohn Leon fliegen gemeinsam über Weihnachten nach Schweden, um die Feiertage in einer Blockhütte abends in wilder Natur und abbends vorm Kaminfeuer zu verbringen. Doch als Vanessa die Reiseapotheke, u. a. Tabletten gegen Fieber sowie Hustensaft, zusammenstellt, kommen ihr Zweifel: Wie war das noch mal – darf man Medikamente mit ins Flugzeug nehmen?

Die Antwort: Grundsätzlich ja. Allerdings existiert hierzu keine weltweit gültige Verordnung. Vielmehr richten sich die Bestimmungen nach Land, Zollbehörde, Fluggesellschaft und der aktuellen Sicherheitslage. Wir von Parken und Fliegen wollen in diesem Zusammenhang Licht ins Dunkel bringen und erläutern, was Sie bei der Mitnahme von Medikamenten im Flieger beachten müssen.

Gerade, wenn Sie in den Ferien häufig kränkeln, sei Ihnen noch ein Hinweis ans Herz gelegt: Buchen Sie sich am Abend vor dem Abflug einfach im Flughafenhotel ein. Dadurch kommen Sie ausgeschlafen, entspannt und ohne zu hetzen am Terminal an, und vermindern so das Risiko z. B. eines Infekts während des Urlaubs.

Hotel am Flughafen

Medikamente im Flugzeug: Handgepäck oder Koffer?

Medikamente dürfen ins Flugzeug mitgenommen werden, sofern sie für den persönlichen Gebrauch des Reisenden bestimmt sind. Es gibt aber ein paar Unterscheidungen.

  • nicht-verschreibungspflichtige Arzneimittel in fester Form (Tabletten, Kapseln, Pulver) dürfen ins Handgepäck

Die Ibuprofen aus der Reiseapotheke der Familie R. können ganz unbedenklich in der Handtasche mit nach Schweden reisen.

  • nicht-verschreibungspflichtige, flüssige Medikamente müssen i.d.R. in den Koffer

Flüssige Medikamente, welche eine Mengengrenze von 100 ml überschreiten und nicht unbedingt während des Fluges benötigt werden, dürfen nicht im Handgepäck mitgeführt werden, sondern gehören ins Aufgabegepäck. Salben und Cremes in der Originalverpackung fallen meist in diese Kategorie, ebenso der Hustensaft der Familie R.s.

Achtung: Behälter aus Glas unbedingt bruchsicher im Koffer verstauen!

  • verschreibungspflichtige Medikamente erfordern eine ärztliche Bescheinigung

Ein verschreibungspflichtiges Medikament, das Sie während der Flugreise einnehmen müssen, dürfen Sie selbstverständlich im Handgepäck mitnehmen. In diesem Fall ist es unerheblich, ob es sich um ein Arzneimittel in flüssiger oder fester Form handelt. Sie sollten jedoch davon ausgehen, dass Sie bei der Sicherheitskontrolle und ggf. beim Zoll um einen Nachweis darüber gebeten werden, dass Sie das mitgeführte Medikament dringend benötigen.

Zu diesem Zweck stellt der Hausarzt ein entsprechendes, englischsprachiges Attest aus. Einen Vordruck können Sie hier einsehen und herunterladen. Diese Medikamentenbescheinigung sollten Sie unbedingt griffbereit mit sich führen, da manche Länder sehr strikte Einfuhrbestimmungen für bestimmte Substanzen haben (dazu weiter unten mehr im Abschnitt „Überblick: Die wichtigsten Einfuhrbestimmungen für Medikamente“).

Tipp: Für den Fall, dass der Flug sich kurzfristig verschiebt, verspätet oder umgeleitet wird, sollten auf Medikamente angewiesene Reisende immer eine etwas größere Ration als nötig mitnehmen. Weitere Informationen zum Fliegen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen erfahren Sie außerdem in unserem Flugreisemagazin, u. a. „Fliegen mit Gips – wichtige Hinweise für Sie“, „Fliegen mit Rollstuhl – das sollten Sie beachten“ oder „Fliegen mit Herzproblemen“.

Checkliste: Reiseapotheke – Handtasche oder Koffer?

Um Ihnen die Vorbereitung Ihrer Flugreise so einfach wie möglich zu machen, haben wir im Folgenden eine kleine Übersicht erstellt. Mit dieser Checkliste lässt sich schnell prüfen, welche Medikamente unter welchen Bedingungen mit auf die Reise dürfen.

Insulin, Asthmaspray, o.ä. Medikamente, die während des Fluges unbedingt gebraucht werden: Handgepäck, mit Medikamentenbescheinigung
Augentropfen gegen trockene Augen: Handgepäck, da handelsübliche Mengen die 100 ml-Grenze im Normalfall nicht überschreiten
Nasenspray gegen verstopfte Nase: Handgepäck, da handelsübliche Mengen die 100 ml-Grenze im Normalfall nicht überschreiten
Fiebersenkende/schmerzstillende Tabletten: Handgepäck
Antibabypille: Handgepäck
Hustensaft: Aufgabegepäck, da handelsübliche Mengen die 100 ml-Grenze zumeist überschreiten
Lutschtabletten gegen Halsschmerzen: Handgepäck
Elektrolyt-Pulver (z. B. bei Durchfall): Handgepäck
Gel gegen Insektenstiche/Desinfektionsmittel/antiseptische Wundsalbe: Aufgabegepäck, da handelsübliche Mengen die 100 ml-Grenze zumeist überschreiten

Überblick: Die wichtigsten Einfuhrbestimmungen für Medikamente

Mitgliedstaaten des Schengener Abkommens, zu denen Schweden zählt, haben verhältnismäßig tolerante Einfuhrbestimmungen für Arzneimittel zum persönlichen Gebrauch. Doch wie verhält es sich mit anderen Reiseländern? Manche verhängen empfindliche Geld- oder Freiheitsstrafen, teilweise auch körperliche Strafen, wenn Reisende ihre Arzneimittel nicht vorschriftsmäßig anmelden bzw. bestimmte Formulare nicht vorzeigen können. Dort kann schon der Fall, dass beispielsweise das Codein im mitgeführten Hustenstiller die innerhalb des Landes zulässige Höchstmenge überschreitet, als Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz geahndet werden. Zu Ländern mit besonders rigiden Einfuhrbestimmungen für Medikamente gehören u. a.:

  • die USA
  • Singapur
  • Saudi-Arabien
  • Vereinigte Arabische Emirate
  • China
  • Australien
  • die Malediven

Weiterführende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der jeweiligen Botschaft. Es ist unerlässlich, sich gerade vor Antritt einer Reise in eines dieser Länder darüber zu informieren, welche Einfuhrverbote für welche Substanzen dort aktuell gelten. Lassen Sie das fragliche Mittel im Zweifelsfall, sofern Sie nicht darauf angewiesen sind, lieber zuhause.

Vanessa nimmt sich vor, für die im Sommer geplanten „großen Ferien“, die die Familie an die amerikanische Ostküste führen sollen, nicht nur die obige Checkliste auszudrucken, sondern vorsorglich auch noch mal die Website des US-Zolls zu konsultieren. Für den Schweden-Aufenthalt ist die Frage nach den Medikamenten im Gepäck jedoch erst einmal gelöst, der Weihnachtsurlaub kann kommen!


Quellen und weiterführende Informationen:

Aponet.de: 7 Regeln für das Reisen mit Medikamenten
Pharmazeutische-zeitung.de: Medikamente im Koffer – nicht unbedarft einpacken

Pass, Personalausweis und Co: Diese Reisedokumente benötigen Sie

Bei vielen Urlaubern herrscht vor Antritt einer Flugreise Verwirrung: Wie war das noch mal mit dem Personalausweis – gilt auch ein vorläufig ausgestellter, wenn ich innerhalb der EU reisen will? Oder ist der Reisepass zu bevorzugen, selbst wenn dieser kurz davor ist, abzulaufen? In diesem Beitrag unseres Flugreisemagazins wollen wir gestressten Reisenden ein wenig Hilfestellung beim Start in die wohlverdienten Ferien geben.

Tipp: Für eine bereits entspannte Anfahrt zum Flughafen empfehlen wir die Buchung eines Flughafenparkplätze und ggf. eines direkt anschließenden Shuttle-Transfers – dieser Service erspart Ihnen die aufreibende Suche nach einem Parkplatz für Ihren PKW, wie z.B. hier in Stuttgart.

Parken am Flughafen, Flughafenparken

Informieren Sie sich bereits in der Planungsphase Ihrer Flugreise über die Einreisebestimmungen des Ziellandes – einen kleinen Überblick finden Sie z. B. in unserem Flugreisemagazin im Abschnitt „Einreisebestimmungen für die USA, Spanien und Co.: Was beachten?“. Dies ist wichtig, da die Ausstellung der erforderlichen Dokumente einige Wochen dauern kann. Sie benötigen:

  • innerhalb der Europäischen Union: einen gültigen Personalausweis oder Reisepass
  • außerhalb der Europäischen Union: einen gültigen Reisepass
  • ggf. ein Visum für das Reiseland

Weitere Dokumente, die während der Ferien im Ausland von Hilfe sein können, aber nicht zwingend erforderlich sind, sind der Impfausweis, der internationale Studentenausweis oder der internationale Führerschein, je nachdem, welche Pläne Sie für Ihren Urlaub haben.

Fliegen mit (vorläufigem) Personalausweis

Reisen Sie als EU-Bürger innerhalb des grenzfreien Schengen-Raums mit dem Flugzeug in ein anderes Land, reicht Ihr Personalausweis als Identitätsdokument bei der Einreise. Dies trifft auch auf einen vorläufig ausgestellten, i. d. R. drei Monate gültigen Personalausweis zu. Für die Türkei gilt, obwohl sie kein Mitgliedstaat der EU ist, eine Sonderregelung: Deutsche Staatsangehörige dürfen auch hier mit ihrem Personalausweis einreisen, sofern ihr Aufenthalt eine Dauer von 90 Tagen nicht überschreitet.

Ihren Personalausweis (und auch den Reisepass) beantragen deutsche Staatsbürger, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, bei der für ihre Hauptwohnung zuständigen Ausweisbehörde (zumeist das Einwohnermeldeamt). Die Bearbeitungsdauer variiert zwischen vier und sechs Wochen. Die Gebühren betragen etwa 30 EUR.

Fliegen mit (vorläufigem) Reisepass

Ihren gültigen bzw. vorläufigen Reisepass benötigen Sie für einen Großteil der außerhalb des Schengen-Raums liegenden Ziele. Beliebte Urlaubsländer, die deutschen Staatsangehörigen die Einreise mit gültigem/vorläufigem Reisepass und ohne Visum gestatten, sind z. B.:

  • Brasilien (visumsfrei bei einem Aufenthalt von bis zu drei Monaten)
  • Dominikanische Republik: (visumsfrei bei einem Aufenthalt von bis zu 90 Tagen inkl. Kauf einer „Touristenkarte“ für 10 $ und Vorlage der Flugtickets)
  • Israel (visumsfrei bei einem Aufenthalt von bis zu drei Monaten und für Reisende, die nach dem 1. Januar 1928 geboren sind)
  • Südafrika (bei einem Aufenthalt von bis zu drei Monaten wird bei Einreise eine Besuchsgenehmigung erteilt)
  • Thailand (visumsfrei bei einem Aufenthalt von bis zu 30 Tagen)

Beachten Sie bitte: Ausweisdokumente sollten mindestens noch bis sechs Monate nach Reiseende gültig sein. Dies ist inzwischen für die Einreise in viele Länder eine Voraussetzung! Denken Sie also daran, die Gültigkeit von „Perso“ oder Pass ggf. vor Reiseantritt noch mal zu verlängern.

Der Personalausweis oder Reisepass ist abgelaufen – was tun?

Ist der Personalausweis abgelaufen, der Reisepass aber noch gültig, besteht kein Grund zur Sorge. Überall dort, wo das Einreisen mit dem Personalausweis möglich ist, ist es das mit dem Reisepass auch. Nur umgekehrt – der Reisepass ist abgelaufen, der Personalausweis noch gültig – entsteht eine problematische Situation. Im außereuropäischen Raum würde Ihnen damit die Einreise verwehrt. In diesem Fall heißt es also: Schnell zur Ausweisbehörde und einen vorläufigen Reisepass beantragen. Diesen bekommen Sie dort nach Zahlung einer Gebühr sofort ausgehändigt, und der Urlaub in Übersee kann doch noch stattfinden.

Was muss ich beim Fliegen mit einem Kinder- bzw. Babyausweis beachten?

Deutsche Kinder benötigen bis zum vollendeten 12. Lebensjahr ein gültiges Ausweisdokument zum weltweiten Verreisen – auch Säuglinge (Wissenswertes zum „Fliegen mit Baby“ finden Sie auch in unserem Flugreisemagazin).

Mein Baby hat sein eigenes Verbrecherfoto 😍 #ichliebdenso #derurlaubkannkommen #kinderausweis

Ein von Tini (@dasloeckchen) gepostetes Foto am

Dies ist entweder der Kinderreisepass oder der elektronische Reisepass (ePass). Der Kinderreisepass kann gegen eine geringe Gebühr jederzeit verlängert werden (beispielsweise, wenn ein neues Foto notwendig ist) und wird von den meisten Ländern bei der Einreise akzeptiert. Der ePass dagegen wird weltweit akzeptiert, bei Reisen in die USA ist er sogar vorgeschrieben. Dafür ist er aber auch nur sechs Jahre gültig und kann nicht verlängert, sondern muss bei Bedarf neu ausgestellt werden.

Für Jugendliche zwischen dem 12. und 16. Lebensjahr kann auf Elternwunsch bereits ein Personalausweis mit einer Gültigkeitsdauer von sechs Jahren ausgestellt werden. Dieser erfüllt dann dieselben Funktionen wie der Personalausweis für Erwachsene.

Für welche Länder brauche ich ein Visum und wo beantrage ich es?

Für folgende Länder (Auswahl) müssen Sie ein Visum oder eine andere Einreiseerlaubnis vor Reiseantritt beantragen, um – bei zusätzlichem Mitführen ihres gültigen/vorläufigen Reisepasses – einreisen zu können. Grundsätzlich können Sie Visa auch bei der jeweils zuständigen Botschaft beantragen. Die elektronischen Verfahren haben sich in diesem Zusammenhang allerdings als praktischer und schneller erwiesen:

Ausnahmen gibt es u. U., wenn Sie nicht mit dem Flugzeug, sondern per Schiff einreisen: Kreuzfahrtpassagiere erhalten für kurze Landgänge zumeist direkt an Bord ein Tagesvisum. Weitere, auch allgemeine Informationen über Schiffsreisen erhalten Sie übrigens in unserem Flugreisemagazin unter „Seniorenkreuzfahrten – Ziele, Angebote und Kosten“.

Sie haben alle notwendigen Dokumente beisammen und sind startklar für Ihre Flugreise ins Ausland? Dann wünschen wir Ihnen einen erholsamen Urlaub! Einen besonders stressfreien Reiseantritt haben Sie übrigens, wenn Sie vor dem Abflug eine Nacht im Flughafenhotel verbringen und dadurch pünktlich und ausgeruht zum Terminal gelangen.

Hotel am Flughafen

Quellen und weitere Informationen:

Auswärtiges Amt: Reise- und Sicherheitshinweise A-Z

https://www.parken-und-fliegen.de/flugreisemagazin/

Fliegen mit Rollstuhl – das sollten Sie beachten

Für Rollstuhlfahrer ist das Verreisen mit dem Flugzeug sehr gut möglich. Damit die Fluggesellschaft den für Sie vorgesehenen Service-Prozess, der Fragen Ihres Komforts und gegebenenfalls eine Betreuung durch das Personal umfasst, bestmöglich organisieren kann, sollten Sie bereits bei der Buchung des Tickets Ihren Bedarf anmelden. Diese Leistungen sind Ihr Recht und seitens der Airline kostenlos zu erbringen, wie Sie auch auf der offiziellen EU-Website nachlesen können. In unserem Beitrag „Fliegen mit Rollstuhl“ erfahren Sie nun alles, was Sie beachten müssen, wenn Sie im Rollstuhl sitzen und verreisen möchten.

Für eine besonders kurze und stressfreie Anfahrt zum Abflugterminal empfehlen wir Fluggästen mit Rollstuhl, die Nacht vor dem Abflug im Airport Hotel zu verbringen. Dadurch können Sie, ausgeschlafen und gestärkt durch ein Frühstück, frühzeitig einchecken und die Bestellung Ihrer Serviceleistungen ggf. noch einmal prüfen.

Flughafenhotel, Parken und Fliegen

Als Rollstuhlfahrer einen Flug buchen

Auf den Rollstuhl angewiesene Fluggäste sollten gleich bei der Ticketbuchung die Art ihrer Mobilitätseinschränkung sowie das Mitführen des Rollstuhls angeben. Airlines wie die Lufthansa stellen dazu auf ihrer Website ein Formblatt oder eine Maske zum Ausfüllen und Absenden bereit.

Folgende Codes werden international verbindlich genutzt, um Fluggästen mit Behinderungen den optimalen Service zu bieten – kreuzen Sie im entsprechenden Formular die auf Sie zutreffenden Punkte an:

  • STCR (Stretcher)

Der Fluggast muss liegend transportiert werden.

  • WCHC (Wheel Chair Cabin Seat)

Gehunfähiger Fluggast, kann einen Fluggastsitz mit aufgestellter Rückenlehne benutzen, ist aber unfähig, Distanzen allein zu überwinden, z.B. in der Fluggastkabine zum/vom Sitz und zu den Toiletten.

  • WCHS (Wheel Chair Steps)

Stark gehbehinderter Fluggast, nur noch eingeschränkt gehfähig, kann Vorfeldbus nicht benutzen, kann Treppen nicht allein überwinden, benötigt jedoch keine fremde Hilfe in der Fluggastkabine.

  • WCHR (Wheel Chair Ramp)

Gehbehinderter Fluggast, benötigt Hilfe im Flughafengebäude zum/vom Gate oder Ausgang, benötigt nach dem Ein- und Aussteigen einen Rollstuhl oder ähnliche Hilfe, kann ohne Hilfe einen Vorfeldbus benutzen, kann Treppen selbst überwinden, benötigt keine fremde Hilfe in der Fluggastkabine zum/vom Sitz und zu den Toiletten.

Für den Transport privater Rollstühle dürfen Airlines keine Zusatzkosten in Rechnung stellen. Die Fluggesellschaft wird aber normalerweise darauf bestehen, dass private Rollstühle als Sperrgepäck im Frachtraum der Maschine befördert werden und der Passagier, sofern er sich an Bord – beispielsweise zum Aufsuchen des WCs – bewegen muss, einen speziellen Bordrollstuhl nutzt.

Typische Serviceleistungen für Fluggäste im Rollstuhl

Nachdem Sie Ihre Mobilitätseinschränkung angegeben haben, sollten der Fluggesellschaft so bald wie möglich auch die entsprechenden Betreuungswünsche am Boden und an Bord übermittelt werden. Beachten Sie jedoch bitte, dass Fluggesellschaften den Umfang ihres Service und die damit verbundenen Anmeldefristen individuell festlegen.

Beispiele für Serviceleistungen ausgewählter Airlines für Flugpassagiere mit Rollstuhl:

Lufthansa:

  • Bereitstellen eines Bordrollstuhls (Anmeldung bis 48 Stunden vor Abflug)
  • Bevorzugtes Einsteigen (Pre-Boarding) an den meisten Flughäfen
  • Unterstützung beim Ein- und Aussteigen, beim Verstauen des Handgepäcks sowie auf dem Weg zur oder von der Toilette
  • Barrierefreie Toiletten auf Langstrecken

Weitere Informationen von Lufthansa

Condor:

  • Bereitstellen eines Bordrollstuhls (Anmeldung bis spätestens 8 Stunden vor Abflug)
  • Bevorzugtes Einsteigen (Pre-Boarding) an den meisten Flughäfen
  • Unterstützung auf dem Weg zur oder von der Toilette

Weitere Informationen von Condor

Auch wenn der mobilitätseingeschränkte Fluggast ein Spezialmenü bestellen oder einen Begleit- bzw. Assistenzhund mitnehmen möchte, sollte er dies nun angeben.

Den Rollstuhl als Gepäck im Flugzeug mitnehmen

Die meisten Fluggesellschaften befördern private Rollstühle aus Platzgründen nicht in der Passagierkabine, sondern im Frachtraum. Es empfiehlt sich, den Rollstuhl bereits beim Check-in als Sperrgepäck aufzugeben, sofern Sie die Distanz vom Schalter bis zum Gate, inklusive der Sicherheitskontrolle, zu Fuß bewältigen können.
Ist letzteres nicht der Fall, sollte das Bodenpersonal der Fluggesellschaft rechtzeitig darüber informiert werden, dass Sie Ihren eigenen Rollstuhl bis zum Gate nutzen wollen. Dort angekommen, erhalten Sie spätestens beim Boarding einen Ersatz- bzw. Bordrollstuhl, während Ihr privater Rollstuhl in den Bauch der Maschine verladen wird.

Spezialfall Elektrorollstuhl: Elektrische Rollstühle mit Trockenbatterie werden befördert, wenn die Kabelanschlüsse von der Batterie abgeklemmt sind, die Batteriepole isoliert wurden und die Batterie fest auf dem Rollstuhl montiert ist.
Elektrorollstühle mit nicht auslaufsicherer Nassbatterie werden aus Sicherheitsgründen nicht befördert.
Bei einer Anfrage für den Transport von Elektrorollstühlen wird empfohlen, im Voraus die Maße und das Gewicht anzugeben.

Passagiere, die ihren Rollstuhl sofort nach der Landung bzw. nach dem Ausstieg aus dem Flugzeug ausgehändigt bekommen wollen, sollten dies ebenfalls zuvor am Check-in angegeben haben. Andernfalls müssen sie am Kofferband auf die Ausgabe des Rollstuhls warten. Für diesen Zeitraum stellen Airlines aber ebenfalls einen Ersatzrollstuhl zur Verfügung.

Einen interessanten Einblick in die Flugreise mit Rollstuhl bietet u. a. der YouTube-Kanal von barrierefrei1.

 

 

Fluggasteigene Rollstühle werden kostenfrei befördert und nicht auf das Freigepäck angerechnet. Bei Anfragen für den Transport eines Rollstuhls teilen Sie uns bitte die Maße, das Gewicht und die Art d…“/>

Fliegen mit Rollstuhl – So kommen Sie durch die Sicherheitskontrolle

Die Metalldetektorbögen, die an Flughäfen bei der Sicherheitskontrolle zum Einsatz kommen, werden zur Überprüfung rollstuhlfahrender Fluggästen nicht genutzt. Zum einen sind sie in der Regel nicht breit genug, um von einem Rollstuhl durchfahren zu werden; zum anderen würden sie in diesem Fall auch stets Alarm schlagen, da sich an handelsüblichen Rollstühlen Teile aus Metall befinden.
Das Sicherheitspersonal wird Sie stattdessen samt Rollstuhl über eine Handsonde oder durch Abtasten auf das Mitführen von gefährlichen Gegenständen oder Substanzen hin kontrollieren.

Mit dem Rollstuhl auf die Flugzeugtoilette

Von Airline zu Airline variiert der Grad der Barrierefreiheit an Bord. In den Maschinen großer, internationaler (v. a. US-amerikanischer) Fluggesellschaften, und hier besonders auf Langstrecken, sind behindertengerechte Toiletten am ehesten vorzufinden. Bei den deutschen Airlines ist die Flotte der Lufthansa in diesem Zusammenhang positiv hervorzuheben.

Falls Sie während des Fluges die Toilette aufsuchen müssen, kommt der Bordrollstuhl zum Einsatz: Dessen Maße sind nämlich so genormt, dass er durch die engen Gänge im Flieger passt. In der Regel wird Ihnen ein Mitglied des Kabinenpersonals dabei behilflich sein.
Berücksichtigen Sie bitte, dass Flugbegleiter Sie nur bis zum WC schieben und Ihnen nicht beim eigentlichen Toilettengang assistieren dürfen. Es wird das Reisen mit einer Begleitperson dringend empfohlen, falls Sie hierbei Unterstützung benötigen.

Tipp: Sollten einem behinderten Fluggast wider Erwarten Hilfeleistungen verwehrt oder nicht in dem Umfang gewährt werden, wie es ihm zusteht, kann eine Beschwerde an das Luftfahrtbundesamt gerichtet werden. Dieses hält zu diesem Zweck ein entsprechendes Formular im Internet bereit.

Der Rollstuhl ist nach dem Flug beschädigt – was tun?

Der Flieger ist gelandet und Sie haben Ihren privaten Rollstuhl wieder in Empfang genommen – doch leider ist an diesem nun ein Schaden, beispielsweise eine Verbiegung einzelner Teile, feststellbar. Jetzt ist es wichtig, diese Beschädigung sofort zu melden, am besten noch am Flughafen beim Gepäckschalter (über Einzelheiten informiert der Abschnitt „Das richtige Vorgehen bei Gepäckbeschädigung“ des Beitrags „Gepäck weg oder beschädigt – was tun?“ in unserem Flugreisemagazin).

Da Fluggesellschaften in den meisten Fällen zwar eine Schadensersatzpauschale von bis zu 1 200 Euro zahlen – der Schaden am Rollstuhl jedoch häufig darüber liegt – empfiehlt sich der Abschluss einer Reisegepäckversicherung.

Der Vielfliegerausweis (FREMEC-Card) für Rollstuhlfahrer

Um die Anmeldung und die Abfertigung mobilitätseingeschränkter Fluggäste so problemlos wie möglich zu gestalten, hat die Lufthansa in Zusammenarbeit mit anderen Fluggesellschaften die sogenannte FREMEC-Card (Frequent Traveller’s Medical Card) entwickelt.
In diesem Ausweis ist konkret festgehalten, welche Art der Betreuung der jeweilige Passagier am Boden und an Bord in Anspruch nimmt. Das Mitführen dieser Karte ist insbesondere für vielfliegende behinderte Personen von Vorteil – sie sparen unter Umständen eine Menge Zeit und Energie, da das Airlinepersonal die nötigen Daten auf einen Blick erfassen und den Service schnellstmöglich organisieren kann.

Auf den Seiten der Lufthansa finden Sie zur Beantragung der Karte detaillierte Informationen.

Für Rollstuhlfahrer, aber auch für Begleitpersonen, ist es sehr angenehm, am Tag vor der Flugreise im Flughafenhotel einzuchecken. Dadurch steigern Sie die Wahrscheinlichkeit, pünktlich am Schalter des Abflugterminals zu sein und bzgl. der von Ihnen in Auftrag gegebenen Serviceleistungen noch einmal nachzuhaken – um dann ganz entspannt Ihren Flug antreten zu können.

Hotel am Flughafen

Quellen und weitere Informationen:

Myhandicap.deWissenswertes für Flugreisen

Rolli-Flugreisen.deReiseberichte und Informationen, die dort weitermachen, wo der Reisekatalog aufhört

Roll the planetÜber das Reisen im Rollstuhl

Mit dem Rollstuhl in die USAein Erfahrungsbericht

Einreisebestimmungen für die USA, Spanien und Co.: Was beachten?

Nach den Ferien ist vor den Ferien! Wenn Sie bereits jetzt Ihre Urlaubsreise für das kommende Jahr planen mögen, ist es sinnvoll, sich über die Einreise- bzw. Zollbestimmungen Ihrer Wunschreiseländer zu informieren. Wir haben Ihnen anhand fünf beliebter Reiseziele der Deutschen einen Überblick der wichtigsten Zoll- und Einreiseformalitäten erstellt. Näher betrachtet werden:

  • die USA,
  • Spanien,
  • Thailand,
  • Südafrika und
  • Australien

Wir bitten jedoch zu beachten, dass sich diese Bestimmungen kurzfristig ändern können. Verbindliche Informationen erhalten Sie in diesem Zusammenhang nur direkt bei der Botschaft oder bei einem der Generalkonsulate des Ziellandes.

Viele Kunden schätzen es, gerade vor einer Fernreise, die Nacht vor dem Flug im Airport Hotel zu verbringen. Ausgeschlafen und gestärkt durch ein Frühstück sind sie in kürzester Zeit am Abflugterminal – häufig pendelt sogar ein Shuttlebus – und können selbst eine lange Flugreise ganz entspannt antreten.

Hotel am Flughafen

Visum, Pass, Personalausweis: Was brauche ich für die Einreise?

Als Faustregel können Sie sich Folgendes merken: Innerhalb der Europäischen Union reicht es, Ihren gültigen (auch vorläufigen) Personalausweis mitzuführen; außerhalb der Europäischen Union wird ein gültiger (auch vorläufiger) Reisepass verlangt. Die Dokumente müssen i. d. R. noch mindestens sechs Monate nach Einreise gültig sein.

Auf den Seiten des Auswärtigen Amtes können Sie prüfen, bei welchen Reisezielen welches Dokument aktuell für Touristen und Geschäftsreisende mit deutscher Staatsangehörigkeit für die Einreise benötigt wird.

Für die fünf beliebten Urlaubsländer haben wir diese Regelungen kurz zusammengefasst:

USA:

Deutsche Staatsbürger nehmen grundsätzlich am „Visa Waiver“-Programm der USA teil. Das bedeutet, sie können als Touristen, als Geschäftsreisende oder zum Transit i. d. R. für eine Dauer von bis zu 90 Tagen ohne Visum in die USA einreisen, wenn sie

  • im Besitz eines elektronischen Reisepasses sind
  • mit einer regulären Fluglinie oder Schifffahrtsgesellschaft einreisen
  • ein Rück- oder Weiterflugticket besitzen (welches – außer für Personen mit festem Wohnsitz in diesen Ländern – nicht in Kanada, Mexiko oder den Karibikinseln enden darf), gültig für max. 90 Tage ab der ersten Einreise in die USA und
  • eine elektronische, gebührenpflichtige ESTA-Einreiseerlaubnis gestellt haben

Den Antrag für die ESTA-Einreiseerlaubnis können Sie online ausfüllen und absenden. Die Kosten für die Beantragung belaufen sich derzeit auf 14 US-Dollar. US-Behörden empfehlen eine Antragstellung mindestens 72 Stunden vor Reiseantritt; außerdem wird empfohlen, die Einreiseerlaubnis auszudrucken und während der Reise mit sich zu führen.

Ein reguläres Visum für einen Aufenthalt in den USA müssen Reisende u. a. dann beantragen, wenn sie

  • lediglich einen vorläufigen Reisepass besitzen
  • in den USA einer Arbeit oder einem Studium nachgehen wollen oder
  • neben der deutschen auch die Staatsangehörigkeit von beispielsweise Iran, Irak oder Syrien besitzen (nähere Informationen dazu erhalten Sie auf den Seiten des Auswärtigen Amtes)

Spanien:

  • Reisepass, Personalausweis, Kinderreisepass

Thailand:

  • Reisepass oder Kinderreisepass (bei touristischem Aufenthalt von längstens 30 Tagen, sofern der Reisende seine Weiter-/Rückreise mittels Flugschein, Bus- oder Bahnticket nachweisen kann)

Südafrika:

  • Reisepass oder Kinderreisepass (Dokument muss maschinenlesbar sein und bei der Ausreise noch über mind. zwei freie Seiten für Visastempel verfügen)

Gegen Vorlage eines am Einreisetag noch ausreichend gültigen deutschen Reisepasses und eines gültigen Rückflugscheines wird bei der Einreise nach Südafrika eine Besuchsgenehmigung („visitor’s visa“) für den Zeitraum der geplanten Reise, max. mit einer Gültigkeit von bis zu 90 Tagen, erteilt.

Australien:

  • Reisepass oder Kinderpass
  • Visum

Das Visum für Australien kann kostenlos elektronisch beantragt werden . Es ist ab dem Tag der Antragstellung 12 Monate gültig und berechtigt zu einem Aufenthalt von max. drei Monaten.

Welche Einfuhrbestimmungen gelten für welche Waren?

In Ihrem Reisegepäck dürfen Sie prinzipiell mitnehmen, was für den Urlaub benötigt wird. Geht dies jedoch über Kleidung und Hygieneartikel hinaus – haben Sie z. B. Gastgeschenke in Form von Lebensmitteln dabei – sollten Sie vor Antritt der Reise prüfen, ob und in welchen Mengen Sie diese ins Zielland einführen dürfen. Es versteht sich von selbst, dass die Einfuhr von Waffen, Munition und Sprengstoff in allen Staaten erheblich eingeschränkt, sowie die Einfuhr von Betäubungsmitteln, Falschgeld und Fälschungen von markenrechtlich geschützten Waren verboten ist.

Im Folgenden haben wir die wichtigsten Einfuhrverbote für die fünf beliebten Urlaubsländer zusammengefasst:

USA:

  • Einfuhrverbot für u. a.: frisches, getrocknetes und in Dosen verpacktes Fleisch oder Fleischprodukte

Weitere Informationen bieten die Internetseiten der US-Botschaft in Deutschland.

Spanien:

  • Einfuhrverbot für u. a.: Lebensmittel tierischen Ursprungs (Fleisch, Fleischprodukte, Milch und Milchprodukte), Ausnahme: Baby-Milchpulver in kommerziellen Verpackungen und Lebensmittel für spezielle medizinische Bedürfnisse

Weitere Informationen bieten die Internetseiten des offiziellen spanischen Tourismusportals.

Thailand:

  • Einfuhrverbot für u. a.: obszöne Gegenstände/Literatur/Bilder, pornographisches Material

Weitere Informationen bietet ein PDF der thailändischen Botschaft in Deutschland.

Südafrika:

  • Einfuhrverbot für u. a.: in Gefängnis oder Haftanstalten hergestellte Waren und Güter

Weitere Informationen bietet online der „Leitfaden für Reisende – Zollanforderungen bei Einreise nach und Ausreise aus Südafrika“.

Australien:

  • Einfuhrverbot für u. a.: Felle und Häute, Blumen, Pflanzen, Saaten, diverse Lebensmittel wie Obst, Nüsse und Milchprodukte

Weitere Informationen bietet der deutschsprachige „Australien-Informationsservice“ im Internet.

Wollen Sie mit Ihrem Haustier verreisen? Dann lesen Sie bitte die Einreisebestimmungen für Hunde, Katzen und Co. in unserem Flugreisemagazin nach.

Zigaretten, Alkohol, Souvenirs – was darf ich nach Deutschland mitnehmen?

Zigaretten, Alkohol und Lebensmittel bringen die Deutschen gerne aus ihrem Reiseland mit in die Heimat. Doch es rentiert sich auf keinen Fall, Waren in einer die Freimenge überschreitenden Anzahl undeklariert zu importieren – dies kann mit empfindlichen Geld- oder sogar Freiheitsstrafen belegt werden.

Eine kleine Orientierungshilfe für Waren bzw. Mengen, die bei der Wiedereinreise nach Deutschland nicht deklariert werden müssen:

Zigaretten:

  • aus Nicht-EU-Ländern sind max. 200 Zigaretten (eine Stange), innerhalb der EU 800 Zigaretten (vier Stangen) erlaubt

Bei einigen Ländern gibt es Ausnahmen oder steuerliche Sonderstellungen: aus Kroatien, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Lettland und Litauen dürfen beispielsweise nur 300 Zigaretten pro Person mitgebracht werden.

Alkohol/Spirituosen:

  • aus EU-Staaten dürfen 10 Liter Spirituosen, 20 Liter Likör oder Wermut, 90 Liter Wein oder 110 Liter Bier zollfrei nach Deutschland importiert werden
  • für Nicht-EU-Länder gelten niedrigere Grenzen: für Schnaps 1 Liter, für Wein 4 Liter und für Bier 16 Liter

Im Ausland gekaufte Waren (z. B. Kleidung), für die keine Mengengrenzen gelten:

  • bei einem Wert von über 430 EUR muss die Ware verzollt werden, sofern sie per Schiff oder Flugzeug aus einem Nicht-EU-Land eingeführt wurde (Tipp: Quittungen bzw. Kreditkartenabrechnungen aufheben, um den rechtmäßigen Erwerb und den Warenwert nachzuweisen!)
  • Reisende unter 15 Jahren dürfen lediglich Waren mit einem Wert bis zu 175 EUR nach Deutschland einführen

Lebensmittel:

  • Lebensmittel für den Eigengebrauch dürfen Sie prinzipiell aus EU-Ländern nach Deutschland mitbringen (Einschränkungen gibt es bei tierischen Nahrungsmitteln – aus Vorsorge gegen Tierseuchen)

Andenken und Souvenirs:

Nicht alles Schöne und Exotische, was Sie im Urlaub am Strand finden oder am Straßenrand von Händlern erwerben, dürfen Sie legal nach Deutschland einführen. Merke: Am besten nichts mitnehmen, was alt oder gar antik aussieht (es sei denn, Sie kennen die genaue Herkunft und besitzen amtliche Begleitpapiere/eine Ausfuhrgenehmigung der zuständigen Behörden Ihres Urlaubslandes). Das gilt insbesondere für Kunstgegenstände, aber auch für Fossilien und vermeintlich gewöhnliche Steine oder Tonscherben.

Bei der Mitnahme von artengeschützten Tieren, Pflanzen oder daraus hergestellten Produkten/Gegenständen benötigen Sie ebenfalls amtliche Begleitpapiere/eine Ausfuhrgenehmigung, andernfalls drohen eine Beschlagnahmung plus eine Geld- oder Freiheitsstrafe.

Unter den Artenschutz fallen u. a.

  • Elfenbein und Elefantenleder
  • Jagdtrophäen geschützter Tierarten
  • Exotische Felle und Pelzmäntel
  • Kakteen oder kakteenähnliche Pflanzen
  • Korallen, Muschel- und Schneckenschalen (auch daraus hergestellter Schmuck)

Ausführliche Informationen zum Ablauf der Zollabfertigung finden Sie als PDF auf den Seiten des Deutschen Zolls.

Tipp: Mit der kostenfreien App „Zoll & Reise“ können Sie stets prüfen, was erlaubt ist.

Sie haben sich mit den Einreise- und Zollbestimmungen Ihres Ziellandes vertraut gemacht? Dann sollte der Buchung Ihres Urlaubs nichts mehr im Wege stehen. Gerade vor einem langen Flug empfehlen wir die Nutzung von Hotel-, Parkplatz- und Shuttleservices. Dadurch können Sie Ihre Fernreise ausgeruht und so komfortabel als auch preisgünstig wie möglich antreten.

Hotel am Flughafen

Weiterführende Links:

Auswärtiges Amt: Länder-Reise-Informationen, praktisch gegliedert von A bis Z

Deutscher Zoll: Auskünfte, Datenbanken, Merkblätter und mehr

Zollkontrolle – Verbotene Urlaubssouvenirs: GEO.de hat die Beamten vom Zoll bei ihrer Arbeit am Hamburger Flughafen begleitet

Webmobilisten GmbH: Parken – Schlafen – Fliegen in Deutschland

Eine Checkliste für die Flugreise hilft, entspannt zu bleiben

Egal, ob es mit dem Flieger in den Sommerurlaub, auf einen Städte-Trip oder auf Geschäftsreise geht: Im Vorfeld der Flugreise stellt sich jeder Passagier früher oder später die Frage: „Habe ich an alles gedacht?“ Eine Checkliste ermöglicht es, die Antwort schwarz auf weiß beziehungsweise als Häkchen im Kästchen zu sehen und garantiert so – wenn nachweislich an alles gedacht wurde – für weniger Sorgen und mehr Entspannung im Vorfeld der Flugreise. Unter folgendem Link haben wir Ihnen die handliche Checkliste fertig zum Herunterladen und Ausdrucken zusammengestellt:

Checkliste Flugreise © Parken und Fliegen

Wer sich diese Gelassenheit beim Zusammenstellen des Reisegepäcks auch auf dem Weg zum Flugzeug erhalten und zum Beispiel bei dem Versuch, trotz Stau rechtzeitig zum Check-in zu gelangen, nicht in Stress geraten will, dem empfehlen wir, in Flughafennähe zu parken und die Nacht vor dem Abflug im Airport Hotel zu verbringen.

Hotel am Flughafen

  • Welchen Impfschutz brauchen Sie für einen Aufenthalt im Reiseland?
  • Wer kümmert sich in Ihrer Abwesenheit um Ihre Pflanzen bzw. Haustiere und das Leeren Ihres Briefkastens?
  • Ist der Personalausweis/der Reisepass noch gültig? Verlangt das Zielland ein Visum?
  • In welcher Währung können oder müssen Sie am Urlaubsort bezahlen?
  • Benötigen Sie am Zielort einen Strom-Adapter, um die Akkus Ihrer elektronischen Geräte an den dortigen Steckdosen aufladen zu können?
  • Besteht an Ihrem Urlaubsort eine Abweichung zur mitteleuropäischen (Sommer-) Zeit?
  • Ist eine Auslandskrankenversicherung für die Dauer und/oder den Zielort Ihrer Reise ratsam?

Im folgenden Teil dieses Beitrags erklären wir, wie Sie nun durch geschicktes Planen und Packen die eigentliche Flugreise so angenehm wie möglich gestalten.

Checkliste fürs Handgepäck: Was mitnehmen?

Ihre Wertsachen gehören während einer Flugreise ins Handgepäck:

  • Portemonnaie inkl. Bargeld (ggf. in der Fremdwährung) und Kreditkarten
  • Flugtickets
  • Personalausweis/Reisepass
  • Smartphone/Tablet inkl. Ladekabel
  • Strom-Adapter für die Steckdosen des Ziellandes
  • Haustürschlüssel

Auf einer Langstrecke können zudem

  • Ohrstöpsel
  • Nackenkissen
  • Schlafmaske
  • Augentropfen (gegen die trockene Luft in der Passagierkabine) sowie
  • E-Reader, Zeitschriften oder ein Buch
  • ein Snack (z. B. ein Apfel) und
  • Kaugummis gegen den Ohrendruck

von Nutzen sein.

Der Transport von Flüssigkeiten im Handgepäck ist nur sehr eingeschränkt erlaubt (lesen Sie in unserem Flugreisemagazin mehr dazu: „Gepäck im Flugzeug – welche Bestimmungen gelten?“). Babynahrung für Ihr Kind dürfen Sie im Handgepäck mitführen, die Behälter müssen jedoch dem Sicherheitspersonal zur Kontrolle vorgezeigt werden. Verschreibungspflichtige Medikamente, die Sie während der Flugreise einnehmen müssen, können Sie ebenfalls mit an Bord nehmen, nachdem Sie eine entsprechende Bestätigung Ihres Hausarztes vorgelegt haben.

Tipp für ein schnelles Vorankommen während der Sicherheitskontrolle: Teilen Sie den Inhalt Ihres Handgepäcks „thematisch“ auf und verwenden Sie innerhalb Ihres Rucksacks oder Ihrer Handtasche dafür nochmals kleinere Beutel – einen für Medikamente, einen für Ihr Telefon und das passende Aufladekabel, einen für Ihre Reisepapiere, usw. Dadurch vermeiden Sie, beim Safety Check den halben Handgepäckinhalt auf den Fußboden leeren und sortieren zu müssen.

Packliste für den Koffer: Was brauche ich wirklich?

Der Inhalt Ihres Koffers hängt in erster Linie von den klimatischen Bedingungen Ihres Reiseziels und den dort geplanten Aktivitäten ab (eine entsprechende Packliste können Sie unter „Kofferpacken – die Packliste für euren nächsten Urlaub“ grob berechnen lassen).

Allerdings gibt es einige Tricks, mit denen Sie Kleidung, Hygieneartikel & Co. möglichst platzsparend unterbringen können. Packen Sie beispielsweise Jeans und Schuhe zuerst ein, da diese am schwersten sind und den meisten Raum beanspruchen. Rollen Sie Ihre Unterwäsche und Ihre Socken und verstauen Sie diese in den Schuhen. Auch die anderen Kleidungsstücke sollten Sie rollen, nicht zusammenfalten. Kleinkram wie Modeschmuck, Tücher oder Accessoires kann die verbleibenden Hohlräume des Koffers füllen.

Wenn Sie mit der Familie verreisen und daher ohnehin mehrere Koffer dabei haben, dann verteilen Sie den Inhalt am besten gleichmäßig auf alle Gepäckstücke. Denn geht ein Koffer z. B. am Umsteigeflughafen verloren, steht ein Familienmitglied für ein bis zwei Tage ohne Wechselkleidung da – so lange dauert es nämlich, bis die meisten falsch geleiteten Gepäckstücke wiedergefunden und ausgeliefert werden. Mehr zu Ihren Fluggastrechten bei verspätetem oder verschwundenem Gepäck können Sie übrigens in diesem Teil unseres Flugreisemagazins nachlesen: „Gepäck weg oder beschädigt – was tun?“

Empfehlenswert ist ebenfalls das Mitführen einer kleinen Reiseapotheke. Auch ihr Inhalt ist vom jeweiligen Reiseziel abhängig, die Grundausstattung sollte jedoch enthalten:

  • Desinfektionsmittel
  • Pinzette
  • Pflaster
  • Kühlendes Gel zur Linderung von Insektenstichen
  • Kopfschmerztabletten

Eine erweiterte Checkliste für die Reiseapotheke finden Sie auch als PDF.

Elektronische Geräte im Flugzeug – was beachten?

Stundenlang unerreichbar sein und nicht im Internet surfen können? Das ist heute fast nicht mehr denkbar – außer im Flugzeug. Der Grund: Drahtlose Kommunikationsgeräte können durch Funkwellen die Bordelektronik beeinflussen. Um Störungen zu verhindern, müssen Passagiere beispielsweise alle mitgeführten

  • Smartphones
  • Tablets und
  • Laptops

während der Start- und Landephase ausschalten. Die Geräte dürfen während des Fluges lediglich im Offlinemodus („Flugzeugmodus“) genutzt werden. Das bedeutet, Sie können Musik hören, spielen, E-Books lesen, aber nicht surfen oder Kurznachrichten senden bzw. empfangen. Bluetooth-Funktionen, beispielsweise für kabellose Kopfhörer oder Tastaturen, müssen ebenfalls ausgeschaltet bleiben.

Diese Regelungen können inzwischen aber von Fluglinie zu Fluglinie variieren. So erließ die Europäische Aufsichtsbehörde für Flugsicherheit (EASA) 2014 eine neue Richtlinie, nach der Internetverbindungen künftig auch während des Fluges genutzt werden dürfen, sofern die Fluggesellschaften dafür die nötigen Sicherheitsvoraussetzungen geschaffen haben. Seither bemühen sich viele Airlines darum, ihre Flugzeuge dahingehend technisch aufzurüsten. Informieren Sie sich im Zweifelsfall dazu auf der Website Ihrer Airline.

Welche Kleidung trage ich am besten im Flugzeug?

Obwohl Flugzeuge in der Regel mit Klimaanlagen ausgestattet sind, kann es im Innenraum der Maschine während des Fluges manchmal zu warm werden. Doch auch das Gegenteil kommt vor: Die Klimaanlage kühlt so stark, dass die Kabine innerhalb kurzer Zeit von den Passagieren als Eisschrank empfunden wird. Auch kann sich die Ortstemperatur des Umsteige- bzw. Zielflughafens gerade bei Urlaubsreisen erheblich von der des Heimatlandes unterscheiden, sodass die Ankunft, das Warten am Gepäckband und die Weiterreise mit klimatisch unpassender Kleidung recht beschwerlich ausfallen können.

Tragen Sie deshalb bequeme und atmungsaktive Kleidung. Idealerweise ziehen Sie mehrere Schichten übereinander, um sich bei Bedarf luftiger oder wärmender zu kleiden. Das perfekte Reiseoutfit könnte folgendermaßen aussehen:

  • Baumwoll-T-Shirt
  • Baumwollhemd oder –bluse
  • Strickjacke/Kapuzenjacke
  • Schal (besonders große Exemplare können auch als Decke fungieren)
  • warme Socken

Hosen sollten möglichst locker sitzen, da die Thrombosegefahr aufgrund von Bewegungsmangel während Flugreisen erhöht ist – ein enges Beinkleid (z.B. Röhrenjeans) kann dieses Risiko noch verstärken. Tipp für weibliche Fluggäste: Eine Strumpfhose oder eine Leggings unter dem Rock kann bei Hitze am Zielort schnell ausgezogen und im Handgepäck verstaut werden. Auch die Schuhe sollten nicht zu eng ausfallen sowie aus einem atmungsaktiven Material sein. Je länger die Flugreise andauert, desto angenehmer empfinden es die meisten Fluggäste, die Schuhe auszuziehen.

✈️ ready to go! 🔜🇨🇺 #cuba #travel #newdestination #comfyoutfit

Ein von Marina Teruel (@mteruelflor) gepostetes Foto am

Welche Versicherungen lohnen sich bei einer Flugreise?

Eine Versicherung, die nur Flugverspätungen oder -annullierungen sowie daraus resultierende Hotelkosten abdeckt, brauchen Sie normalerweise nicht. In solchen Fällen können Sie sich als Passagier nämlich auf die EU-Fluggastrechteverordnung aus dem Jahr 2004 berufen, die Sie in der Regel ausreichend schützt. Lesen Sie dazu mehr in unserem Flugreisemagazin unter „Flug verspätet, annulliert, verpasst – wann gibt es Entschädigung?“

Planen Sie einen längeren Auslandsaufenthalt? Dann sollten Sie den Abschluss einer Auslandskrankenversicherung in Betracht ziehen. Denn: Der private oder gesetzliche Krankenversicherungsschutz gilt normalerweise nicht im gleichen Umfang für den Urlaub. Beispielsweise kann es passieren, dass Sie, ohne ausreichenden Versicherungsschutz, im Falle einer Erkrankung oder eines Unfalls im Ausland einen Teil der Behandlungs- und Rücktransportkosten selbst übernehmen müssen.

Unter Umständen ist es ratsam, eine Reiserücktrittsversicherung abzuschließen. Diese Versicherung bezahlt bei einem nicht angetretenen Flug die Stornokosten des bzw. der Tickets – und das lohnt sich, da Stornokosten zumeist nur wenig unter den Gesamtkosten der Reise liegen. Eine seriöse und sinnvolle Reiserücktrittsversicherung sollte dann jedoch auch eine Vielzahl von Gründen abdecken, die einen Antritt der Flugreise verhindern können.

  • Sie, ein Mitreisender oder ein enger Verwandter werden krank/verletzen sich schwer
  • ein Mitreisender oder ein enger Verwandter stirbt
  • Sie verlieren Ihren Arbeitsplatz
  • Sie treten nach Buchung der Flugreise eine neue Stelle an und die Reise fällt in die Probezeit
  • Ihr Eigentum wird stark beschädigt (Hochwasserschaden am Haus o.ä.)
  • Sie müssen unerwartet eine Prüfung ablegen
  • Schwangerschaft
  • Unverträglichkeit von wichtigen Impfungen

Tipp: Checken Sie am Vorabend im Airport Hotel ein, um Ihren Flug mit größter Wahrscheinlichkeit zu erreichen. Zwischen einigen Flughafenhotels und den Abflugterminals pendelt außerdem ein Shuttlebus, mit dem Sie sich am nächsten Morgen ganz bequem bis zum Schalter bringen lassen können.

Parken am Flughafen, Flughafenparken

Weiterführende Informationen:

Urlaubs-Guru: Tipps für den Langstreckenflug
Reisebine: Wie das passende Reiseoutfit aussieht

Gepäck weg oder beschädigt – was tun?

Parken und Fliegen – Das meint mehr als unseren umfassenden Service für das Parken und Übernachten in unmittelbarer Nähe des Flughafens. Es bedeutet auch, dass wir unsere Kunden und Leser in unserem Flugreisemagazin umfassend über alle Themen rund um das Fliegen informieren. Von besonderer Wichtigkeit sind auch Ihre Rechte als Fluggast. In unserem Beitrag „Flug verspätet, annulliert, verpasst – wann gibt es Entschädigung“ erfahren Sie alles über Ihre Rechte als Passagier und erhalten Tipps für Ihr Vorgehen im Beschwerdefall.

Im folgenden Beitrag stehen nun Ihre Ansprüche als Fluggast bei verlorenem oder beschädigtem Reisegepäck im Mittelpunkt.

In der Ankunftshalle am Flughafen…

…das Förderband an der Gepäckausgabe dreht Runde um Runde, alle Passagiere nehmen ihre Koffer und Reisetaschen in Empfang, nur Ihr Gepäckstück will einfach nicht auftauchen. Als das Band schließlich stoppt, stehen Sie immer noch mit leeren Händen da. Sie ahnen es: Ihr Koffer wird mit Verspätung eintreffen, oder ist, im schlechtesten Fall, verloren gegangen.

Wie konnte das passieren?

Die Antwort ist recht simpel: Koffer fallen manchmal vom Gepäckwagen oder nehmen im Labyrinth der Förderbänder des Flughafens eine falsche Abzweigung. Besonders häufig gehen Gepäckstücke verloren, wenn Fluggäste an einem Flughafen innerhalb kurzer Zeit umsteigen müssen – das Gepäck kann dann manchmal nicht schnell genug von einer Maschine in die andere transportiert werden.

Zum Glück können Fluggäste sich in diesen Fällen auf das sogenannte „Montrealer Übereinkommen“ von 2004 berufen: Es besagt, dass Luftfahrtunternehmen grundsätzlich für alle kausal verursachten Schäden am Gepäck und die damit zusammenhängenden Aufwendungen und Kosten haften. Die ordnungsgemäße Gepäckbeförderung stellt nämlich eine Hauptleistungspflicht aus den Flugbeförderungsverträgen dar. Unter das Montrealer Übereinkommen fallen:

  • die Beschädigung
  • die Zerstörung und
  • der Verlust/Teilverlust
  • die verspätete Auslieferung

Das richtige Vorgehen bei Gepäckverlust

Wird Ihr Koffer Ihnen nach der Landung nicht über das Gepäckband ausgeliefert, sollten Sie sich sofort am Gepäckschalter („Lost and Found“) in der Ankunftshalle melden und eine Suchanzeige aufgeben. Zeigen Sie Ihr Flugticket vor – auf diesem wurde beim Check-in die Registriernummer Ihres Gepäckstücks aufgeklebt, mit deren Hilfe sich die Suche nach Ihrem Koffer vereinfacht. Anschließend hinterlassen Sie eine Beschreibung Ihres Koffers sowie Ihre Kontaktdaten (Privat- oder Hotelanschrift). 95 Prozent aller verloren gegangenen Gepäckstücke werden innerhalb der ersten fünf Tage nach ihrer Verlustmeldung wiedergefunden; die Lieferung erfolgt in der Regel kostenfrei bis vor die Haustür bzw. vor die Tür Ihrer Unterkunft.

Doch was, wenn Sie den Flughafen sofort verlassen müssen, beispielsweise um einen wichtigen Termin wahrnehmen zu können? Rechtlich gesehen haben Sie 21 Tage Zeit, Ihren Gepäckverlust zu melden. Beachten Sie allerdings, dass Sie möglicherweise dazu aufgefordert werden, zu beweisen, dass Sie den Koffer nicht nach Verlassen des Flughafens selbst verloren haben. Eine sofortige Verlustmeldung des Gepäckstücks ist also vorzuziehen.

Gepäckverlust: Fristen und Sonderfälle

Stellt die Fluggesellschaft nach maximal 100 Tagen endgültig fest, dass Ihr Koffer unauffindbar ist, steht Ihnen eine pauschale Entschädigungssumme zu: Die Haftungshöchstgrenze liegt pro Reisendem bei 1 131 Sonderziehungsrechten (rund 1 350 EUR) – Sonderziehungsrechte (SZR) sind eine vom Internationalen Währungsfonds zu diesem Zweck geschaffene Kunstwährung. Folgende Fristen müssen Sie einhalten, damit Ihnen die Entschädigung ausgezahlt wird:

  • Gepäckbeschädigung und Teilverlust: müssen innerhalb von sieben Tagen nach der Gepäckauslieferung gemeldet werden
  • Totalverlust des Gepäckstücks muss innerhalb von zwei Jahren gemeldet werden

Wollen Sie darüber hinausgehende Schadensersatzansprüche für den Inhalt des Koffers (z.B. eine teure Fotoausrüstung) geltend machen, so wird die Airline Nachweise, d.h. Kaufbelege über den jeweiligen Wert verlangen. Für einige Gegenstände, die sich möglicherweise in Ihrem Koffer befanden, haften Fluggesellschaften allerdings grundsätzlich nicht. Dazu gehören:

  • Bargeld
  • Schmuck
  • Medikamente sowie
  • unersetzbare Dokumente (z.B. Geschäftspapiere, Abschlussarbeiten, Manuskripte)

Verstauen Sie solche Gegenstände besser im Handgepäck – dann wissen Sie jederzeit, wo sie sich befinden. Lesetipp: Unser Beitrag mit Hinweisen und Informationen zur Gepäckmitnahme im Flugzeug.

Achtung: Ebenso übernehmen Airlines keine Haftung für die starke Erschütterung des Koffers. Falls Sie also ein Gastgeschenk in Form einer Flasche Wein in Ihrem Koffer transportieren, die während der Reise zerbricht, dann ist dies Ihr Verschulden und Sie erhalten keine finanzielle Kompensation.

Ohne Gepäck am Zielort – was tun?

Bei verspätet geliefertem oder unauffindbarem Gepäck muss die Fluggesellschaft für Einkäufe am Urlaubsort aufkommen, die durch die besonderen Umstände nötig werden – beispielsweise neu erworbene Hygieneartikel und Wechselkleidung. Dafür können Sie bei der Airline auch direkt am Flughafen einen Vorschuss erfragen. Heben Sie die Quittungen der gekauften Waren in jedem Fall auf und reichen Sie diese innerhalb von 21 Tagen nach der Auslieferung Ihres Gepäcks bei der Fluggesellschaft ein, um die Kosten erstattet zu bekommen. Beachten Sie jedoch: Sie sind verpflichtet, die Ausgaben so gering wie möglich zu halten – Luxusartikel sprengen den Rahmen.

Dieser Anspruch kann nicht geltend gemacht werden, falls Sie am Heimatflughafen ohne Koffer ankommen: Denn wer zu Hause ist, muss keine dringenden Einkäufe wie oben beschrieben tätigen.

Das richtige Vorgehen bei Gepäckbeschädigung

Fluggesellschaften haften auch für Beschädigungen am Gepäck. Dies gilt für alle Beschädigungen, die über normale Gebrauchsspuren wie Kratzer oder Dellen hinausgehen. Melden Sie sich im Falle eines Schadens an Ihrem Gepäck – dazu gehört auch ein aufgeplatzter Koffer – nach der Ankunft umgehend beim Gepäckschalter und geben Sie dort eine Schadensmeldung auf. Bei den meisten Fluggesellschaften ist es auch möglich, innerhalb von sieben Tagen eine schriftliche Reklamation einzureichen; oft gibt es dafür auf der Website der Airline ein entsprechendes Beschwerdeformular.

Ebenso verfahren Sie in dem Fall, dass Sie einen oder mehrere Gegenstände des Kofferinhalts vermissen, also ein Diebstahl wahrscheinlich ist. Auch hier müssen Sie jedoch den Wert der fehlenden Gegenstände mit einer Quittung belegen.

Verlust von Handgepäck oder von Wertgegenständen

Die gesetzlichen Bestimmungen – wie oben beschrieben – gelten auch für Handgepäck, sofern die Fluggesellschaft den Schaden bzw. den Verlust verursacht hat; nicht jedoch, wenn Sie Ihre Handtasche oder Ihren Rucksack selbst beim Verlassen des Flugzeugs an Bord vergessen haben. Haben Sie Ihr Handgepäck unverschuldet verloren, so stellen Sie sicher, dass Sie Ihren Anspruch innerhalb von sieben Tagen nach Erhalt des Gepäckstücks geltend machen. Wenn Sie anderweitige rechtliche Maßnahmen ergreifen möchten, müssen Sie dies innerhalb von zwei Jahren tun.

Führen Sie auf Ihrer Reise teure Wertgegenstände mit sich? Dann können Sie mit der Fluggesellschaft ggf. eine höhere Haftungsgrenze (mehr als 1 220 EUR) vereinbaren, indem Sie spätestens beim Check-in eine besondere Erklärung abgeben. Diese ist jedoch mit zusätzlichen Kosten verbunden. Noch besser ist der Abschluss einer privaten Reiseversicherung für Wertgegenstände im Handgepäck.

Welche Vorsichtsmaßnahmen gegen Gepäckverlust können Fluggäste ergreifen?

Mit einigen wenigen Sicherheitsvorkehrungen können Sie das Risiko eines Gepäckverlusts verringern oder bei tatsächlichem Verlust das Wiederauffinden Ihres Koffers erleichtern. Entfernen Sie z.B. vor dem Check-in alle alten Gepäckanhänger von zurückliegenden Flügen vom Koffer, damit dieser nicht in der falschen Maschine landet.

Ebenfalls kann es hilfreich sein, Ihren Koffer zu markieren oder gleich einen Koffer in einer besonders auffälligen Farbe oder mit einem hervorstechenden Muster zu kaufen. Unter Umständen entspricht das nicht Ihren persönlichen ästhetischen Ansprüchen – die Beschreibung und letztlich das Wiederfinden Ihres Gepäcks vereinfachen sich dadurch jedoch erheblich. Auch die Verwechslung von Gepäckstücken und die versehentliche Mitnahme Ihres Koffers durch einen anderen Fluggast ist dadurch unwahrscheinlicher.

Vor einer Reise muss schon mal oft alles schnell gehen. Damit alles ruhig und bedacht abläuft, lautet unser Tipp: Bringen Sie Ihr Gepäck rechtzeitig zum Terminal. Es lohnt sich, flughafennah zu parken und die Nacht vor dem Abflug im Airport Hotel zu verbringen:

Hotel am Flughafen

Über manche Hotels können Sie auch einen Shuttlebus buchen, der Sie und Ihre Koffer am nächsten Morgen direkt und bequem bis zum Terminal bringt.

Weiterführende Informationen:

Lufthansa: Haftung und Versicherung bei Deutschlands größter Airline
Welt: Auch die Welt informiert über die Rechte von Passagieren
Travelbook: 9 Tricks, um den Gepäckverlust zu vermeiden

Flug verspätet, annulliert, verpasst – wann gibt es Entschädigung?

Auf diese Weise möchte niemand seinen Urlaub oder seine Geschäftsreise beginnen: Kaum in der Schalterhalle (Alternative Flughafenlounge!) des Flughafens angekommen, zeigt die Anzeigentafel eine Verspätung oder gar einen Ausfall der gebuchten Maschine an. Die gute Nachricht lautet: In solchen Fällen genießen Sie als Passagier dank einer entsprechenden EU-Fluggastrechteverordnung aus dem Jahr 2004 besonderen Schutz. Diese Verordnung gilt, wenn Ihr Flugzeug innerhalb der Europäischen Union gestartet ist, unabhängig davon, ob die ausführende Fluggesellschaft Ihren Sitz in der EU hat.

Im Falle von

  • Flugverspätungen (eine mehr als drei Stunden verspätete Ankunft am Zielflughafen)
  • Flugannullierungen
  • Nichtbeförderungen, sogenanntes „Denied Boarding“ aufgrund von Flugüberbuchung (wenn mehr Tickets verkauft wurden als Sitzplätze im Flieger vorhanden sind)
  • Verspätungen von Anschlussflügen
  • Nichterreichen eines Anschlussfluges aufgrund vorheriger Flugverspätung

haben Sie das Recht auf eine Entschädigung oder eine Ersatzbeförderung.

Airlines müssen allerdings keinen Schadensersatz leisten, wenn außergewöhnliche Umstände vorliegen. Diese Umstände können sein: Streik, die Sperre eines Flughafens, schlechte Wetterbedingungen, Vogelschlag, versteckte Herstellerfehler oder Blitzschlag.

Natürlich greift die Schadenersatzregelung auch nicht, falls Sie das Versäumen eines Fluges selbst verschulden, weil Sie sich nicht rechtzeitig am Check-in oder am Gate einfinden. In diesem Zusammenhang berichten viele unserer Kunden, dass gerade die Anreise zum Flughafen für sie oft mit Ärger verbunden ist: Betriebsstörungen der öffentlichen Verkehrsmittel, Stau auf der Autobahn oder andere zeitliche Verzögerungen können dazu führen, dass man seinen Flug nur unter größter Anstrengung erreicht. Eine Möglichkeit, die Reise stressfrei anzutreten, ist dagegen eine Übernachtung in Flughafennähe, z.B. im Airport Hotel:

Flughafenhotel, Parken und Fliegen

Was muss ich tun, um meine Entschädigung zu bekommen?

Haben Sie Ihren Flug unverschuldet verpasst bzw. wurden aufgrund von Überbuchung nicht befördert oder müssen eine lange Wartezeit aufgrund von Verspätung in Kauf nehmen, können Sie eine finanzielle Kompensation fordern. Um zu Ihrem Recht zu kommen, sollten Sie:

  • sich vom Personal der ausführenden Fluggesellschaft die Verspätung/die Annullierung/die Überbuchung schriftlich bestätigen lassen
  • die Flugdokumente aufbewahren
  • sich so bald wie möglich schriftlich mit der entsprechenden Airline in Verbindung setzen und diese zur Zahlung der Entschädigungssumme auffordern

Die Höhe der Entschädigungssumme ist gestaffelt (siehe weiter unten). Die Zahlung sollte dann normalerweise binnen 14 Tagen bei Ihnen eingehen. Bietet Ihnen die Fluggesellschaft statt der Entschädigungssumme einen Reisegutschein an, so müssen Sie diesen nicht annehmen – das Geld steht Ihnen zu! Der Anspruch auf Entschädigung, der gegen die betreffende Fluggesellschaft geltend gemacht werden kann, verjährt im Regelfall erst nach drei Jahren. Die Verjährungsfrist beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Flug geendet hat. Dieses EU-Musterformular können sie nutzen, um Ihren Antrag auf Entschädigung zu stellen.

Manche Airlines reagieren jedoch verzögert oder gar nicht auf Forderungen nach Entschädigungszahlungen. In besonders schwierigen Fällen hilft leider nur der Gang zum Anwalt. Der günstigere Kompromiss sind Dienstleister, die sich auf Hilfe für Fluggäste spezialisiert haben, u.a. EUclaim, Flightright und FairPlane. Diese Schlichtungsstellen arbeiten auf Erfolgsbasis: Fließt seitens der Airline keine Entschädigung, muss der Kunde auch nicht zahlen. Zahlt die Airline dagegen, bekommen diese Unternehmen ein Erfolgshonorar, das zwischen 25 und 30 Prozent der ausgezahlten Summe liegt.

Im Video erfahren Sie vom Geschäftsführer des österreichischen Unternehmens, warum Airlines zumeist schneller zahlen, nachdem FairPlane eingeschaltet wurde:

 

 

Rechte bei Flugverspätung

Bei einer Flugverspätung haben Sie innerhalb der EU ein Recht auf Entschädigung, wenn Sie Ihr Ziel mit mehr als drei Stunden Verspätung erreicht haben und der Grund für die Verspätung keine außergewöhnlichen Umstände waren. Die Berechnung der Verspätung richtet sich nach dem Zeitpunkt, an dem die Tür des Flugzeugs geöffnet wird und Reisende die Maschine verlassen können – erst dann gilt das Flugzeug als angekommen.

Die maximale Höhe der Entschädigung bei einer mehr als dreistündigen Flugverspätung (keine Gewähr):

  • Flugstrecke bis 1 500 km: 250 EUR
  • Flugstrecke bis 3 500 km: 400 EUR
  • Flugstrecke mehr als 3 500 km: 600 EUR

Bei längeren Verspätungen haben gestrandete Passagiere zudem Anspruch auf kostenlose Betreuungsleistungen wie Mahlzeiten bzw. notfalls auch eine Übernachtung im Hotel, sofern die Weiterreise erst am kommenden Tag möglich ist. Eine Betreuungsleistung steht Ihnen übrigens auch dann zu, wenn Ihr Flug eine Verspätung von ein oder zwei Stunden hat ­– allerdings haben Sie in diesem Fall keinen Anspruch auf Schadensersatz. Beträgt die Verspätung mehr als fünf Stunden, so haben Sie als Passagier das Recht, ganz von der Reise zurückzutreten. In diesem Fall entsteht der Anspruch, die Ticketkosten innerhalb von sieben Tagen nach Abflugdatum von der ausführenden Airline erstattet zu bekommen.

Rechte bei Flugannullierung und Flugüberbuchung

Wird Ihr Flug gestrichen, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Sie lassen sich den Ticketpreis voll erstatten und buchen nochmals einen neuen Flug oder Sie lassen sich zeitnah einen Alternativflug anbieten. Wurden Sie derart kurzfristig über die Annullierung informiert, dass Sie sich bereits am Flughafen eingefunden haben, und können Sie nicht noch am selben Tag einen Alternativflug nehmen, so muss die Airline für Ihre Verpflegung und eine Hotelunterbringung aufkommen. Wird ein Flug um mehrere Stunden vorverlegt, zählt dies im Übrigen auch als Annullierung.

Ein von Kat (@katsasser) gepostetes Foto am

Sollte Ihr Flug überbucht sein und werden Sie deshalb nicht befördert („Denied Boarding“), haben Sie ebenfalls einen Anspruch auf eine Ersatzbeförderung. Möchten Sie ganz von der Reise zurücktreten? Dann können Sie in diesem Fall die Erstattung der Kosten für Ihr Ticket fordern.

Rechte bei verpasstem Anschlussflug

Ein Anspruch auf Entschädigung entsteht auch dann, wenn ein Fluggast aufgrund einer Flugverspätung seinen Anschlussflug nicht rechtzeitig erreicht. Ausschlaggebend ist hier:

  • ob Sie eine durchgehende Buchung der Flüge bei ein- und derselben Airline vorweisen können und
  • ob Sie mit mehr als drei Stunden Verspätung auf dem Umsteigeflughafen ankamen

Ist der Anschlussflug selbst verspätet, so hat man als Reisender dieselben Rechte wie im Fall einer normalen Flugverspätung sowie zusätzlich das Recht, eine Beförderung zurück zum Abflughafen zu verlangen. Allerdings kann die Fluggesellschaft die Art des Transports wählen – er muss also nicht zwingend mit dem Flugzeug, sondern kann auch mit dem Bus oder mit der Bahn erfolgen.

Rechte bei einer Pauschalreise

Ansprüche wie Betreuungsleistungen und Entschädigungszahlungen bestehen unabhängig davon, ob Sie den Flug im Rahmen einer Pauschalreise gebucht haben oder nicht. Sie können (und sollten) Ihre Entschädigungsforderung immer an die ausführende Fluggesellschaft richten.

Gleichzeitig können aber auch Reiseminderungsansprüche gegen den Reiseveranstalter bestehen. Diese Entschädigungszahlungen sind aber meistens niedriger als das, was Ihnen gemäß EU-Fluggastrechteverordnung zusteht. Ihre aus Reisemängeln resultierenden Ansprüche gegen den Veranstalter müssen Sie in jedem Fall

  • innerhalb eines Monats nach der vertraglich vorgesehenen Beendigung der Reise

geltend machen. Wenn Sie diese Frist versäumen, verlieren Sie leider auch Ihren Anspruch auf Entschädigung.

Lohnt sich eine Reiseversicherung?

Im Normalfall sind Sie über die EU-Fluggastrechteverordnung ausreichend geschützt. Eine Reiseversicherung, die beispielsweise die Kosten für eine kurzfristig nötige Hotelunterbringung aufgrund eines verpassten Anschlussflugs übernimmt, kann aber dann sinnvoll sein, wenn Sie den Zubringerflug und den Anschlussflug bei unterschiedlichen Fluggesellschaften gebucht haben. Denn Ihr Anspruch auf Schadensersatz gilt, wie oben bereits erwähnt, nur dann, wenn die Flüge von ein- und derselben Airline durchgeführt werden.

Tipp: Eine sogenannte Reiserücktrittsversicherung lohnt sich bei unerwarteten Zwischenfällen – eine schwere Erkrankung beispielsweise – die Sie daran hindern können, die Reise anzutreten. Die Reiserücktrittsversicherung empfiehlt sich daher besonders für Senioren und Familien mit Kleinkindern. Gerade – aber nicht nur – diese Gruppe Reisender profitiert auch von einer möglichst stressfreien Anreise zum Airport. In Flughafennähe zu parken und sich anschließend mit dem Shuttlebus zum Abflugterminal bringen zu lassen, ist einfach, schnell und komfortabel. Parken am Flughafen, Flughafenparken

Weiterführende Informationen:

Fluggastentschädigung: Alle Leistungen, die die Fluggesellschaft erbringen muss
fliegen-sparen: Wie man eine Flugüberbuchung für sich ausnutzen kann