Weihnachten auf Flughäfen: Die schönsten Aktionen

Die Advents- und Weihnachtszeit ist alle Jahre wieder etwas ganz Besonderes. Viele Menschen schmücken ihr Zuhause mit Lichtern und weihnachtlicher Zier. Auch viele Flughäfen zaubern in diesen Tagen für ihre Gäste eine ganz besondere Atmosphäre. Mit vielen Dekorationen und Aktionen verkürzen sie nicht nur das Warten auf das Boarding, sondern auch das Warten auf das Weihnachtsfest.

In der Vorweihnachtszeit oder an den Festtagen zu fliegen oder einen Flughafen beziehungsweise seine Homepage auch unabhängig von einer Flugreise zu besuchen, kann sich lohnen. Wir haben die schönsten Angebote und Events für Sie zusammengestellt.

Flughafen Frankfurt – Badeenten und die Macht

Die Geschäfte und Cafés der beiden Terminals des Frankfurter Flughafens sind festlich geschmückt. Sie bieten Geschenk- und Dekorationsartikel sowie typisch weihnachtliche Gerichte und Spezialitäten an.

  • An unterschiedlichen Orten in den Abflugbereichen der Terminals kann man noch bis zum 23. Dezember auf Flughafen-Engel treffen, die Weihnachtslieder singen.
  • Am 11. Dezember warten die Engel mit dem Nikolaus auf Passagiere, die sich vor einer speziellen Fotowand mit ihnen fotografieren lassen wollen. Die ausgedruckten Bilder können dann mit nach Hause genommen werden.
  • Als spezielles Mitbringsel vom weihnachtlichen Frankfurter Flughafen sind auch die Weihnachts-Badeenten gedacht, die vom 18. bis zum 20. Dezember verteilt werden. Drei der Besucher, die ein witziges Weihnachtsfoto mit ihrer Ente an fotowettbewerbe@fraport.de schicken, können zudem eine Kamera gewinnen.
  • Am 10. Dezember von 11 bis 13 Uhr und am 16. Dezember von 15 bis 17 Uhr stellt Fernsehkoch Johann Lafer für die Kunden des Heinemann Duty Free & Travel Value Shops am Flugsteig A weihnachtliche Trüffel her, die auch probiert werden dürfen.
  • Am 13. Dezember ist „Airlebnis-Tag“. Die Europäische Weltraumorganisation ESA ist zu Gast am Flughafen und gibt Einblicke in wissenschaftliche Phänomene.

Imperial Starport 2015

Zusätzlich zu den traditionellen Vorweihnachts-Aktionen hat der Fraport – besser gesagt der Imperial Starport – noch ganz andere Events auf Lager: Der Flughafen überrascht die Gäste und Flughafen-Fans mit Star Wars-Einlagen und unterhaltsamen Videoclips. Die Macht ist wohl am Flughafen…

Flughafen München – Wintermarkt mit Lichterfahrten

Das München Airport Center ist mit einem 15 Meter hohen Riesenchristbaum und rund 450 echten Weihnachtsbäumen geschmückt. Mehr als 50 Marktstände, die Geschenkartikel oder kulinarische Köstlichkeiten anbieten, laden Flugreisende und andere Besucher zum Stöbern und Schlemmen ein. Für die kleinen Flughafengäste wird der Bummel über den Wintermarkt durch Vorstellungen des Kasperletheaters, das Backen und Verzieren von Lebkuchenhäusern oder das Basteln von Adventsschmuck versüßt.

  • Groß und Klein können sich darüber hinaus auf der Eisstockbahn und auf der 600 Quadratmeter großen Eisfläche vergnügen, auf der am 19. Dezember ab 16 Uhr Profiläufer ein Showprogramm zeigen werden.
  • Jeden Donnerstag steht ab 18 Uhr zudem eine „Eisdisco“ auf dem Programm.
  • Ein weiteres Highlight sind die Lichterfahrten, die zwischen 16.30 und 19.30 Uhr stündlich angeboten werden und Besucher über das nächtliche Flughafengelände führen.

Flughafen Stuttgart – Gewinne hinter Türchen

Der Flughafen Stuttgart lockt mit einem Adventskalender, der sich sowohl auf der Homepage öffnet als auch an verschiedenen Auslagestellen in den Terminals erhältlich ist. Hinter den 24 Türchen verstecken sich täglich neue Rabatte und Überraschungen der Shops und Gastronomiebetriebe des Flughafens. Außerdem dürfen die kleinen Flugreisenden die Kinder-Weihnachtsbäckerei besuchen, während sich Gäste aller Altersklassen von einem Karikaturisten zeichnen lassen können.

Weihnachten Flughafen Stuttgart

Adventskalender © Flughafen Stuttgart

Flughafen Berlin Brandenburg – Rätselvideos vom Weihnachtswichtel

Der Flughafen Berlin Brandenburg hält für Besucher, Passagiere und alle anderen Interessenten einen Facebook-Adventskalender bereit. An jedem Tag führt ein Weihnachtswichtel durch einen neuen Rätselfilm, an dessen Ende ein Buchstabe erraten werden soll. Unter allen Einsendern des Lösungswortes, das somit aus 24 Buchstaben besteht, werden viele attraktive Preise verlost.

Weihnachten Flughafen Berlin Brandenburg

Facebook Video © Flughafen Berlin

Flughafen Düsseldorf – Eisdisco

Am Flughafen Düsseldorf können Besucher und Passagiere an den Adventswochenenden ihre Runden auf einer Kunststoff-Eisbahn mitten im Terminal drehen.

  • Am 12. und am 19. Dezember gibt es hier ab 16 Uhr auch eine „Eisdisco“, bei der sich die Eisläufer vom Sound über das Eis treiben lassen können.

Interview mit einer Flugbegleiterin

– Anne Struck von UFO e.V. über den schwierigen Beruf des Bordpersonals

Im Jahre 1927 trat ein Steward an Bord einer Maschine der heutigen British Airways den ersten Dienst als Flugbegleiter an. Das Flugbegleiter-Konzept beruhte anfangs auf der Annahme, die Anwesenheit der Stewards und die Betreuung der Passagiere mindere die Flugangst. Das führte in der Konsequenz zum Entstehen eines neuen Berufszweiges.

Lange Zeit war die Arbeit als Flugbegleiterin oder Flugbegleiter ein ausgesprochen beliebter Beruf, nicht zuletzt wegen der Traumvorstellung, um die Welt reisen zu können. Heutzutage hat diese Tätigkeit, einst mit Glamour und Ansehen verbunden, etwas an Glanz verloren: Es wird viel verlangt und gering entlohnt.
Die Rechtevertretung der Flugbegleiter wird seit 1992 durch UFO e.V. wahrgenommen. UFO steht für die „Unabhängige Flugbegleiter Organisation – die Gewerkschaft des Kabinenpersonals“. Sie wurde im Hause der Deutschen Lufthansa gegründet, um die Probleme und schwierigen Arbeitsbedingungen der Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter aufzuzeigen und für deren Interessen einzutreten.

Wir sprachen mit Anne Struck, die im Vorstand des UFO e.V. (www.ufo-online.aero) für den Bereich Berufspolitik verantwortlich ist. Anne Struck, geboren 1962, absolvierte ein Lehramtsstudium, entschied sich jedoch aufgrund der besseren beruflichen Perspektiven, Flugbegleiterin zu werden. Seit 1986 ist sie Flugbegleiterin bei Lufthansa CityLine mit der Sonderfunktion SFA (Supervision Flight Attendant). Seit 15 Jahren setzt sie sich aktiv für die Flugbegleiterrechte ein.

Erzählen Sie uns, wie Sie zum Beruf Flugbegleiterin gekommen sind und wie Ihre Erfahrungen waren.

Ich habe eigentlich Lehramt studiert. Zum Ende meines Lehramtsstudiums hatte ich die Gewissheit, arbeitslos zu werden und deshalb nach beruflichen Alternativen gesucht. Durch einen Zufall – ein enger Freund flog damals als Flugbegleiter bei der LTU und nahm mich mit in Urlaub nach Sri Lanka und auf die Malediven (für mich das erste Mal Langstrecke) – hatte ich Blut geleckt und mich dann auch gleich erfolgreich beworben. Das Ganze ist mittlerweile beinahe 30 Jahre her.

Die Stewardessen galten zu Beginn des Flugtourismus als Aushängeschild der Airlines: attraktive Werbefiguren in schicken Uniformen. Heute wirkt der Beruf nicht mehr so attraktiv. Wie und warum hat der Beruf eine Abwertung erfahren, was sind die Gründe?

Mit der zunehmenden Nachfrage an Flügen, damit einhergehend natürlich auch den zunehmenden Angeboten, wurden viele neue Airlines gegründet. Zudem forderten schnelle Expansionen die Airlines, Flugbegleiter in Massen einzustellen. Das dabei insgesamt die Qualität von Flugreisen leidet, ist absehbar gewesen. Die Frequenzen zu den Destinationen wurden ebenfalls deutlich erhöht, sodass Stopps für die Crews auf ein Minimum beschränkt wurden. Für Crews sind vier bis fünf Flüge täglich, fünfmal die Woche sowie auf kontinentalen Strecken heute keine Ausnahme mehr. Bei Langstreckenflügen bleibt vielen Crews oft nur noch ein sogenanntes „minimum rest“, was bedeutet, dass man allenfalls 1 ½ Tage Pause vor Ort hat.

Als Reisender freut man sich ja über die Flugbegleiterin, die einem immer hilft und das Essen reicht. Aber was sind die Härten des Berufes im Arbeitsalltag (die man als Reisender nicht wahrnimmt), und welche Rolle spielen Fluggesellschaften dabei: Könnten sie Rahmenbedingungen schaffen, die die „natürlichen“ Härten abfedern könnten?

Der Beruf des Flugbegleiters ist eine tägliche Herausforderung. Als Flugbegleiter ist man Gastgeber, Entertainer, Restaurantfachmann, Krankenschwester, Psychologe, Kindergärtner und Sicherheitsexperte in einem. Schichtdienst, Zeitzonen und Klimawechsel erschweren das Arbeiten. Hinzu kommen die Enge der Flugzeugkabine, die sauerstoffarme Luft, die ständigen Druckunterschiede, der Lärm, Geruchsbelästigung und inkonstante Temperaturen durch schlechte Klimatisierung an Bord. Die unterschiedlichen Bedürfnisse unserer Gäste zu befriedigen, die zum Teil viel Fingerspitzengefühl erfordern, sind ebenfalls nicht zu unterschätzen.
Durch stabile Dienstpläne und damit planbare Freizeit könnten Airlines Härten abfedern. Auch längere Ruhephasen, damit sich Crews ordentlich regenerieren können, sind notwendig.

Welche Erleichterungen würden sich Flugbegleiterinnen wünschen (neben einem adäquaten Gehalt, versteht sich)?

Wie zuvor schon erwähnt, ist es ein großer Wunsch, durch weniger Dienstplanänderungen mehr Stabilität zu schaffen. Ebenfalls erleichternd wäre es, wenn man mit sogenannten Request-Systemen ein wenig Einfluss auf seine Dienstplangestaltung nehmen könnte.

Auch gute Hotels, in denen man Ruhe findet, die zugleich aber an an Infrastruktur angebunden sind, wären notwendig. Die Airlines neigen dazu, gerne Flughafenhotels auszuwählen, da hier unter anderem Transportkosten gespart werden können. Selbstverständlich muss auch ein adäquates Gehalt bezahlt werden, damit man in hochpreisigen Städten wie München oder Frankfurt ein Auskommen hat, und nicht noch einen Zweitjob annehmen muss.

Wie wird man Flugbegleiterin? Wenn Sie jetzt Berufsberatung anbieten würden – welche Eigenschaften würden Sie nennen, die man in dem Job haben muss?

Man bewirbt sich bei einer Airline. In der Regel geht das zunächst online. Dann folgt ein Telefoninterview und der nächste Schritt ist die Einladung zu einem Assessment. Man sollte sich auf der Homepage der Airline zuvor über die Einstellungsvoraussetzungen informiert haben. Abitur oder eine abgeschlossenen Berufsausbildung sind in den meisten Fällen Voraussetzung.

Mitbringen sollte man eine gute soziale Kompetenz, Dienstleistungsbereitschaft, große Flexibilität, eine hohe Motivation und vor allem Belastbarkeit, gute Englischkenntnisse, eventuell noch andere Sprachkenntnisse und Lust am Reisen.

Wir bedanken uns sehr herzlich für das Interview, Frau Struck.

Lesetipps:
Eine weiterführende Ethonologische Sicht auf das Reisen und Wandern der Menschen hat Herr Hahn auch in dieser Ausgabe des Wissenschaftsmagazings Forschung Frankfurt 2/2013 gegeben: „Immer im Aufbruch: Die Menschheit unterwegs“

 

Reisereporter im Wandel der Zeit

Es mag wohl kaum einen faszinierenderen Beruf geben als den des Reisereporters. Als Kundschafter, Entdecker und Beobachter reist er dem Leser voraus, sammelt Eindrücke aus fremden Welten, um diese anschließend in einem lebendigen Bericht aufzuschreiben. Und dies in einer Weise, dass sich der Leser beim gemütlichen Sonntagsfrühstück denkt: ‚Sollte ich dort vielleicht meinen nächsten Urlaub verbringen‘?

Eine kurze Geschichte des Reisejournalismus

Eine gute Reisereportage kann auch das Ziel haben, einfach nur zu unterhalten. „Die Reisen, die man vor dem eigenen Kamin unternimmt, sind wahrscheinlich die schönsten“, sagte einmal der berühmte Schriftsteller William Somerset Maugham. So kann der Leser von seinem Wohnzimmersessel aus die aufregende Reise des Reporters durch den Dschungel von Papua Neuguinea miterleben, ohne jemals die Absicht zu haben, selbst dort hin zu fahren. Bei diesen Reportagen geht es weniger darum, über andere Länder zu informieren; sie appellieren an bestimmte Emotionen: Das Fremde und die Freiheit auf zwanglose Art zu erfahren, verbunden mit dem Wunsch, dass sich genau dieses Gefühl auf der nächsten Reise einstellt. Selbst dann, wenn es doch wieder der Cluburlaub auf Mallorca sein wird.

Reisereporter können zwar Anreize für die nächste Urlaubsplanung bieten, dienen aber meist als „Fluchthelfer in die Paradiese“. Im Gegensatz zu klassischen Reiseführern, die sich ganz konkret mit Sehenswürdigkeiten, Restaurants oder Sightseeing-Tipps beschäftigen, produzieren Reisreportagen ferne Träumereien für zu Hause. Genau darin liegt ihr vielleicht größter Widerspruch, aber auch ihr größter Reiz.

Reisen ist die Suche nach etwas, das innerlich fehlt – Alain de Botton

Die ersten „Reisereporter“ der Antike

Der zeitgenössische britisch-schweizerische Schriftsteller Alain de Botton brachte es auf den Punkt: „Reisen ist die Suche nach etwas, das innerlich fehlt“. Das Bedürfnis, die Fremde zu erkunden, entsteht also aus einem Gefühl des Mangels und ist damit so alt wie die Menschheit selbst – ebenso wie das Erzählen darüber. Während die mündlichen Überlieferungen, wie sie vor der Erfindung der Schrift üblich waren, vorwiegend zur Bildung von Legenden und Mythen beitrugen, wurden in der Antike die ersten sachlichen Reiseberichte in geschriebener Form entwickelt. Allen voran sei hier der griechische Geschichtsschreiber Herodot (490 v. Chr.) genannt, dessen Kultur- und Länderbeschreibungen, in denen Babylon und Ägypten die Hauptrolle spielten, von den Daheimgeblieben begeistert aufgenommen wurden. Trotz der Neugier am Unbekannten war den meisten Menschen das Reisen allein um des Erlebens willen noch fremd – und das sollte auch die kommenden Jahrhunderte so bleiben. Doch zum Glück hat es immer Abenteurer gegeben, die sich trotz Unsicherheiten und Gefahren auf den Weg machten, um dann – wenn sie denn zurück kamen – den ungeduldig Wartenden von wundersamen Tieren, Landschaften und Menschen zu erzählen.

Doch ging es nicht jedem darum, die Sensationslust seiner Landsleute zu befriedigen. Das Werk „Beschreibung Griechenlands“ des antiken Reiseschriftstellers Pausanias (115 n. Chr.) enthält detaillierte Schilderungen unterschiedlicher Landschaften, mit denen er teilweise sogar die Beschaffenheit der Böden charakterisierte. Darüber hinaus lieferte er seinen Lesern Wegbeschreibungen zu wichtigen Tempelanlagen, Stadtmauern oder Friedhöfen. Noch heute gelten seine insgesamt zehn Reiseführer von unschätzbarem Wert, denn mit ihrer Hilfe konnten Archäologen längst verschüttete Ruinen wichtiger antiker Bauwerke aufspüren.

Große Reisende: Marco Polo und Goethe

Im Zeitalter der Renaissance machte ein weiterer Reisender sich einen Namen: Marco Polo, Sohn einer wohlhabenden venezianischen Handelsfamilie. Seine Abenteuerlust trieb ihn im 13. Jahrhundert auf eine Reise durch ganz Asien, die 20 Jahre lang dauern sollte. Sein literarisches Talent sorgte dafür, dass die recht lebhaft geschilderten Erlebnisse in seiner Heimat für großes Aufsehen sorgten. Seine Asien-Beschreibungen wirkten für die meisten Menschen derart absurd, dass man ihn für einen Aufschneider hielt. Bis heute streiten sich Historiker darüber, wie viel von Marco Polos Reiseberichten tatsächlich wahr ist. Allerdings verstand der berühmte Entdecker es, mit seinen Schilderungen jenes Gefühl von Fernweh und Freiheit auslösen, welches uns auch heutzutage beim Lesen einer packenden Reisereportage übermannt.

Marco Polo - bekannter Reisender © Popova Olga_Fotolia.com

Marco Polo – bekannter Reisender © Popova Olga_Fotolia.com

Mit der Erfindung des Buchdrucks wurden Reiseberichte einer breiteren Masse zugänglich. Und auch die Art, wie die Reisenden ihre Erlebnisse und Gedanken aufschrieben, entwickelte sich stetig weiter. Gleichzeitig wuchs das Interesse der Menschen daran, eine Vorstellung zu bekommen, wie es am anderen Ende der Welt wohl aussehen mag, wie es sich dort anfühlt, wie die Luft riecht und wie das fremdartige Essen schmeckt. Einer der Ersten, der seine Reiseerfahrungen besonders sinnlich und plastisch aufschrieb, war der Dichter Johann Wolfgang von Goethe. Sein Werk „Italienische Reise“, das Goethes Reisen von 1786 bis 1788 beschreibt, erzählt nicht einfach nur von einem Land oder einem Abenteuer, sondern vermittelt dem Lesenden das Gefühl, selbst dort gewesen zu sein.
Danach sollte es nur noch wenige Jahrzehnte dauern, bis sich in Europa die Anfänge des Tourismus entwickelten.

Elly Beinhorn – „Ein Mädchen fliegt um die Welt“

Die modernen Reiseberichte und die unterschiedlichen Herangehensweisen der heutigen Reisereporter sind nicht zuletzt das Ergebnis einer langen literarischen Entwicklung, welche den mutigen Vorreitern und ihren Schriften zu verdanken ist.

Mit der steigenden Reiselust zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen plötzlich ganz neue Fortbewegungsmöglichkeiten auf: Die Bahn, das Auto und schließlich das Flugzeug.
Besonders das Fliegen, welches für die Erfüllung eines der größten und ältesten Träume der Menschheit steht, übte eine große Faszination aus. Als sich die 21-jährige Hannoveranerin Elly Beinhorn im Jahre 1928 in den Kopf gesetzt hatte, Pilotin zu werden, wollten das weder ihre Eltern zulassen, noch fand sich zunächst eine Schule, die bereit war, eine Frau auszubilden. Doch Elly blieb hartnäckig, zog heimlich nach Berlin, legte der Flugschule in Spandau eine Menge Geld auf den Tisch und konnte sich schließlich ihren Traum erfüllen. Die neue Freiheit, welche die junge Frau in der großen Stadt erlebte, löste eine unbändige Abenteuerlust in ihr aus, die bis dahin nur Männer ausleben durften. Angstfrei und talentiert wie sie war, brach sie 1932 zu einer Weltumrundung im Alleinflug auf. Wo sie auch landete, fast überall wurde „das mutige deutsche Mädchen“ überschwänglich begrüßt. Elly Beinhorn war eine Sensation und in ihrem Emanzipationsverständnis der Welt um Jahrzehnte voraus.

Elly Beinhorn war nicht nur eine der bedeutendsten Fliegerinnen, sondern darüber hinaus auch eine erfolgreiche Autorin und Journalistin. Ihr anschließender Reisebericht „Ein Mädchen fliegt um die Welt“ wurde über Nacht zum Bestseller. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete sie für verschiedene Tageszeitungen als Reporterin und Fotografin. Zu dieser Zeit war der Reiseteil in den großen Zeitungen längst ein fester Bestandteil geworden.

Als Abenteuerin, Pilotin und Journalistin wurde Elly Beinhorn nicht nur zum Weltstar – sie ermutigte durch ihr Handeln zahlreiche Mädchen und Frauen dazu, ebenfalls aus ihren alten Rollen herauszubrechen. Das damals noch sehr männlich geprägte Berufsbild des Reporters – zumal des Reisereporters – wurde durch die neuen, weiblichen Sichtweisen erheblich bereichert. Auch das Wirtschaftswachstum und der aufkommende Massen-Tourismus sorgten dafür, dass eine neue Ära des Reisens anbrach.

Moderne Reisereporter – Reisen als Popkultur

Die Industrialisierung und die damit verbundene Verbesserung der Infrastruktur gestaltete das Reisen im 19. Jahrhundert erheblich einfacher. Das Bürgertum unternahm sogenannte Lustreisen, die einzig dem Vergnügen dienten. Söhne wohlhabender Familien wurden nach Ende der Schulzeit in die Ferne geschickt, damit sie sich kosmopolitisch weiterbilden konnten. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg fanden sich in den Tageszeitungen Reisefeuilletons. Während die bis dahin bekannte Reiseliteratur hauptsächlich von Schriftstellern verfasst worden war, erschienen nun zunehmend auch von Journalisten verfasste Reisereportagen. Der Reisejournalismus,wie wir ihn heute kennen, entstand in dieser Zeit.

„Gut geschriebene Reisefeuilletons stellen Versprechungen auf noch nicht Erfahrenes, noch nicht Geschehenes, noch nie Erlebtes dar. Sie wecken Neugierde – und damit verlocken sie zum Abenteuer“, erklärte der deutsche Publizistikwissenschaftler Wilmont Haacke. Dabei ragen vor allem Reporter hervor, die diese Versprechen spannend, humorvoll oder sonst wie außergewöhnlich umsetzen können. Berühmte Reiseautoren kennen den Zeitgeist der Gesellschaft und sind Meister darin, unter all den nicht erzählten Geschichten über die Ferne die richtige Story aufzuspüren.

Annemarie Schwarzenbach – Reisen als Flucht

Wer als Frau vor den großen Emanzipationsbewegungen von sich reden machen wollte, musste eine Rebellin sein. Elly Beinhorn mit ihrem Flug um die Welt oder Ida Pfeiffer, die sich Mitte des 19. Jahrhundert aus den Fängen einer ermüdenden Ehe löste und sich alleine auf eine Weltreise begab, gehören zu den bekanntesten Beispielen aus der Reiseliteratur. Auch die Journalistin Annemarie Schwarzenbach, die 1908 als Tochter einer reichen Industriellenfamilie in Zürich geboren wurde, war solch eine Rebellin.

Annemarie Schwarzenbach © by Selbstportrait Annemarie Schwarzenbach via Wikimedia Commons

Annemarie Schwarzenbach © by Selbstportrait Annemarie Schwarzenbach via Wikimedia Commons

Mit den damaligen Rollenvorstellungen konnte sie schon als junge Frau nichts anfangen. Stattdessen schrieb sie Romane über lesbische Beziehungen, experimentierte mit Drogen und verstand sich als Anarchistin. Um den Einflüssen ihres hitlergläubigen Elternhauses zu entkommen, wurde Annemarie ab 1933 zu einer „unheilbaren Reisenden“ (A. Schwarzenbach über sich), die rastlos ganz Europa, Asien, den Orient und die USA erkundete. In weniger als zehn Jahren veröffentlichte Annemarie Schwarzenbach fast 300 Reportagen aus vier Kontinenten. Wie groß ihre innere Getriebenheit gewesen sein muss, lässt die folgende Aussage nur vermuten: „Ich freute mich überhaupt auf nichts, und es war doch meine Arbeit, das Innere der Länder kennenzulernen und sie aufrichtig zu lieben, um sie für andere Menschen beschreiben zu können.“ Mit gerade mal 34 Jahren starb die schwer depressive, aber gefeierte Journalistin im November 1942 an den Folgen eines Fahrradunfalls.

Reisen mit Humor – Manfred Schmidt

Für Comiczeichner und Journalist Manfred Schmidt war das Reisen keine Flucht, sondern eine amüsante Angelegenheit. Als er in den 1950er Jahren die bis heute populäre Figur Nick Knatterton schuf, traf er genau den Nerv der Zeit. Humor, Ironie und leichtfüßige Vielschichtigkeit waren genau das, was die Menschen nach den erschütternden Kriegszeiten brauchten. Kaum eine Kunstfigur verkörperte das damals besser als der scharfsinnige Privatdetektiv Knatterton. Manfred Schmidts wahre Liebe gehörte allerdings den Reisereportagen, die er ebenso heiter und stets mit einem Augenzwinkern verfasste. Mit seinen humorvollen Reiseberichten über Italien, Großbritannien oder Osteuropa verstand er es, der Welt den Schrecken zu nehmen. Für Schmidt war jedes Land, über das er schrieb, ein einziges Kuriositätenkabinett. Dort fand er nämlich die gleichen Absurditäten des Alltags vor, die auch Loriot alias Vico von Bülow hierzulande entlarvte. Beide verband übrigens nicht nur ein ähnlicher Humor, sondern auch eine tiefe Freundschaft. Schmidts Reportagen erlangten ebenfalls Kultstatus und wurden bereits mehrfach in Buchform veröffentlicht.

Wolfgang Büscher – die Seele der Fremde erkunden

Nicht lange nach dem Wirtschaftswunder galt die Welt als weitestgehend entdeckt. Aus den Abenteurern von einst sind erholungssuchende Touristen geworden, die sich nur für ein paar Stunden ins Flugzeug zu setzen brauchen, um einen exotischen Strand zu sehen. Wem das Fliegen zu teuer war, konnte sich wenigstens durch das Fernsehen ein Bild von den Tropen machen. Dass sich in einer nahezu entzauberten Welt umso spannendere Geschichten erzählen lassen, beweisen Autoren wie Wolfgang Büscher (Jg. 1951). Seine Reisereportagen und -bücher faszinieren, weil sie, statt Klischees wiederzukäuen, tief in die Seele des jeweiligen Landes eintauchen. Als Wolfgang Büscher sich auf eine dreimonatige Wanderung durch die USA begab, ging es ihm nicht darum, seinen Lesern von den üblichen Sehenswürdigkeiten zu berichten. Vielmehr wollte er ergründen, wie Landschaft, Kultur und Geschichte im Laufe der Jahrhunderte eine Gesellschaft hervorbringen konnten, die trotz tief sitzender Ängste bedingungslos am Amerikanischen Traum festhält. Ähnlich ging er auch bei seinen Jerusalem-Recherchen oder auf seinem langen Marsch von Berlin nach Moskau vor. Durch sein Vorgehen, sich in die Ferne hinein zu fühlen, und durch Beobachten und Hinhören, bringt Büscher Reportagen zustande, die fesseln und gleichzeitig nachdenklich stimmen. Während ein paar Jahrhunderte zuvor die Menschen gar keine Vorstellung davon hatten, wie es ein paar Tausend Kilometer weiter aussehen mochte, gaukeln uns heute Bilder meist stereotypen Charakters vor, dass wir welche hätten. Ob lesend oder selbst erkundend – der Blick unter die Oberfläche eröffnet eine ganz neue Dimension des Reisens. Und so hat nicht nur Büscher erkannt, dass sie Welt viel mehr von sich zeigt, wenn man ihr vorurteilsfrei begegnet.

Wer nicht reist, verpasst das Beste im Leben

Andreas Altmann und Beatrice Sonntag – Reisen als Popkultur

Büscher hat Glück, dass er sich noch vor der Jahrtausendwende als Reisereporter etablieren konnte. Nur wenige Journalisten, die davon leben möchten, können es sich heute noch erlauben, so zeitintensiv und tiefschürfend zu recherchieren. Stattdessen muss seit einigen Jahren ein Markt bedient werden, in dem jeder dank Facebook, Google und Co., nur wenige Klicks investieren muss, um sich einen billigen Flug rauszusuchen und ein paar weitere, um zu erfahren, welche Sehenswürdigkeiten und Restaurants auf jeden Fall abgeklappert werden müssen.

Beatrice Sonntag, die eigentlich als Bauingenieurin arbeitet und mit bürgerlichem Namen Dagmar Béatrice Schirra heißt, ist genau zur richtigen Zeit auf den Online-Zug aufgesprungen. Im Jahre 2006 startete sie im Alter von 27 Jahren einen der erfolgreichsten deutschsprachigen Reiseblogs. Damit hat sie einen Weg gefunden, ihre Berichte unabhängig von Chefredakteuren oder Druckterminen zu veröffentlichen. Ihr Ziel, 100 Länder zu bereisen, ist fast erreicht und mit ihr sind Tausende Fans gespannt, was sie vom nächsten Reiseziel zu berichten hat. In den meisten Fällen erlebt Beatrice gar nichts Besonderes: Neben dem Foto der Ägyptischen Pyramiden, erfährt der Leser, dass die Taxifahrt durch Kairo wild und halsbrecherisch war. Und neben dem hübschen Foto mit der roten Telefonzelle weiß Beatrice zu berichten, dass es in London mal wieder geregnet hat. Die unkomplizierte Bodenständigkeit ihres Blogs ist gleichzeitig ihr Erfolgsgeheimnis. Wer Beatrice seit Jahren vom Wohnzimmer aus beim Reisen zuschaut, hat sie natürlich unweigerlich in sein Herz geschlossen. Als ferne Vertraute vermittelt sie ihren Lesern beständig das Gefühl: Das kann ich jederzeit auch haben.
Und das stimmt auch. Nur werden die wenigsten es tatsächlich machen.

Es soll ja Menschen geben, die ihre Couch für den schönsten Urlaubsort der Welt halten. Kult-Reiseautor Andreas Altmann findet solch eine Einstellung eher bemitleidenswert. Wer nicht reist – und damit sind nicht Pauschalurlaube in All-Inklusive-Anlagen gemeint – verpasst seiner Meinung nach das Beste im Leben. Deshalb liefert Altmann auch keine beschaulichen Ländle-Geschichten. Er sucht nur Orte auf, die ihm den nötigen Thrill für seine Stories versprechen. Je abstruser desto besser. Auch ein schräger Drogentrip bietet ihm genug Stoff. Die Welt will bereist werden, und zwar am liebsten von Altmann persönlich. Und dass ihm da bloß kein Alltag in die Quere kommt!

Reisereporter Andreas Altmann in Pakistan © Andreas Altmann

Reisereporter Andreas Altmann in Pakistan © Andreas Altmann

Was Altmann besonders auszeichnet, ist seine ungeheure Sprachgewandtheit, gepaart mit Zynismus und Polemik. Dabei verkörpert er nur zu gerne die Rolle des umtriebigen Schreiberlings, der die Welt von seiner wildesten Seite erleben darf. Dafür gräbt er sich durch die Wunden Israels und Palästinas, reist ohne Vorsatz mit dem Zug durch Indien, findet sich plötzlich in einem Bordell wieder oder schlägt sich mit Drogenbossen herum. Dabei vergisst er nicht zu erwähnen, wie sehr ihm die Frauenwelt zu Füßen liegt. Wer Altmann-Reportagen liest, wird zwangsläufig an sein eigenes, meist langweiligeres Leben erinnert. Das polarisiert natürlich – auch wenn seine sprachgewaltige Ego-Show zweifellos unterhaltsam ist. Andreas Altmann ist jedenfalls froh, dass er Andreas Altmann ist. Und seine Fans sind das auch. Sie wollen keine Bullerbü-Romantik, sondern echte Abenteuergeschichten, die davon erzählen, wie es er fertigbrachte, ohne Geld von Berlin nach Paris zu laufen.

Lesetipps:

Blog von Beatrice Sonntag: http://www.beatrice-sonntag.de
Alle Veröffentlichungen von Andreas Altmann: http://www.andreas-altmann.com/buecher

Wie die Flugdauer mit der Entwicklung der Flugzeuge zusammenhängt

Über das Wochenende eben schnell nach New York fliegen? Bei nur ca. 9 Stunden Flugdauer ist das heutzutage möglich – Freitagabend hin, Samstag und Sonntag in New York, und Sonntagabend zurück. Zu verdanken ist das einigen wichtigen technologischen Entwicklungen in der Flugindustrie.

  • Einführung der Druckkabine 1943: Flugzeuge fliegen höher und mit geringernem Luftwiderstand. Flugdauer Frankfurt – New York auf 12 Stunden reduziert
  • 1950er Jahre: Mit den besseren Jettriebwerken fliegen Flugzeuge bis zu 890 km/h – diese Geschwindigkeit gilt bis heute
  • Technologie der Zukunft: Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und der Lärmbelästigung – weitere Senkung der Flugdauer eher unwahrscheinlich

Technologiesprünge und Wirtschaftsboom

Markante technologische Neuerungen, wie Druckkabine und Jettriebwerk, die einen wesentlichen Einfluss auf Geschwindigkeit und Reichweite bei der Entwicklung des Passagierluftverkehrs von den Gebrüdern Wright 1903 bis zum modernen Langstrecken-Jet hatten, fanden im Wesentlichen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts statt. Sie sind klar definierbar und erfolgten Hand in Hand mit der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen globalen Entwicklung, die besonders ab den 1960er-Jahren eine anhaltend rasante Luftverkehr-Entwicklung auslöste. Der Bedarf an internationalen und interkontinentalen Langstreckenverbindungen bestand zunächst hauptsächlich im Businesssektor.

Die zunehmende Globalisierung der Wirtschaft während des Wirtschaftsbooms der 1960er-Jahre führte zu einer sprunghaften Zunahme der Reisetätigkeit. Parallel dazu entwickelte sich der Massentourismus, der von der wachsenden Kaufkraft und der höheren Anzahl an zur Verfügung stehenden Urlaubstagen profitierte. Der Tourismussektor ermöglichte die Etablierung spezialisierter Charter-Fluggesellschaften, die beliebte Urlaubsziele zunächst innerhalb Europas und später auch Ziele in anderen Kontinenten bedienten.

Charles Lindbergh überfliegt den Atlantik und löst einen Luftfahrtboom in den USA aus

Während Charles Lindbergh am 20./21. Mai 1927 mit seinem non-stop Soloflug mit der eigens für den Flug angefertigten einmotorigen „Spirit of St. Louis“ von New York nach Paris den mit 25.000 US-$ dotierten Orteig-Preis gewann, war die Entwicklung der Luftfahrtbranche in Europa trotz Unterbrechung im ersten Weltkrieg weiter fortgeschritten als in USA. Dies änderte sich erst mit dem Transatlantikflug von Charles Lindbergh und seinem anschließenden Werbefeldzug quer durch die USA.

Boeing, Lockheed, Douglas – die Fluggesellschaften expandieren

Das Ereignis löste einen regelrechten Luftfahrtboom in den USA aus. Davon profitierten die bereits existierenden Flugzeughersteller wie Boeing, Lockheed und Douglas wie auch bestehende und neu gegründete Fluggesellschaften. Die Entwicklung des Luftverkehrs innerhalb der USA überflügelte bald die Entwicklung innerhalb Europas und zwar auf dem Gebiet der Flugzeughersteller und auf dem der Flugzeugbetreiber.

Sprunghafte Verkürzungen der Flugdauer

Einige wenige technologische Entwicklungen der Luftfahrtindustrie ermöglichten revolutionäre Entwicklungen der Flugzeit.

Im Zeitalter des Kolbentriebwerks, das bei Passagiermaschinen noch bis weit in die 1960er reichte, bestanden die Technologiesprünge vor allem in der Einführung der Druckkabine und der Vorverdichtung der Ansaugluft für die Triebwerke (Turbolader), sodass auch in großen Höhen die notwendige Triebwerksleistung zur Verfügung stand.
Prinzipiell stand nach Einführung der Druckkabine nur noch die Einführung von Strahltriebwerken im zivilen Luftverkehr aus, um nochmals einen technologischen Sprung hinsichtlich Flugdauer und Reichweite zu erzielen.

Seit Einführung der Passagierjets ab Ende der 1950er-Jahre gibt es zwar laufend Detailverbesserungen, die sich meist auf Verbrauchs- und Emissionsminderung und damit auch auf die Reichweite auswirken. Eine wesentliche Geschwindigkeitserhöhung ist aufgrund aerodynamischer Gesetzmäßigkeiten aber auch zukünftig nicht zu erwarten.

Die Einführung der Druckkabine in den 1940ern

Die enorme Entwicklung der Luftfahrtbranche in den USA ab Ende der 1920er-Jahre ließ den Wunsch nach Nonstop-Verbindungen zwischen Ost- und der Westküste aufkommen, also nach transkontinentaler Reichweite. Die zurückzulegende Distanz zwischen New York und San Francisco beträgt 4.200 km. Die Entfernung zwischen Frankfurt und New York beträgt demgegenüber 6.200 km, ist also deutlich länger.

Es war klar, dass derartige Distanzen sinnvollerweise nur mit Flugzeugen mit Druckkabine zu bewältigen waren. Die Einführung der Druckkabine ab Mitte der 1940er-Jahre ließ Reiseflughöhen zwischen 7.000 und 8.000 Metern zu. Das hatte den enormen Vorteil, dass bei gleicher Triebwerksleistung wesentlich schneller geflogen werden konnte, weil Luftdichte und Luftwiderstand mit zunehmender Höhe abnehmen. In 6.000 Metern Höhe beträgt die Luftdichte nur noch 50 % und in 10.000 Metern Höhe nur noch 30 % des Luftdrucks auf Meereshöhe.

Die erste Maschine mit Druckkabine 1943: Constellation von Lockheed

Abgesehen von wenigen exotischen Flugzeugen, die sich am Markt nicht durchsetzen konnten, begann das Zeitalter der Langstrecken-Airliner mit Druckkabine 1943 mit der 4-motorigen Constellation von Lockheed, die in weiterentwickelten Versionen bis 1958 gebaut wurde. Das Flugzeug, in der ersten Version für bis zu 80 Passagiere ausgelegt, ermöglichte einen Quantensprung in der Entwicklung von Fluggeschwindigkeit und Reichweite. Die Reisegeschwindigkeit schnellte von vorher üblichen 250 bis 300 km/h auf 520 km/h hoch und die Reichweite lag bei einer transatlantischen Distanz von 6.400 km. Die Flugzeit Frankfurt – New York schrumpfte auf ca. 12 Stunden zusammen. In der untenstehenden Tabelle sind weitere Beispiele für die Entwicklung der Flugdauer weltweit aufgeführt.

Jettriebwerke bei Airlinern ermöglichen weitere Flugzeitverkürzung

Erst mit Einführung der Jettriebwerke bei zivilen Passagierflugzeugen ließ sich nochmals ein Entwicklungssprung in der Reisegeschwindigkeit erzielen.

Bereits die ersten für den Linienverkehr zugelassenen strahlgetriebenen Airliner wie die Comet IVB von DeHavilland, die Caravelle von Sud Aviation (Kurzstrecke) und die B-707 aus dem Hause Boeing (Langstrecke), die in den 1950er-Jahren ihre Verkehrszulassung erhielten und den Beginn der Passagierjet-Ära begründeten, erreichten bereits die auch heute noch für Jets typischen Reisegeschwindigkeiten von 830 bis 890 km/h in einer Reiseflughöhe von 9.000 bis 11.000 m.

Die parallele Entwicklung der Turboprop-Technologie, bei der die Schubenergie des Jettriebwerks über eine Turbine und ein Untersetzungsgetriebe einen Propeller antreibt, bedeutet hinsichtlich Reisegeschwindigkeit einen Rückschritt, weil Turboprops üblicherweise aus physikalisch-aerodynamischen Gründen im Geschwindigkeitsbereich um 500 km/h operieren. Die Hauptvorteile der Turboprops liegen im gegenüber Jets um 30 bis 40 % niedrigeren Kraftstoffverbrauch und in ihrer kürzeren Start- und Landestrecke, die auch den Betrieb auf Regionalflughäfen mit kurzen Landebahnen zulässt.

Tabelle

Ausblick auf die Zukunft

In Sachen Reisegeschwindigkeit ist mit den bisher erfundenen und erprobten Technologien kaum noch mehr herauszuholen. Die Hauptziele der Luftfahrtindustrie liegen in der Verbesserung des spezifischen Kraftstoffverbrauchs und der Verminderung von Lärmemissionen. Es erscheint eher unwahrscheinlich, dass das Konzept eines Überschall- oder gar Hyperschallfluges nach Beendigung der Concorde-Ära nochmals aufgegriffen wird. Gleichzeitig wird die Flugautomatisierung weiter ausgebaut, die auch ein Eingreifen in die Steuerung vom Boden aus zukünftig möglich machen wird.

Es lässt sich auch ein Trend nach besserer Vernetzung während des Fluges erkennen, so dass zukünftig an Bord selbst bei Langstreckenflügen die Internetnutzung denkbar sein wird. Fest steht, dass Länder und Kontinente gefühlt näher zusammengerückt sind. Kürzere Reisezeiten und größere Maschinen ermöglichen günstigere Angebote und die Bewältigung von immer höheren Passagierzahlen. Auch einen Kurztrip zu einem weit entfernten Ziel erscheint durch die im Vergleich zu den Anfängen erheblich verkürzte Flugdauer noch lohnenswert. Das Flugzeug kann somit als das wichtigste Verkehrsmittel für den Massentourismus gelten.

Weitere Informationen und Lesetipps:

Planespotting – die etwas andere Sammelleidenschaft

Schon mal etwas von Planespotting gehört? Planespotting bedeutet, Flugzeuge beim Start und bei der Landung in der Nähe von Flughäfen zu beobachten und Fotos zu machen. Flugzeuge beim Sonnenuntergang, die mächtigen Aluminium-Giganten von unten – das sind die fotografischen Werke der sogenannten „Planespotter“. Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland mehr als 2.000, zumeist Männer. Stundenlang harren sie an Flughäfen aus, um Flugzeuge zu bestaunen und zu fotografieren. Die Fotos werden anschließend in digitale Datenbanken hochgeladen und „gesammelt“.

Flugzeug beim Sonnenuntergang © FreeImages

Flugzeug beim Sonnenuntergang © FreeImages

Wir möchten Ihnen heute einmal erzählen, was hinter diesem Hobby steckt und dies aus der Sicht eines Planespotters zu beleuchten.

Ich beim Planespotting: Worauf es ankommt

Planespotter verwenden starke Teleobjektive und sind stets auf der Suche nach günstigen Lichtverhältnissen für unsere Aufnahmen. Einige Flughäfen verfügen über Aussichtsplattformen, die sich wunderbar eignen. Aber auch Hügel oder bestimmte Stellen mit einer guten Sicht sind möglich. Ein erfahrener Spotter führt natürlich eine Leiter mit sich, damit er seine Kamera über den oft hohen Zaun halten kann.

Um einen Flieger bei der Landung oder beim Start gut ablichten zu können, ist es wichtig, im Vorfeld über dessen Flugbewegungen informiert zu sein. Ich höre hierfür oft den Funkverkehr zwischen Tower und Piloten mit. Zu jedem Foto notiere ich mir:

  • Kennnummer
  • Typ der Maschine
  • Lande- oder Startdaten
  • Fluggesellschaft
  • Flugzeugtyp und Lackierung

Letztere sind die wichtigsten Informationen, sollten die Gesellschaft, die Registriernummer und die Seriennummer des Flugzeuges nicht erkennbar sein.

Begehrte Fotomotive sind generell seltene Flugzeugtypen und Bemalungen. Alte russische Flieger wie „Antonovs“ oder die Boeing 727, die nicht mehr häufig zu sehen sein werden, sind besonders beliebte Modelle. Aber auch der Airbus A360 oder Flugzeuge mit auffälligen Einzellackierungen wie bei den Maschinen der australischen Fluglinie Quantas sind sehr gefragt.

Familie mit Sammelleidenschaft

Die einen sammeln Briefmarken, die anderen Handtaschen – Planespotter sammeln die selbstgeschossenen Bilder. Das ist aber längst nicht alles. Ich gehöre zu den Spottern, die zudem für ihr Leben gern reisen! Schon oft brachte mich mein treuer PKW an die entlegensten Plätze. Wenn ich weiß, dass ich ein bestimmtes Flugzeug an einem bestimmten Flughafen vor die Kamera bekomme, mache ich mich sofort auf den Weg. Es klingt verrückt? Wir Planespotter sind eben eine richtige kleine Familie. Bei jedem „Shooting“ lerne ich neue Menschen kennen, Gleichgesinnte, die mein Hobby teilen. Damit wir uns nicht aus den Augen verlieren, halten wir anschließend über das Internet weiterhin Kontakt.

Was einen zum Planespotting bewegt?

Nun, das sogenannte Spotting (aus dem Englischen ‚to spot‘ für ausmachen, beobachten, orten, erkennen, lokalisieren) bedeutet: Beobachten von Objekten oder Phänomenen. Wer auf Reisen geht, beobachtet vermutlich viele verschiedene Sehenswürdigkeiten, Landschaften sowie Kulturen und hält die Eindrücke auf Bildern fest. Wir Planespotter versuchen wiederum, so viele verschiedene Flugzeuge wie möglich auf Bildern zu verewigen. So groß ist der Unterschied zum gewöhnlichen Fotoschießen also gar nicht. Wobei die jeweils startende oder landende Maschine zugegebenermaßen eine besondere Herausforderung darstellt.

Das richtige Motiv

Ähnlich wie bei einer Briefmarkensammlung ist ein Planespotter bestrebt, seine Flugzeug-Bildersammlung zu vervollständigen. Mit Stift, Papier, iPad oder Laptop sowie einer Liste mit sämtlichen Flugzeugen einer Flotte bewaffnet, begibt er sich auf Motivsuche. Hat er einen Treffer gelandet, wird das Objekt auf der Liste angekreuzt.

Zwar ist die Planespotter-Szene – ja, als solche kann man sie durchaus bezeichnen – verhältnismäßig klein. Das Hobby an sich ist jedoch schon zu Kriegszeiten entstanden. Damals wurde der Flugverkehr besonders genau beobachtet und einzelne Maschinen notiert. Bis heute gibt es Spotter, die einzig mit einem Notizblock und einem Fernglas in der Hand die Flugbewegungen beobachten und schriftlich festhalten.

Beliebte Flughäfen der Planespotter

In der Planespotter-Szene gibt es natürlich auch Flughäfen, die besonders gern und oft besucht werden. In Deutschland zählen hierzu die Flughäfen Hamburg, München, Düsseldorf und Frankfurt am Main. Dort finden beispielsweise zahlreiche Flugbewegungen statt. Es kann aber auch sein, dass sich viele neue Modelle beobachten lassen, weil Flugzeugwerften angeschlossen sind.

Außerhalb von Deutschland gilt der Flughafen Schiphol in Amsterdam als optimaler Ort für Planespotting, weil es hier nur wenige Zäune gibt, die die Sicht versperren. Aviatik-Begeisterte (Aviatik = Flugzeughersteller) finden aber auch in der Karibik auf Saint Martin einen perfekten Flughafen – „Princess Juliana“. Hier gibt eine Jumbomaschine der nächsten quasi die Klinke in die Hand. Zudem fliegen sie dicht über einen traumhaften Sandstrand hinweg auf die Landebahn.

Kein Planespotting über militärischem Gelände

An militärischen Anlagen sind wir keine gern gesehenen Gäste. Schnell wird man als Spion hingestellt und kann Probleme mit dem Sicherheitspersonal bekommen. Auch in den USA werden Planespotter seit den Terroranschlägen im Jahr 2001 als Risiko betrachtet. Selbst einige Flughäfen haben sogar aus diesem Grund ein generelles Fotografierverbot verhängt. An verschiedenen französischen Flughäfen, zum Beispiel am Pariser „Charles de Gaulle“ darf ich wiederum nur fotografieren, wenn ich meinen Planespotter-Ausweis vorlege. Auch wurden an einigen Flughäfen, etwa in Basel, aus Sicherheitsgründen sämtliche Besucherterrassen geschlossen. Planespotting war in Frankfurt ebenfalls einige Zeit lang nicht mehr möglich. Die Besucherterrasse am Flughafen ist mittlerweile jedoch wieder geöffnet.

Ein Hobby, das verbindet

Planespotting mit der ganzen Familie © FreeImages

Planespotting mit der ganzen Familie © FreeImages

Planespotter kennen nicht selten mehr Flugzeugarten als manche Piloten und sind für einen regen Austausch weltweit vernetzt. Es sind moderne Jäger und Sammler, die aus Deutschland, Dänemark, den Niederlanden, eigentlich aus der ganzen Welt kommen und die verschiedensten Flughäfen besuchen. Sie lassen sich von der Arbeit oder der Schule frei stellen, nehmen Urlaub oder machen blau. Und all das, um das perfekte Foto von einem Flugzeug zu bekommen. Ganze Familien positionieren sich vor den Zäunen an den Flughäfen. Die Tradition und die Freude am Planespotting, so war es auch bei mir, wird damit auch an den Nachwuchs weitergegeben. Ein verbindendes Hobby eben.

 

Familie auf Welttour – so geht reisen mit Kindern

Fernreisen mit Kind? Oder gar eine Weltreise mit der ganzen Familie? Unmöglich, viel zu kompliziert, zu gefährlich! Das würden vermutlich die meisten Eltern sagen. Bis vor einigen Jahrzehnten hätten sie sogar recht gehabt. Allerdings haben sich im Laufe der Jahre die Möglichkeiten für Familien, eine Reise zu unternehmen, ebenso entwickelt wie die Optionen im Tourismus allgemein („Deutschland reist – die Entwicklung des Flugtourismus„).

Diejenigen, die sich mit Kind und Kegel hinaus in die Welt getraut haben – sei es für wenige Wochen oder gleich ein ganzes Jahr – können das nur bestätigen. Sie behaupten sogar: Mit Kindern auf Weltreise zu gehen, war die beste Entscheidung ihres Lebens.

Was eine Reise mit Kindern so einzigartig macht

Der übliche Familienalltag ist durchzogen von Termindruck, Routinehandlungen und diversen Verpflichtungen. Auch an den arbeitsfreien Wochenenden spüren viele Eltern, dass für ein intensives und erfüllendes Zusammensein mit den Kindern nur wenig Raum bleibt. Der Kopf ist beschäftigt mit dem Stress der letzten Woche, die Gedanken kreisen womöglich bereits um Dinge, die in der nächsten Arbeitswoche erledigt werden müssen.

Entdeckung der Langsamkeit

Für Familien auf Reisen hat das Beisammensein dagegen eine ganz andere Qualität. Wer zusammen mit seinen Kindern ferne Länder entdeckt, sieht die Welt mit anderen Augen. Das Hier und Jetzt rückt in den Vordergrund und besonders jüngere Kinder genießen es, mit Mama und Papa unterwegs zu sein, egal in welchem Land sie gerade sind. Und die Eltern genießen es plötzlich, durch die Bedürfnisse der Kleinen ein wenig gebremst zu werden. Und den Leistungsdruck, der selbst im Urlaub auftreten kann, zu ignorieren: Statt eine Attraktion nach der anderen abzuklappern, ist man der Kinder wegen gehalten, es gemächlicher anzugehen. Und stellt dann fest: Wer langsamer reist, macht die intensivsten Erfahrungen.

Ohne Scheu: Kinder knüpfen Kontakte

Gleichzeitig hat das Reisen als Familie einen entscheidenden Vorteil: Kinder öffnen Türen. Asiatische Länder und Südamerika gelten als besonders kinderfreundlich. Weltreisende Familien berichten immer wieder davon, wie leicht es ist, mit Kindern im Schlepptau Kontakte mit Einheimischen zu knüpfen. Und falls man doch einmal in eine Notlage geraten sollte, ist meist sofort Hilfe zur Stelle. Familien mit Kindern erfahren besonderen Schutz und werden oft bevorzugt behandelt. Als Ausnahme wird z. B. in einem Interview mit einem Paar, das 12 Monate lang mit ihren 11 und 9 Jahre alten Kindern durch Südostasien reiste, Indien genannt, allerdings werden keine Gründe aufgeführt (Ein Jahr als Familie mit zwei Kindern durch Südostasien).

Wann Kinder im besten Alter für eine Weltreise sind

Kinder sind in der Regel unkomplizierte Mitreisende. Sind die Eltern zufrieden, sind sie es meist auch. Das gilt besonders für die ganz Kleinen.

Mit Baby auf Weltreise © dubova - Fotolia.com

Mit Baby auf Weltreise © dubova – Fotolia.com

Außer essen, schlafen und Elternliebe brauchen Babys nichts, das es nicht auch in anderen Ländern gibt. Und dank des Elterngeldes ist die Finanzierung einer großen Reise zumindest teilweise möglich.

Kinder werden offener und angstfreier

Wer möchte, dass sein Nachwuchs bleibende Erinnerungen an die Reise hat, hat am meisten Freude mit Kindern im Vorschulalter. Die Trotzphase ist meist überstanden, Entdeckerfreude und Neugier befinden sich auf dem Höhepunkt. Die Erfahrungen, welche die Kinder zu der Zeit machen, werden sie das ganze Leben lang begleiten. Eine lange Reise in diesem Alter trägt dazu bei, dass Kinder dem Leben offener, unvoreingenommener und angstfreier begegnen. Das Gleiche gilt übrigens auch für die Eltern.

Familie auf Weltreise – was man beachten sollte

Große Reisen sollten gut vorbereitet sein, große Reisen mit (kleinen) Kindern erst recht. Generell ist es zunächst ratsam, sich beim jeweiligen Auswärtigen Amt über die jeweiligen Bedingungen zu erkundigen. Wer sich früh informiert, vermeidet Stress und unliebsame Überraschungen. Wichtig wären:

  • Einreisebestimmungen und benötigte Dokumente (für Kinder gelten manchmal andere Regeln)
  • notwendige Impfungen
  • ärztliche Vorsorge vor Ort
Reiseimpfung für Kinder © Photographee.eu - Fotolia.com

Reiseimpfung für Kinder © Photographee.eu – Fotolia.com

Besonders wenn es um die Planung der Routen und Länder geht, sollte man bedenken, dass zu heiße und zu kalte Gegenden sowie Malariagebiete nicht für Babys und Kleinkinder geeignet sind. Der Organismus eines Kindes benötigt mindestens zwei Wochen, um sich an ein neues Klima anzupassen (weitere Informationen: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=30335 ). 20 Länder in 10 Tagen bereisen zu wollen, ist auch deshalb keine gute Idee. Als Familie ist man besser beraten, gemeinsam die Langsamkeit zu entdecken sowie gelassen zu bleiben, wenn nicht alles nach Plan läuft, und auch mal eine ursprünglich geplante Sightseeingtour ausfallen zu lassen.

Die weiteren Kriterien neben Klima und gesundheitlichen Aspekten sind natürlich:

  • Sicherheit
  • Gastfreundschaft der Bewohner eines Landes
  • Verfügbarkeit und Verträglichkeit von Speisen

Vor diesem Hintergrund lässt sich feststellen, dass Neuseeland, Australien und Nordamerika sehr gut geeignet sind, aber sicher nicht zu den günstigsten Urlaubsländern zählen. Viele asiatische Länder wie Thailand oder Vietnam sind ebenfalls geeignete Destinationen und dabei wesentlich günstiger als die anglophonen Länder.

Fliegen mit Kindern – keine Angst vor Langstreckenflügen

Wer andere Kontinente entdecken will, muss, wenig überraschend, oft Flüge von zehn oder mehr Stunden in Kauf nehmen. Grundsätzlich haben Familien mit kleinen Kindern Vorrang beim Boarding. Das erspart schon mal einigen Stress.

Babys vertragen nach Expertenmeinung Flüge sehr gut. Schwieriger wird es mit Vorschulkindern, die sich Minuten nach dem Abheben zu langweilen beginnen. Das Lieblingskuscheltier und ein paar Bilderbücher sollten helfen. Erfahrene Eltern schwören auf Nachtflüge, die insgesamt ruhiger vonstatten gehen. Die meisten Kinder schlafen ein, sobald das Licht gedimmt wird. Fliegen die Kinder zum ersten Mal, ist es natürlich wichtig, vorher mit ihnen darüber zu sprechen, was sie erwartet. Das baut Ängste ab und weckt die Vorfreude. Der Nachwuchs orientiert sich ohnehin daran, wie Mama und Papa sich verhalten. Je entspannter die Eltern sind, desto entspannter kann das Kind sein.

Die meisten Fluganbieter sind gut auf Kinder eingestellt und stellen Babybrei, Kindernahrung und Spielsachen kostenlos zur Verfügung. Das gilt allerdings nicht für Billig-Airlines. Hier lohnt es sich, besonders auf versteckte Kosten zu achten. Wo sonst Kinder bis zu zwei Jahren gratis mitfliegen, verlangen andere Gesellschaften einen erheblichen Teil des Erwachsenen-Flugpreises. Das gilt übrigens auch für das Gepäck. Gerade wenn man mit Kindern unterwegs ist, lohnt es sich, vermeintlich günstige Flugpreise genau zu studieren.

Mut zur Weltreise mit Kindern

Allzu verrückt sollte man sich jedenfalls nicht machen. Wer gut voraus plant, wird eine schöne Zeit mit der Familie haben. Und ist man erst mal auf Tour, handelt man meist instinktiv richtig und bekommt schnell ein Gespür für die Bedürfnisse der einzelnen Familienmitglieder.

Faszination Flughafen

Flughäfen üben seit jeher eine große Anziehungskraft auf Menschen aus. Dies folgt aus ihrem Charakter als Orte der Ankunft und vor allem des Abflugs, als Vermittlungsinstanz zwischen dem Lebensmittelpunkt und den fernen Sehnsuchtsorten: Sie sind Brücken in andere Länder. Flughäfen haben in den letzten Jahrzehnten erheblich dazu beigetragen, dass die Welt jeden Tag ein Stück näher zusammengerückt ist. Während bis in die 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts hinein das Fliegen als eine elitäre Art des Reisens galt, sitzt heutzutage ein Großteil der Deutschen mindestens einmal jährlich im Flieger.

Die größere Nachfrage sorgte unter anderem dafür, dass sich die Gestalt der Flughäfen innerhalb kurzer Zeit deutlich veränderte. Wer heute einen modernen Flughafen-Komplex betritt, findet einen multifunktionalen Mikrokosmos vor, der so vielfältig ist, dass man meinen könnte, das Fliegen sei längst zur Nebensache geworden: Shopping Malls, Restaurants, Kinderunterhaltung, selbst Supermärkte, die bis 24.00 Uhr geöffnet sind, nehmen inzwischen deutlich mehr Raum ein als die Schalter, die für die Abwicklung der Flüge notwendig sind.

Warum uns Flughäfen so sehr in den Bann ziehen

An keinem Ort treffen so viele unterschiedliche Menschen verschiedener Kulturen und Nationen zusammen, wie an einem Flughafen. Fernweh und Heimweh vermischen sich mit dem Duft der weiten Welt und die Möglichkeit, in weniger als 24 Stunden am anderen Ende der Erde zu sein, ist nur einen Boardingpass weit entfernt. Flughäfen haben für die meisten Menschen auch etwas Faszinierendes, weil sie symbolisieren, dass der Mensch den uralten Traum vom Fliegen tatsächlich wahr machen konnte. Und so steht jeder Flughafen und jedes Flugzeug noch immer für den großen Triumph über die Natur.

Auch wenn sich die Rolle und das Erscheinungsbild der Flughäfen in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt haben, ist an manchen Orten noch immer etwas von jener Magie zu spüren, die wohl die Passagiere der 50er und 60er-Jahre empfunden haben mussten. Wer sich damals einen Flug leisten konnte, galt als kosmopolitisch und weltgewandt. Und das Fliegen selbst fühlte sich wie ein glamouröses, stilvolles Abenteuer an, auf das sich mindestens genauso gefreut wurde, wie die Zeit im fernen Land.

Architektur des Flughafens

Wo einst ein kleines Gebäude ausreichte, das nicht größer war als der Bahnhof einer mittelgroßen Stadt, brauchte es mit steigendem Passagieraufkommen neue Architekturkonzepte. Spätestens ab den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts war klar: Statt hübscher Bauten mit kunstvoll angelegten Start- und Landebahnen müssen Gebäude entwickelt werden, die modern, funktional, sicher und bei Bedarf erweiterbar sind. Statt irgendwo auf dem freien Feld zu stehen, brauchen Flughäfen zudem einen vernünftigen Anschluss an die Infrastruktur. Auch wenn sich die Designer und Architekten zu Beginn der Flughafen-Ära alle Mühe gaben: schnell zeigte sich, dass technologische Neuerungen und Fortschritte in der Sicherheitstechnik dem Wunsch nach Gestaltungsfreiheit entgegenstanden. Der 1974 eröffnete Flughafen Dallas Fort/Worth beispielweise, der als Meisterstück der Neuerung galt, erwies sich nach wenigen Jahren als technisch veraltet und hoffnungslos überfüllt. Sich von der Ästhetik zu verabschieden und auf Funktionalität zu setzen, muss eine der härtesten Lektionen für die damaligen Architekten gewesen sein.

Flughafen in Dallas © 2015 Dallas/Fort Worth International Airport

Flughafen in Dallas © 2015 Dallas/Fort Worth International Airport

Heute sind die meisten Flughäfen festungsähnliche Wirtschaftsstandorte aus Glas, Stahl und Beton. Terminals, Gates und Abflughallen machen nur noch einen kleinen Teil des Komplexes aus. Weil dort täglich viele Tausend Menschen durchgeschleust werden müssen, hat sich der Einzug von Geschäften, Restaurants, Business-Zentren, Dienstleistungsanbietern und Freizeitbetrieben als überaus profitabel erwiesen. Der Flughafen Singapur erzielt beispielweise 70 Prozent seiner Einnahmen alleine aus Ladenmieten. Da immer mehr Fluglinien das kostenlose Essen an Bord gestrichen haben, ist auch die Bedeutung von gastronomischen Einrichtungen gestiegen.

Manchmal muss man sich auch außergewöhnliche Lösungen einfallen lassen, wie zum Beispiel beim Flughafen Gibraltar. Da auf dem gerade mal 6,5 Quadratkilometer kleinen Staatsgebiet ohnehin kaum Platz ist, musste man einen Kompromiss finden: Weil kein Land mehr übrig war , auf dem man eine eigene Start- und Landebahn hätte bauen können, beschloss man, zu nutzen, was schon da war: Die Schnellstraße. Bis zu acht Mal am Tag müssen Autofahrer den großen Jumbojets Vorfahrt gewähren. Das sorgt natürlich regelmäßig für Stau und schlechte Luft.

Flughafen in Gibraltar © 2015 Copyright Gibraltar International Airport

Flughafen in Gibraltar © 2015 Copyright Gibraltar International Airport

Flughäfen der Zukunft und wohin die Reise geht

Bei so manchem Architektur-Ästheten mag die Entwicklung der Flughäfen nostalgische Wehmut auslösen. Die Zeiten des entspannten Jet-Set-Glamours, der sich einst in eleganten Hallen abspielte, sind lange vorbei. Stattdessen zwingen einen die immer strenger und zeitaufwendiger werdenden Hochsicherheitsvorkehrungen dazu, sich zwischen Stahl und Beton stundenlang in Shoppingmeilen und Fastfood-Restaurants aufzuhalten. Und trotzdem: Das Lebensgefühl von damals, sei es durch Filme, Werbung und oder auch Erinnerungen wachgehalten, ist immer noch in den Köpfen präsent. Daran können auch die Städten ähnelnden Megaports, die momentan unter anderem in China entstehen und jährlich über 100 Millionen Menschen in die Welt hinaus befördern sollen, (noch) nichts ändern.

Weil sich im Zuge der die sinkenden Flugpreise immer mehr Menschen einen Flug leisten können, geraten selbst die modernen Flughäfen an den Rand ihrer Kapazitäten. Die Luftfahrt ist ein Kommunikationsmittel geworden, der Flughafen hat längst „die Funktion eines mittelalterlichen Markplatzes übernommen“, wie der britische Städtebau-Theoretiker Deyan Dudjic anmerkte. Experten gehen davon aus, dass sich das Passagieraufkommen in den nächsten Jahren verdoppeln wird. Um das stemmen zu können, gibt es Pläne, die Flughäfen der Zukunft nach dem „Drive-Through-Modell“ zu gestalten. Ähnlich wie bei Fastfood-Ketten sollen sämtliche Vorgänge fließbandartig und somit zeit- und platzsparend abgewickelt werden.

Andere Modelle liebäugeln mit dem Gegenteil: Wellness-Einrichtungen, Golfplätze oder Kunstaustellungen sollen die langen Wartezeiten versüßen und sogar für Erholung sorgen. „Aerovilles“ heißen die Konzepte, die eher an ein eigenes Urlaubsziel als an einen Flughafen erinnern.

Auch architektonisch will man sich wieder mehr Mühe geben. Für den Flughafen in Denver beauftragte man Architekten wie C.W. Fentress mit der Planung. Diese wollten wieder ein „stolzes Tor zur Welt“ erschaffen und keine unübersichtliche Halle. Mit einem Flughafen, dessen weißes Dach an die schneebedeckten Gipfel der Rocky Mountains erinnert, ist ihnen das zweifellos gelungen.

Flughafen Denver mit den Rocky Mountains im Hintergrund © Photograph provided courtesy of Denver International Airport

Flughafen Denver mit den Rocky Mountains im Hintergrund
© Photograph provided courtesy of Denver International Airport

Flughafen Denver © Photograph provided courtesy of Denver International Airport

Flughafen Denver © Photograph provided courtesy of Denver International Airport

Anders Reisen – 6 außergewöhnliche Arten, die Welt zu entdecken

Pauschalurlaub ist nicht unbedingt jedermanns Sache. Um etwas von den fremden Ländern, den Menschen und ihren vielfältigen Kulturen mitzubekommen, muss man schon die Clubanlage verlassen. Schon früh, insbesondere seit die Flugtickets in den 90er Jahren billiger wurden, sind die Menschen quer durch die Welt gereist. Seit (fast) alle Orte nun für jeden zu erreichen sind, kamen unterschiedliche Arten des Reisens und der Urlaube hinzu. Man probiert eben etwas ganz anderes aus (Lesen Sie auch das Interview zum Thema, warum Menschen reisen). Wie zum Beispiel diese außergewöhnlichen Reisetrends, welche Abenteuerlust und Entdeckerfreude auf besondere Weise miteinander verbinden.

Schweben zwischen Baumhäusern – das „Gibbon Experience“ in Laos

Mitten im Bokeo Naturreservat befindet sich die wohl abenteuerlichste Baumhaus-Anlage von ganz Laos. Wer hier seinen Urlaub verbringen möchte, darf auf keinen Fall an Höhenangst leiden. Bis zu 50 Meter über dem Boden thronen die runden, mit Stroh bedeckten Häuschen in den Wipfeln majestätischer Bäume. Um den Gästen das mühsame Rauf- und Runterklettern zu ersparen, haben sich die Veranstalter eine besonders actionreiche Methode überlegt: Mithilfe von Drahtseilen (Zip Lines) und natürlich per Klettergurt gesichert, saust man bis zu 600 Meter am Stück von Baum zu Baum durch den Regenwald. Es braucht schon etwas Mut, doch wer den Dreh raus hat, wird den Dschungel aus der Perspektive eines Gibbons erleben dürfen – und mit ein wenig Glück sogar auf einen persönlich treffen. Die stark bedrohten Tiere, auch „Kleine Menschenaffen“ genannt, sind freundliche Wesen und wahre Meister, wenn es darum geht, sich von Ast zu Ast zu hangeln.

Die Idee zu dem Projekt stammt von einem Franzosen, der Tourismus, Abenteuer und Umweltschutz miteinander verbinden wollte. Das Gibbon Experience wird ausschließlich von Einheimischen geführt und sichert 120 Arbeitsplätze. Ein Großteil der Einnahmen fließt direkt an den Regenwald- bzw. Artenschutz. So sorgt das Projekt unter anderem dafür, dass jedes Jahr mehrere 10.000 neue Bäume angepflanzt werden können.
www.gibbonexperience.org

Die magischen Welten von Island – reisen mit der Elfenkarte

Elfentour in Island

Elfen in Reykjavik? – Ausblick von der Hallgrimskirkja © Icelandair

Isländer glauben nicht an Elfen, Feen und Trolle. Sie wissen einfach, dass es sie gibt. Wenn eine neue Straße oder ein neues Haus gebaut werden soll, haben die Fabelwesen ein Wörtchen mitzureden. Dann beauftragt das Bauamt die offizielle Elfenverständige Erla Stefansdóttir herauszufinden, ob das Bauvorhaben eine Elfenbehausung zerstören könnte.

Im Städtchen Hafnarfjörður soll übrigens die vielfältigste Elfenpopulation samt Königsfamilie leben. Wie die magischen Wesen zu finden sind, verrät eine von Erla Stefansdóttir angefertigte Karte. Diese zeigt, wo welche Geschöpfe kleine Reihenhäuser oder Kirchen gebaut haben. Die „Karte der verborgenen Welten“ ist beispielweise im Touristenbüro erhältlich.

Spannender und vor allem aufschlussreicher ist natürlich eine privat geführte Hidden Worlds-Tour mit Elfen-Guides oder der berühmten Elfenbeauftragten persönlich. Sie weiß genau, wie die Wesen ticken und hat so manch verrückte Geschichte zu erzählen. Ihr eigener Haus-Elf soll übrigens gerne Brei essen und Sachen verstecken, wie sie gerne in Interviews erzählt.

Mittlerweile gibt es die verwunschenen Elfenkarten für mehrere isländische Städte. Wie sich zeigt, glauben zwar die wenigsten Touristen an Fabelwesen, doch das Interesse, sie trotzdem kennenzulernen steigt. Wer also auf der Suche nach etwas mehr Magie im eigenen Leben ist, sollte sich dringend mit einer Elfenkarte auf den Weg machen.
www.alfar.is
www.icetourist.de

Africa Amini Life – Tansania abseits der Touristenpfade entdecken

Die österreichische Ärztin Christine Wallner ging mit 63 Jahren nach Tansania, um für die dort lebenden Massai am Fuße des Kilimanjaro eine Krankenstation zu errichten. Mittlerweile ist das Projekt stetig gewachsen und so wurde aus Africa Amini Life ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austauschs. Wer Tansania auf besondere Weise erleben möchte, kann sich in einer der sieben Massai-Lodges einmieten, die zwar mit den meisten „westlichen Annehmlichkeiten“ ausgestattet, aber nach traditionellem Vorbild erbaut worden sind.

Durch die verschiedenen Sozialprojekte hat das Team einen besonderen Zugang zu den Massai und ihrer faszinierenden Kultur. Urlauber finden sich plötzlich als Gast bei ihren Festen und Tänzen wieder – nicht als Tourist, sondern als willkommener Freund. So bekommt man einen einmaligen Einblick in Alltag und Familienleben der Einheimischen. Viele kommen auch hierher, um sich eine längere Auszeit zu gönnen, Wildwanderungen zu unternehmen oder einen Neustart für ihr Leben zu planen. Für Menschen auf Sinnsuche wird auf Wunsch therapeutische Unterstützung angeboten. Mit den Einnahmen werden neue Einrichtungen wie Kindergärten oder Schulen finanziert und vor allem Medikamente besorgt.
www.africaaminialama.com

Reisen mit eigenem Mini-Haus im Gepäck

Die meisten Hotels sind teuer und zudem noch unpersönlich. Wie wäre es mit einem eigenen Mini-Haus auf Rädern im Gepäck? Damit kann man sein eigenes Hotel an (fast) jedem Ort der Welt eröffnen und hat gleichzeitig immer Panorama-Blick. Die Tiny-House-Bewegung stammt übrigens aus den USA und findet als außergewöhnliche Reiseart auch in Europa immer mehr Nachahmer. Besonders junge Menschen, die sich die überteuerten Immobilienpreise nicht mehr leisten können oder wollen, entscheiden sich für die Mini-House-Option. Sie wollen lieber die Welt entdecken als jeden Monat aufs Neue mit der Sorge beschäftigt sein, wie man die hohe Miete zusammenkratzt.

Ein Hauch wilder Westen, egal wo man ist © Tumbleweed Tiny House Company - Modell Elm

Ein Hauch wilder Westen, egal wo man ist © Tumbleweed Tiny House Company – Modell Elm

Mittlerweile ist ein Markt entstanden, der sich auch an Weltenbummler richtet, die keine finanziellen Sorgen haben. Wer sein Mini-Haus nicht selbst bauen möchte, findet zahlreiche Firmen, die das perfekte Zuhause auf Rädern ab ca. 30.000 Euro für einen errichten. Die Mobile-Homes sehen aus wie Schwedenhäuschen im Miniformat, haben Dach, Fenster, Türen und meist eine eigene Solaranlage mit Wasser- und Stromanschlüssen. Dadurch sind die Tiny Houses eine viel gemütlichere Alternative zum herkömmlichen Wohnwagen. Und falls man auf seiner Reise doch ein Plätzchen finden sollte, an dem es sich länger aushalten lässt, stellt man sein Mini-Haus einfach ab und baut sich einen kleinen Garten drum herum – sofern es legal ist, versteht sich.

Walretter in Neuseeland werden

Jedes Jahr stranden Hunderte Wale und Delfine vor den Küsten Neuseelands. Die meisten von ihnen verenden qualvoll, weil sie unter ihrem eigenen Gewicht ersticken. Wer ohne Vorwissen versucht, den Tieren auf eigene Faust zu helfen, macht es oft noch schlimmer.

Die gemeinnützige Organisation Project Jonah bietet mehrmals im Monat den Marine Mamal Medic Course an, der sich an Einheimische, aber auch an Touristen richtet. Dort lernen die Teilnehmer alles Wichtige über die Anatomie der Meeressäuger. Der praktische Teil findet direkt im Meer statt, wo an lebensechten Delfin- und Wal-Modellen geübt wird, wie man das Tier zurück ins Wasser bringt, ohne es weiter zu verletzten. Am Ende des Tages erhält jeder Teilnehmer eine Marine Mammal Medic Card und wird in die offizielle Liste der Walretter aufgenommen.

Ausbildung zum Walretter in Neuseeland ©-Matthew Hull-Morguefile

Ausbildung zum Walretter in Neuseeland ©-Matthew Hull-Morguefile

Die Kurse werden an den vielen „Stranding Hotspots“ wie Golden Bay oder Kaikoura angeboten und bieten eine tolle Möglichkeit, sich aktiv beim Schutz der bedrohten Tiere einzubringen. Und selbst wenn man nur wenige Wochen in Neuseeland bleibt, kann es durchaus passieren, dass seine Hilfe plötzlich benötigt wird. Der Unkostenbeitrag von 120 NZ-Dollar (ca. 190 Euro) fließt übrigens wieder direkt ins Projekt und trägt dazu bei, dass das die Kurse auch in Zukunft angeboten werden können.
www.projectjonah.org.nz/Get+Involved/Become+a+Marine+Mammal+Medic.html

Digital Detox – Urlaub als digitale Entgiftung

E-Mails checken, bei Facebook posten, schnell was liken und das Gleiche nochmal auf Twitter wiederholen. So oder so ähnlich starten viele Menschen direkt nach dem Aufwachen in den Tag. Das Procedere wiederholt sich alle paar Stunden, bis man sich irgendwann erschöpft fragt, ob man jemals wieder „offline“ existieren kann, ohne das Gefühl zu haben, von der Welt abgegrenzt zu sein.

Die Idee des „Digital Detox“ entstand ausgerechnet im Silicon Valley und richtet sich an hypervernetzte Menschen, die für einige Zeit ausschließlich „analog“ leben wollen. Erfahrbar ist das beispielsweise in sogenannten „Digital Detox Camps“, in denen strenge Regeln herrschen: Kein Handy, kein Computer, kein Alkohol, keine Gespräche über die Arbeit. Stattdessen gibt es Lagerfeuer, Yoga, Meditation und gemeinsames Kochen. Mittlerweile ist die Digital Detox-Welle auch nach Europa geschwappt. Wer sich mit dem Camp-Konzept nicht anfreunden kann, findet auch andere Möglichkeiten. Viele Klöster bieten beispielweise Retreats (spirituelle Ruhepausen) an, die sich speziell an gestresste Manager richten. Technische Geräte sind dort meist ohnehin tabu. Aber auch immer mehr Wellnesshotels richten handy- und internetfreie Zonen ein.
www.thedigitaldetox.de/Camp.html


Und welche ungewöhnlichen, lustigen und verrückten Urlaubsarten und Aktivitäten kennen Sie? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

Top Airline Videos mit Promis

Viele Unternehmen versprechen sich einen großen Erfolg durch den Einsatz von Promiwerbung. Berühmtheiten werden gesponsert, für Kampagnen gebucht und in Werbeclips eingesetzt. Auch diverse Airlines werben und promoten gerne mit Hilfe von Promis. Charmante (und gutaussehende) Stars wie Sportler und Schauspieler begeistern die Zuschauer für die jeweiligen Fluglinien. Damit auch die langweiligen Pflicht- Sicherheitsvideos unterhaltend sind, werden auch hierfür Celebrities und Sportlegenden unter Vertrag genommen.

Den Art Directors freie Bahn zu lassen, lohnt sich: Manche Safety-Videos werden an epische Chroniken oder bekannte Sendungen angelehnt. So macht selbst trockene Theorie Spaß! Wir zeigen Ihnen die lustigsten und kreativsten Werbungen mit Promis der Flugszene:

1. Hobbit Safety Video – Air New Zealand

Mit viel Liebe zum Detail lehnt die Fluggesellschaft Air New Zealand ihr Video an die Verfilmung des Buches „Der kleine Hobbit“ an. Auch wenn nicht die im Film eingesetzten Schauspieler gecastet wurden, wird die Message doch humorvoll und charmant überbracht. Falls Sie noch nie eine asiatische Elbin gesehen haben – hier ist Ihre Chance!

2. All Blacks (Rugby Mannschaft aus NZ) – Air New Zealand

Auch bei diesem Safety Video bleibt Air New Zealand seinen Wurzeln treu: Die Spieler der neuseeländischen Rugby Mannschaft „All Blacks“ erklären den Fluggästen auf eine sehr sympathische Art die während des Fluges zu beachtenden Sicherheitsvorkehrungen. Trotzdem: Die flitzende Oma am Ende des Clips übertrifft die Rugbyspieler in Sachen Charme…

3. Selfie-Derby zwischen Kobe und Leo

Selfies sind out? Das gilt nicht für unsere Turkish Airlines-Lieblinge Messi und Bryant: Gemeinsam mit der Fluggesellschaft jetten sie um die Welt. Ziel ist jedoch nicht ein bestimmter Ort, sondern das spektakulärste Selfie zu schießen und den Konkurrenten damit zu toppen.

4. Mit weniger Budget, aber dafür sehr bunt gemischt: Condor


Promiwerbung ist teuer, das verstehen wir! Aber wenn die Doubles die Originale so gut parodieren wie bei diesem Safety-Video von Condor, macht das (fast) gar nichts, oder? Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Haben Sie Ihren Lieblingspromi entdeckt?

5. Bear Grylls – Air New Zealand

Wild, aber mit charakteristischem eigenen Humor erstellt Air NZ ein abenteuerliches Safety Video: Bear Grylls erläutert die wichtigsten Sicherheitsvorkehrungen an Bord. Die Kulisse? Bear Grylls‘ gewohnte Umgebung: Mitten in der Wildnis und weit entfernt von jeglicher Zivilisation. Sollte das Flugzeug doch einmal abstürzen, weiß man somit gleich, wie man auf einer einsamen Insel überlebt.

6. Wir machen mit Alf und Delta Airlines eine kleine Zeitreise

Selbst wenn Alf nur einen viel zu kurzen Gastauftritt in Minute 3:14 hat, ist er doch dermaßen Kult, dass er es in unsere Top Promi-Liste geschafft hat. A propos: Will jemand ein Croissant? Ist noch frisch aus den Achtzigern.

7. Beach Boys lassen den „Minnegesang“ für British Caledonian wieder aufleben

Beach Boys vergleichen alle Mädchen dieser Welt anhand der Stewardessen, die sie kennengelernt haben. An jeder haben sie etwas auszusetzen (das deutsche Mädchen ist jenes, das ihn so penetrant zum Schlafengehen zudeckt) – außer an den Mädchen von British Caledonian, die sind perfekt. Und dann heißt es, Frauen wären wählerisch!

8. Manchester United – Turkish Airlines

Manchester United zeigt in der Werbung der türkischen Linie zwar wenig Fingerspitzen-, aber dafür deutlich mehr Ballgefühl. Vergessen wurde nur die an Kinder gerichtete Warnung, dass sie dies bei ihrem Flug bitte nicht nachmachen mögen.

9. Liverpool – Gaduna Indonesia


Steven Gerrard lässt mit seinem Lächeln nicht nur Kinderherzen höher schlagen. Dieser Clip schafft es durch seinen Charme und seine Freundlichkeit in unsere Top Liste!

10. Warhol & Liston philosophieren bei Braniff International Airways


Andy Warhol und der Boxer Sonny Liston unterhalten sich in diesem Flug über die Schönheit und Ästhetik der Renaissance, woraufhin der Werbemoderator einwirft, die Mädchen bei Braniff seien ebenso schön. Schade ist: Es gibt kein Beweisbild!

11. Lufthansa landet mit FC Bayern München

Als deutsches Unternehmen engagiert die Flugfirma Lufthansa natürlich eine deutsche Fußballmannschaft: Die Spieler des FC Bayern München sehen im Anzug zwar trés chic aus, doch die Klasse der Lufthansa-Crew erreichen sie dann doch nicht. Trotzdem kommen Philipp Lahms Fans voll auf ihre Kosten.

12. Kobe und Leo konkurrieren um die Gunst eines kleines Jungen

Wenn man als Kind das Glück hat, bei seinem Flug gleich zwei Sportlegenden zu treffen, dann hat man wohl die Qual der Wahl: Von wem lässt man sich das Autogramm denn nun geben?
Jeder der Sportler versucht, mit allen möglichen Tricks die Aufmerksamkeit des Kleinen auf sich zu ziehen und greift zu kreativen Maßnahmen. Überraschend jedoch: Die Entscheidung des Jungen!

13. Wisconsin bleibt mit Jabbar und Hays cool

Das Flugzeug fliegt dermaßen tief, dass NBA Spieler Kareem Abdul dem Schauspieler Robert Hays eine Schneekugel reichen kann, nachdem er kurz aus dem Fenster gegriffen hat. Ob man da mitfliegen will?

14. Nicole Kidman beweist Talent für Etihad Airways


Dass es sich bei dieser Werbung von Nicole Kidman um Etihad Airways handelt, ist anfänglich nicht klar. Doch gute Neuigkeiten sind: Die Botoxpatzer haben sich gelegt und Nicole kann wieder lächeln! Bleibt nur zu hoffen, dass das kein Photoshop-Fake ist…

15. Dafür bringt uns die Spontaneinlage von Disney’s Musical Cast von König der Löwen ganz ohne Hilfsmittel zum Strahlen [Anmerkung der Redaktion]


Viel Leidenschaft und Liebe für seine Arbeit beweist der Cast des Musicals „König der Löwen“ auf diesem Flug. Auch wenn die Airline nicht genannt wird, weil es sich um keine Werbeaktion handelt, möchten wir Ihnen dieses Video nicht vorenthalten. Hakuna Matata!

Fliegen mit Genuss? – Essen vs. Verpflegung

Größere Flughäfen, verschärfte Sicherheitsmaßnahmen, mehr Reisende: In den letzten 50 Jahren hat sich die Flugindustrie deutlich gewandelt. In den Reisebüros der 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts wählten die Kunden ihre Flüge noch aus dicken Büchern. Die Ticketpreise waren, gemessen am durchschnittlichen Einkommen, enorm hoch. Ein Flug von Deutschland nach Kanada kostete pro Person umgerechnet etwa 160 Euro, was im Jahr 1960 vielfach die Hälfte des monatlichen Einkommens ausmachte.

Auf ein Visum mussten die Reisenden mitunter ein halbes Jahr warten. Sicherheitschecks gab es an den Flughäfen kaum. Dafür war der Check-In im Vergleich zu heutigen Standards unkomplizierter. In ihren Outfits sahen die sehr freundlichen Stewardessen (heute: Flugbegleiterinnen) wie Models aus. Die Tickets für Kinder (Erstgeborene) kosteten damals umgerechnet rund 15 Euro. Spezielles Essen für die Kleinen gab es noch nicht. Auch die Erwachsenen mussten nehmen, was serviert wurde.

Essen gegen Flugangst

Die Speisen waren Erzählungen zufolge aber sehr gut und wurden zunächst nicht wegen der Sättigung, sondern eher als Ablenkung gegen Flugangst angeboten. Anfang der Siebziger Jahre gab es nach dem Nachtmahl klassischerweise einen Film. Anschließend wurden die Fenster geschlossen und die Gäste mussten schlafen. Beschwert hatte sich darüber niemand. Es gab ja keine Alternativen. Der Wunsch nach Luxus kam erst viele Jahre später auf.

Flugzeugessen früher: Von luxuriösen Speisen hin zu überteuerten Snacks

Am 11. Oktober 1919 gab es in einem Flugzeug (Handley-Page-Flug), das von London nach Paris flog, die erste Bordverpflegung. Zu einem Preis von umgerechnet ca. 5 Euro-Cent konnten sich die Fluggäste eine eigene Lunchbox, bestehend aus Obst und Sandwiches, zusammenstellen.

Die späten 1930er Jahre: Erste elektrisch beheizte Miniküchen wurden eingebaut

Im Jahr 1936 installierte die Fluggesellschaft United Airlines die ersten Küchen an Bord ihrer Flugzeuge und bot den Passagieren fortan warme Speisen an. Eine weitere Entwicklung der Flugdienstleistungen wurde dann jedoch durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen.

Die 1950er Jahre: Kaviar und Silberbesteck – Genuss im Flieger

In den 1950er Jahren, die als „Goldenes Zeitalter der Passagierluftfahrt“ oder Wirtschaftswunder-Zeit beschrieben werden, waren die Tische an Bord der Flugzeuge schließlich mit Tischdecken belegt und die Passagiere genossen ihre feinen, luxuriösen Speisen mit silbernem Essbesteck. Die US-Firma Lockheed setzte mit der Super Constellation in Sachen Luxus Maßstäbe. Die komfortabel ausgestattete Vier-Propeller-Maschine legte in der Stunde 550 Kilometer zurück, hatte verstellbare, schaumstoffgepolsterte Sessel und besaß sogar eine Druckausgleichs- und Klimaanlage.

Senator First Class – Bordservice in der Boeing 707

Senator First Class – Bordservice in der Boeing 707

 

An Speisen wurden unter anderem angeboten:

  • kanadischer geräucherter Lachs mit Sahnemeerrettich,
  • frischer Maine-Hummer,
  • Beluga-Kaviar,
  • brasilianische Palmherzen,
  • Kalbssteak (nature),
  • Rehrücken mit Wacholder,
  • Brie,
  • Schafskäse,
  • Mandarinen,
  • Pralinen oder
  • Cognac.

Die 1960er Jahre: Die IATA-Mitglieder bekamen billige Konkurrenz

Bis zum Ende der 1950er Jahre waren die meisten Fluggesellschaften Mitglieder der Internationalen Luftverkehrsvereinigung IATA. Diese schrieb die Ticketpreise bis zu diesem Zeitpunkt vor. So kostete ein Flug von Düsseldorf nach New York mit der Super Constellation zum Beispiel 6.000 Mark. Durch die Festpreise wurden Komfort und Service gefördert, was Passagiere anlocken und Markteintrittsbarrieren schaffen sollte. Doch im Laufe der 1960er Jahre traten immer mehr Fluggesellschaften in den Wettbewerb ein, die die IATA-Mitglieder preislich unterboten.

Die 1970er Jahre: Sinkende Ticketpreise, Service und Essen wurden zweitrangig

In den 1970er Jahren sanken mit der Einführung der Jumbo-Jets die Preise für Flugreisen weiterhin. In der Regel wählten die Passagiere ihre Flüge nun nach den günstigsten Preisen aus. Service und gutes Essen wurden zweitrangig. Das Prinzip des „Billigfliegens“ wurde von Southwest Airlines im Jahr 1971 fest verankert. Zugleich veränderte sich das Angebot an Speisen. Das Essen an Bord wurde fettiger, salziger und stärker gewürzt. Zum einen war es so zum Wiederaufwärmen besser geeignet. Zum anderen nahmen die Fluggäste den Geschmack besser wahr, denn die Geschmackssinne verändern sich bei dem niedrigen Druck, der im Flugzeug üblich ist.

Etablierung der Billigflug-Airlines: Bordverpflegung kostet extra

Was in den 1970er Jahren begann, setzte sich in den folgenden Jahrzehnten als Trend fort. Die Tickets wurden günstiger, die Speisen teurer. Bis heute steht vor allem die im Jahr 1985 gegründete Billigflug-Airline Ryanair in Sachen Verpflegung in der Kritik. Bei der bekannten Fluglinie kostet den Fluggast eine Tasse Kaffee rund 3 Euro. Für belegte Brötchen verlangt Ryanair mehr als 5 Euro.

Doch den Erfolg der Billigfluggesellschaften schmälerte dies alles nicht. Allein Ryanair zählt heute jährlich mehr als 65 Millionen Fluggäste. Nach der Jahrtausendwende führte der starke Wettbewerbsdruck dazu, dass viele Gesellschaften in finanzielle Schwierigkeiten gerieten. Warme Mahlzeiten wurden durch Softdrinks und Snacks (Erdnüsse, Salzstangen) ersetzt. Wenn Speisen angeboten wurden, dann ebenfalls zu überhöhten Preisen und in schlechter Qualität. Immer wieder war in den Medien von labberigen Sandwiches sowie viel zu fettigen Salaten und verkochten Nudeln die Rede.

Flugzeugessen heute: Neue Konzepte für hochklassige, vielseitige Bordverpflegung

Nun soll das, was es schon einmal gab, erneut eingeführt werden. Viele Airlines arbeiten an einem effizienteren Management und entwickeln Konzepte, um künftig wieder höherwertiges Flugzeugessen anbieten zu können. Schließlich geht es mehr denn je darum, Kunden zu gewinnen und zu halten – ein Konzept, das mit der Einführung der Flugklassen bereits funktioniert hat. Die Fluggesellschaften arbeiten deshalb mit 3-Sterne-Restaurants und prominenten Chefköchen wie Joël Robuchon (Air France), Carlo Cracco (Singapore Airlines) und Heston Blumenthal (British Airways) zusammen. Silberbesteck wird es aber wohl nicht mehr geben. Denn seit dem Terroranschlag vom 11. September 2001 geben viele Airlines aus Sicherheitsgründen, zumindest in der Economy Class, nur noch Plastikbesteck an die Passagiere aus.

Neuer Trend: Internationale Speisen, Spirituosen und Sondermahlzeiten

Neben klassischen und landestypischen Gerichten bieten viele Fluglinien heute internationale Gerichte an. Besonders beliebt ist die mediterrane Küche, die es in vielen europäischen Airlines gibt. Und Speisen für Vegetarier und Veganer gehören bereits auf vielen Linien zum Standard. Individuelle Angebote und Abwechslung sind unter den Fluggästen gefragt.

Auf längeren Strecken bieten die Airlines ihren Passagieren wahre Gaumenfreuden an. In der First Class und Business Class gibt es bei Emirates iranischen Kaviar. Singapore Airlines tischt auf Flügen nach Japan traditionelle japanische Gerichte auf, und bei der Lufthansa gibt es neben Rostbratwurst mit Kartoffelpüree in den höheren Klassen auch mal Kalbsgeschnetzeltes mit Knöpfli. Wein zählt mittlerweile zum Standard-Angebot vieler Airlines.

First Class Gourmet Singapore Airlines © Singapore Airlines

First Class Gourmet Singapore Airlines © Singapore Airlines

Zusätzlich gibt es Sondermahlzeiten für bestimmte Religionsgruppen, zum Beispiel Halal für Muslime oder Koscher für Juden. Es gibt ferner Asiatisch-vegetarisch (pflanzliche Quellen, keine Tier- und Meeresprodukte), aber auch Diätmahlzeiten, Kindergerichte sowie gluten- und laktosefreie Produkte. Inzwischen werden je nach Fluggesellschaft bis zu 100 Sondergerichte angeboten.

Glutenfreie Suppe bietet United Air Lines an © United Air Lines

Glutenfreie Suppe bietet United Air Lines an © United Air Lines

Passagiere können Menüs online selbst zusammenstellen

Zudem haben die Gäste verschiedener Airlines heute die Möglichkeit, das Bordessen vorab online zu bestellen. Bei der Billigflug-Airline Air Baltic können die Passagiere zum Beispiel aus 20 verschiedenen Speisen und Getränken eigene Gerichte zusammenstellen. Die Preise für die Hauptgerichte und Salate liegen zwischen 5 und 12 Euro.

Andere Airlines, wie die benannte Billigfluglinie Ryanair, beharren jedoch auf überholten Konzepten und verlangen für Speisen und Getränke oftmals Preise, die 600 bis 800 Prozent teurer sind als in Supermärkten. Die Kunden sind hier nicht selten in der Zwickmühle, da sie aufgrund der scharfen Sicherheitsbestimmungen nicht einmal eine Flasche Wasser mit 0,5 Liter Inhalt mit an Bord nehmen dürfen. Für eine Erfrischung über den Wolken müssen die Gäste dann über 3 Euro bezahlen.

Nach wie vor gibt es in der Flugbranche also einen kräftigen Wettbewerb. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Prioritäten der Fluggäste künftig entwickeln werden.