Auf den Spuren von Papst Franziskus

„Habemus papam“ hieß es vor einer Woche. Nach dem Rücktritt Benedikts XVI. im Februar haben 1,2 Milliarden Katholiken weltweit wieder einen neuen Papst. Weißer Rauch aus der sixtinischen Kapelle kündigte am Abend des 13. März 2013 die Wahl des Argentiniers Jorge Mario Bergoglio zum 266. Papst an. Am gestrigen Dienstag war die offizielle Amtseinführung, zu der 130 Delegationen empfangen wurden. Eine Viertelmillion Menschen wurden erwartet. Auch an Ostern werden zahlreiche Gläubige in die Vatikanstadt pilgern, um der Predigt von Papst Franziskus zu lauschen.

Zur Papstaudienz nach Rom reisen? Sämtliche Reiseveranstalter organisieren Gruppentouren mit eben diesem Inhalt. Auch sonst ist der Vatikan immer einen Besuch wert. Wer sich ohnehin gerade in Rom aufhält, kann beides gleich miteinander verbinden.

Wissenswertes über den Vatikan

Der kleinste Staat der Welt verdankt seinen Namen der Lage am vatikanischen Hügel, der sich am rechten Ufer des Tiber erhebt. Der europäische Zwergenstaat Vatikan ist seit 1929 aufgrund der Lateranverträge unabhängig und bildet eine Enklave inmitten von Rom. Ca. 830 Einwohner kommen hier auf 44 Hektar Fläche. An Infrastruktur verfügt der Kleinstaat unter Anderem über Rundfunk und Fernsehen, eine Post und eine Apotheke.

Kern ist der von Touristen frequentierte Petersplatz. Der dortige 132 m hoch emporragende Petersdom ist als eine der weltgrößten Kirchen von zentraler Bedeutung für die römisch-katholische Glaubensgemeinschaft. Der Papst hält dort seine Messen ab und in seinem Inneren finden 60.000 Menschen Platz.
Ein weiteres Wahrzeichen sind die Vatikanischen Gärten. Sie nehmen etwa die Hälfte des Gebiets der Vatikanstadt ein und wurden ursprünglich als Rückzugsort für die Päpste angelegt. Zuweilen konnten sie besichtigt werden, zurzeit dürfen Besucher jedoch nicht hinein.

Wer die gesammelten Kunstwerke der Päpste aus der Nähe bewundern möchte, sollte eine Führung in den Vatikanischen Museen mitmachen. Museumsbesucher können auch die sixtinische Kapelle besichtigen. Die Museen öffnen regulär von Montag bis Samstag zwischen 9:00 und 18:00 Uhr, wobei der letzte Einlass um 16:00 Uhr ist.

Der Preis für eine Eintrittskarte liegt voll bei 16 €, ermäßigt bei 8 € und für Schüler bei 4 €. Für ausgewählte Personengruppen ist der Eintritt frei. Führungen reichen von didaktisch bis interaktiv. Das Programm umfasst angepasste Führungen für Gehörlose oder Blinde ebenso wie für Familien.
Wer Lust auf eine Visite in der Vatikanstadt verspürt, sollte die Anreisemöglichkeiten abwägen.

Alle Wege führen nach Rom

Den Vatikan sehen heißt nach Rom Reisen. Dazu bestehen aus Deutschland gleich mehrere Möglichkeiten.

Gerade bei Gruppenreisen sind Busfahrten weit verbreitet. Eurolines betreibt Buslinien nach Rom (Bahnhof Tiburtina) aus vielen deutschen Städten. Ab Frankfurt am Main dauert die Fahrt z. B. ca. 15 Stunden. Für vergleichsweise niedrige Fahrpreise nehmen viele Reisende die längere Fahrzeit gerne auf sich.

Für Reisegruppen eignet sich ebenso der Zug. Die meisten Züge fahren bis zum Bahnhof Roma Termini.

Folgende Bahnstrecken werden bedient:

  • München, Innsbruck, Brenner, Verona und Bologna
  • Basel, Brig, Simplon Mailand
  • Basel/Lindau/Schaffhausen, Zürich, Gotthard, Mailand

Preise für Fahrkarten und Fahrzeiten variieren bei Zugtypen wie dem EuroCity oder dem CNL. Ab München Hauptbahnhof dauert die Zugfahrt nach Rom durchschnittlich zehn Stunden.

Will man individueller zum Reiseort gelangen, nimmt man am besten das eigene Auto. Auf der Fahrt nach Italien dienen Österreich oder die Schweiz als Durchreiseländer. In Italien selbst sind die meisten Autobahnen gebührenpflichtig.
Hier skizzieren wir zwei Hauptrouten bis nach Rom:

  • Über Gotthard/S. Bernardino nach Chiasso, dort über die Grenze. Richtung Mailand, über die Tangenziale Ovest Richtung Bologna, Florenz bis nach Rom.
  • Über den Brenner an Bozen und Verona vorbei Richtung Bologna, ab Florenz über die Strada del Sole auf die Ringautobahn G.R.A. um Rom, eine der drei Zufahrten nehmen.

Aber Vorsicht! Die Römer folgen teils eigenen Verkehrsregeln und der Straßenverkehr erfordert doch etwas Übung.

Das schnellere Verkehrsmittel ist in jedem Fall das Flugzeug. Lufthansa und alItalia fliegen direkt ab München und Frankfurt. Die Flugzeit von München bis Rom Leonardo da Vinci in Fiumicino beträgt ca. anderthalb Stunden. Von Frankfurt aus dauert der Flug ca. 15 Minuten länger, ab Düsseldorf fliegt man knapp 2 Stunden.

Wer den Komfort am Fliegen schätzt, sollte allerdings seinen Flughafen-Parkplatz in Deutschland noch vor der Abfahrt reservieren. Das spart Zeit und vor allem Geld.

In Rom angekommen, dürfen Privatpersonen die Vatikanstadt nur zu Fuß betreten. Die U-Bahnlinie A fährt zumindest in die Nähe.
Gute Reise oder auch: Bonum iter!

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